Sweeney Todd

veröffentlicht am 21.03.2007

geschrieben von Emma(Gryffindor)

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Stephen Sondheim- Sweeney Todd

London, spätes 19. Jahrhundert: Zwei Männer steigen am Hafen aus einem Schiff. Der eine ist ein junger Seefahrer, Anthony Hope, der endlich wieder in seine Heimat zurückkehrt. Der zweite ist weitaus mysteriöser: Benjamin Barker, ein Barbier mit dunkler Vergangenheit, der jetzt mit dem Decknamen "Sweeney Todd" von seinem Gefängnisaufenthalt in Australien nach Hause kommt. Die beiden Männer trennen sich, und Todd läuft durch die Stadt. In der Fleet Street angekommen begibt er sich zum Pie-Geschäft einer Mrs.Lovett, in dem es angeblich "die schlimmsten Pies in ganz London" gibt. Er geht in das Geschäft und wird von der Besitzerin sofort wiedererkannt. Wir erfahren, was dem Barbier widerfahren ist: Er hatte früher über dem Pie-Geschäft seinen Barbierladen, in dem er mit seiner wunderschönen Frau und seiner kleinen Tochter Johanna wohnte. Der bekannte und beliebte Richter Turpin begehrte seine Frau jedoch so sehr, dass er den Barbier verhaften ließ, seine Frau missbrauchte und anschließend die kleine Johanna adoptierte. Todd erfährt, dass seine Frau sich daraufhin selbst vergiftet habe. Der inzwischen seelisch zerschlagene Barbier schwört Rache und hat auch schon einen teuflischen Plan.

In der Zwischenzeit ist auch Anthony durch die Stadt gezogen. Er trifft auf Johanna, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Er schwört ihr, sie vom Richter Turpin zu befreien und sie zu heiraten. Dem will der Richter entgegenwirken, in dem er selbst die schöne Johanna heiratet.

Es dauert nicht lange und schon hat Sweeney Todd seine ersten Kunden, und wir erfahren, wie seine Rache aussehen wird: Er rasiert seine Kunden und schneidet ihnen danach die Kehle mit dem Rasiermesser durch. Um die Leichen loszuwerden beschließen Todd und Mrs.Lovett sie einfach zu verarbeiten und in die Pies der Bäckerin zu stecken.

Die Pies sind ein voller Erfolg, doch bald wundern sich viele über den eigenartigen Gestank, der aus dem Ofen des Geschäfts entschwindet. Der Assistent des Richters, der Richter selbst und eine alte, verrückte Bettlerin kommen alle zum Pie-Geschäft, um sich die Sache näher anzuschauen. So bekommt Sweeney Todd seine Chance, den Richter und seinen Assistenten zu töten. Auch die Bettlerin muss er umbringen, da er glaubt, dass sie Verdacht geschöpft hat. Doch nachdem er das getan hat wird ihm klar, wer die Bettlerin ist: Seine eigene Frau Lucy, die doch nicht tot ist. Blind vor Wut darüber, dass Mrs.Lovett ihn angelogen hat schiebt Todd sie in den riesigen Ofen und tötet sie so. Der Gehilfe im Pie-Laden, Tobias, rächt die Frau jedoch, in dem er Todd ebenfalls in den Ofen schiebt. Nach diesem grausamen Gemetzel erscheinen Johanna und Anthony mit der Polizei, doch sie kommen zu spät.

Obwohl Sweeney Todd sehr grausam klingt ist es ein überaus amüsantes Stück. Mit sehr lustigen, wilden Liedern, gibt es keine stille Minute und man wird sofort mitgerissen. Auch das Bühnenbild in vielen Inszenierungen überwältigt mit einem riesen Barbiersstuhl mitten auf der Bühne. Obwohl dieses Stück nicht zu den bekanntesten Musicals gehört, wird das Stephen Sondheim-Werk von Kritikern bejubelt.

Sweeney Todd wurde 1979 in New York und 1980 in London uraufgeführt. Zur Zeit spielt das Stück nur am Broadway; an einer Neuinszenierung in London wird derzeit gearbeitet, in Deutschland lief Sweeney Todd bis zum Sommer 2005 mit großem Erfolg an der Komischen Oper Berlin.

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