Der Fall "Heulende Hütte" / Gerichtsreport Teil 5

veröffentlicht am 26.04.2007

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Die Richterin schlug mit dem Hammer und die Anwesenden setzten sich wieder.
Sie blickte zum Tisch der Angeklagten, an dem nur noch zwei der ursprünglich drei Angeklagten saßen. Die beiden Angeklagten sahen besorgt aus.
„Herr Lenßen, wie geht es ihrem Mandanten?“ fragte die Richterin.
„Es geht ihm noch immer nicht besser. Ich fürchte er kann den Rest der Verhandlung nicht mehr verfolgen.“
„Das ist bedauerlich. Nun, ich denke sie werden ihn so gut es geht vertreten. Wir setzen also mit der Vernehmung des Geschädigten fort.“ Sie sah zu Severus Snape. „Sie waren an dem Moment stehen geblieben …“ Sie sah zu der Gerichtsschreiberin. „Verlesen sie noch einmal Herrn Snapes letzten Satz!“
Die blonde junge Frau strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und scrollte an ihrem Bildschirm. „Ich habe also den Weg deutlich sehen können. Bin durch einen Tunnel gelaufen, der direkt zu dieser Hütte führt. Black hatte mir den Weg genau beschrieben. Als ich schließlich in der Hütte ankam, hörte ich ein furchtbares Stöhnen und Heulen, als hätte jemand Schmerzen.“ verlas sie.
„Gut. Bitte Herr Snape, fahren sie fort.“
Snape nickte.
„Die Geräusche kamen aus der ersten Etage. Ich bin also hinauf, um zu sehen, ob ich jemanden helfen kann!“
„Quatsch!“ unterbrach ihn Black. „Du hast doch gewusst, dass Remus dort war!“
„Habe ich?“ fragte Snape. „Kann mich nicht erinnern.“
„Du!“ fauchte Black und brachte es nur mit Mühe fertig sitzen zu bleiben.
„Herr Snape! Herr Black, unterbrechen sie den Zeugen nicht dauernd! Fahren sie fort und fühlen sie sich nicht dazu veranlasst ihm zu antworten!“
„Natürlich nicht.“ presste Snape zwischen seinen Zähnen hervor, richtete sich schließlich auf und zwang sich zu einem Lächeln.
Das misslang ihm auf schauderhafte Weise.
Barbara Salesch zuckte zurück.
In Snapes Gesicht fielen dunkle Schatten, als krochen sie aus seiner Haut heraus und in seinen Augen funkelten fremdartig, bedrohliche Lichter, als stände er kurz vor einer Explosion.
„Was auch immer Black glaubt mir mitgeteilt zu haben oder was auch immer ich wissen sollte, es ist tatsächlich wahr, dass ich Remus Lupin in einem schäbigen, alten Zimmer im ersten Stock fand. Er lag am Boden und hatte offenbar Krämpfe.“ Die Lichter in Snapes Augen erloschen und Furcht lag nun darin. „Ich weiß nicht wie…war plötzlich ein Werwolf.“
„Eine Droge, die man ihnen verabreichte, erzeugte Wahnvorstellungen. Das hat eine Untersuchung festgestellt. Richtig?“ hakte Kirkidaze nach. „Die Untersuchungsergebnisse liegen dem Gericht bereits vor.“
Barbara Salesch nickte und nahm das Schreiben zur Hand. „Mit ihrer Zustimmung verlese ich die Untersuchungsergebnisse eines Londoner Hospitals.“
„Ja, lesen sie nur.“ sagte Snape sehr leise.
„Nach einer Untersuchung im besagten Hospital vom 21. März letzten Jahres ergab, dass in ihrem Blut halluzinogene Stoffe gefunden wurden, die zu starken Wahnvorstellungen führen können. Weiter wurden unzählige Biss- und Rissverletzungen festgestellt, an denen die DNA des Angeklagten Remus John Lupin nachgewiesen werden konnten. Die Schnittverletzungen konnte man sich nicht erklären. Sie waren, diesem Bericht zu folge, eingebrannt worden. Wie das, Herr Snape? Was hat Herr Lupin getan, um ihnen solche Verletzung zuzufügen?“
„Ich habe versucht Remus Lupin zu helfen. Dabei ist er plötzlich auf mich losgegangen und hat mich gebissen und geschlagen. Natürlich habe ich mich dagegen gewehrt. Plötzlich war Black bei uns. Ich verspürte starke Schmerzen und wurde nun auch von Black attackiert. Er rief, dass ich jetzt meine gerechte Strafe dafür bekäme, dass ich meine lange Nase immer in Sachen stecke, die mich nichts angingen!“ Blankes Entsetzen stand in Snapes Gesicht. Sein Arm fuhr nach rechts und er zeigte auf Black. „Er wusste von Lupins Zustand und hatte mich nicht gewarnt! Er wusste, dass Lupin zuweilen hässlich werden kann, wenn er in diesem Zustand ist und er nahm es vollkommen in Kauf, dass mich Lupin dabei auch töten könnte! Nein, töten würde! Black wollte meinen Tod!“
„Richtig.“ sagte Black.
Ein Schaudern fuhr durch das Publikum.
Blacks Anwältin sah ihren Mandanten warnend ins Gesicht. Doch konnte sie jetzt unmöglich noch etwas für ihn herausreißen.
„Na endlich! Wollen sie also endlich zugeben, Herr Black, dass sie Drahtzieher dieses Mordkomplotts waren? Was hat ihr Freund Potter dabei für eine Rolle gespielt?“ rief der Staatsanwalt erfreut.
Tobias Snape applaudierte.
Sirius Black nickte stumm. Das endgültige Geständnis blieb aus.
„Was ist geschehen, nachdem sich Herr Black ebenfalls auf sie stürzte?“ fragte Barbara Salesch schließlich in sehr geschäftsmäßigem Ton.
Severus Snape leckte sich wieder die Lippen. Langsam wich die Furcht aus seinem Gesicht. „James POTTER…“ Den Hinternamen sprach er mit bedacht scharf aus. „…mischte sich plötzlich in das Geschehen ein. Für den ersten Moment glaubte ich, dass er Black und Lupin beistehen wollte. Schließlich sind sie doch so gute Freunde. Aber weit gefehlt. Er hat Black zugerufen er solle verschwinden. Der wollte mich aber nicht loslassen. Sie müssen wissen, in der ganzen Zeit war LUPIN auch noch auf mich aus und hat versucht mich zu zerfleischen. Als…“ Ihm schauderte es. „Werwolf!“
Einige im Publikum lachten böse.
Snape fuhr herum und funkelte die Leute an. „Das ist nicht WITZIG!“ brüllte er.
„Ähm, ja, Herr Snape! Schildern sie weiter.“ forderte die Richterin ihn erneut auf.
„Black hielt mich weiterhin fest, damit Lupin seinen Wahn fortsetzen konnte.“ fuhr Snape fort. „Aber Potter zerrte nun an meinem Arm und riss mich aus Lupins Umklammerung. Weiß nicht, wie er das geschafft hat.“
„Moment, dann ist mein Dab…ähm Mandant eigentlich ihr Retter gewesen?“ fragte plötzlich Arthur Weasley.
„Richtig.“ Snape nickte. „Ihn hat wohl das schlechte Gewissen heimgesucht. Typisch POTTER!“ fügte er hinzu.
James Potter seufzte. „Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich nicht wusste, was Sirius…“ er biss sich auf die Zunge und sah entschuldigend zu Black. Der zuckte mit den Schultern. „Schon okay, Krone. Soll er es doch wissen, dass ich das allein geplant habe und du nichts damit zu tun hattest.“
„Na, na, na…“ warf Kirkidaze ein und hustete. „Ganz richtig ist das wohl auch nicht, Herr Black.“
„Bitte? Ich verstehe nicht.“ räumte Sirius Black höflich ein.
Mittlerweile saß sein Haar nicht mehr so locker und sein hübsches Gesicht war durch eine beunruhigende Grimasse zerstört.
Kirkidaze sah die Schuld in seinen Augen glimmen und freute sich diebisch.
„Ich komme gleich darauf zu sprechen.“ sagte der Staatsanwalt.
„Das haben sie, mit Verlaub, schon vorhin gesagt.“ entgegnete Black.
„Ja, das habe ich. Doch sie werden schon noch verstehen. Ich denke, wir sollten erst den Ausführungen des Zeugen folgen.“ Kirkidaze wandte sich an Severus Snape. „Wie war das noch? Herr Potter hat Herrn Black schließlich schlagen müssen, um sie von ihm zu befreien?“
„Ja.“ antwortete Snape. „Sie haben sich erst angebrüllt, den genauen Wortlaut kann ich beim besten Willen nicht mehr wiedergeben, da ich an besagten Abend schwer mit anderen Dingen beschäftig war.“
„Ja, mit Stupor und Crucio, richtig?!“ fluchte Black. Sein Gesicht verzog sich abscheulich, als er das sagte.
Zum Glück war sein Fanclub nicht mehr anwesend, um das zu sehen.
„Ich würde mich niemals auf solche Methoden einlassen. Das ist dann doch eher dein und Potters Vorgehen, nicht? Da gibt es eine Menge Leute, die das bezeugen könnten.“
„Lucius Malfoy, nehme ich an?“ spöttelte Black.
„In der Tat. Eine Familie, die dir sicherlich bekannt sein sollte. Aber du hast dich ja entschlossen mit Blutsverrätern und Schlammblütern herumzuhängen!“ Das war fies. Die Salesch konnte das deutlich spüren, auch wenn sie nicht wusste, was diese Andeutungen zu bedeuten hatten.
Potter sprang auf. Doch traf ihn irgendetwas, denn er ging in die Knie und japste nach Luft. „Verzeihen sie, Frau Salesch, aber das war mein Fehler! Ich werde Mister Potter, ich meine meinen Mandanten, disziplinieren.“ rief Arthur Weasley und zog James Potter auf seinen Platz zurück.
„Ähm, ja.“ sagte Barbara Salesch irritiert.
Snape grinste. „Nach dem Streit zwischen Potter und Black, schlug Potter seinem Freund ins Gesicht. Das verblüffte diesen so sehr, mich im Übrigen ebenso, dass er mich losließ und Potter mich zum Ausgang schob, mit den Worten ich soll fliehen, bevor er die marode Tür hinter mir zuschlug und Black und Potter wer weiß was mit Lupin anstellten. Die Schreie waren nicht nach meinem Geschmack.
Auf dem Weg nach draußen begegnete mir dann Wurm…, ich meine Mister Pettigrew. Er sah mich und ist dann in die entgegengesetzte Richtung davon gelaufen. Mir war das, ganz im Vertrauen, völlig egal. Ich wollte nur noch zurück ins Internat.
Tja, und am nächsten Tag…“ Severus sah seinen Vater ärgerlich an. „…meldete mein Vater diesen Vorfall bei der Polizei. Ich selbst hätte das nicht getan, denn mir fehlte ja nichts. Aber mein lieber Vater meinte, es sei besser, wenn Potter, Black und Lupin eine Abreibung bekämen. Darin versteht sich mein ehrenwerter Vater sehr gut.“ Ein gehässiges Grinsen umspielte daraufhin Tobias Snapes Lippen. Offensichtlich schmeichelte ihm die Aussage seines Sohnes.
Nach dieser Aussage erhob sich Snape, aufgefordert durch die Richterin, und nahm auf einen Stuhl hinter dem Tischchen platz. Von dort aus beobachtete er die Anwesenden.
Herr Kirkidaze lächelte.
„Ich denke wir sollten den Zeugen Peter Pettigrew zu der Sache hören.“
„Was zum Teufel soll Peter schon zu sagen haben!“ rief Black. „Er war an dem Abend gar nicht mit in der Hütte!“
„Warten sie es ab, Herr Black.“ erwiderte der Staatsanwalt, während sich die Tür öffnete und der scheue, sich ständig duckende junge Peter Pettigrew den Gerichtssaal betrat.
Er schlurfte zum Tisch und ließ sich hektisch auf den Stuhl fallen.
Seine Beine waren so kurz, dass sie in der Luft baumelten, als er schließlich saß.
„Herr Pettigrew, ich habe sie und die anderen Zeugen bereits belehrt. Ich muss sie dennoch fürs Protokoll zu ihren Personalien befragen.“ erklärte die Richterin. „Ihr Name ist Peter Pettigrew, sie sind 18 Jahre alt und leben in Bristol. Ist das richtig?“
„Ja, das ist vollkommen richtig, Frau Vorsitzende.“ stammelte der Zeuge und zappelte unruhig auf seinem Platz hin und her, als würde er lieber woandershin, als hier zu sitzen.
„Sie haben vor mehr als einem Jahr bei der Polizei ausgesagt, dass sie Zeuge der Unterhaltung mit Herrn Black und Herrn Snape gewesen waren. Entspricht das den Tatsachen?“
Peter nickte. „Ja, ich war mit Sirius in der großen Halle, und wir haben dort unser Mittagessen zu uns genommen. Wir warteten noch auf Remus, doch der war nicht so gut drauf an dem Tag, da er in der Nacht kaum richtig schlafen konnte. Sie müssen wissen, er hat da so ein Problem.“
Severus Snapes Lachen ließ Peter Pettigrew zusammenfahren. Doch er ließ sich dadurch nicht von seiner Aussage abbringen.
„Wir wissen von dem Schlafwandeln des Herrn Lupin.“ sagte die Richterin.“
„Gut. Gut.“ stotterte er und strich sich nervös durch die kurzen Haare. In ein paar Jahren, das konnte man bereits jetzt erkennen, würde er eine gewaltige Halbglatze sein eigen nennen.
„Lupin war noch nicht da, da setzte sich plötzlich Severus Snape an unseren Tisch. Direkt neben Sirius. Sein Freund Malfoy hat ihn daraufhin ausgelacht und gemeint, er solle uns Nieten in Ruhe lassen, sonst wäre er, also Snape, wohl nicht im richtigen Haus. Das war irgendwie merkwürdig.“
„Wieso war das merkwürdig, Herr Pettigrew?“ fragte Herr Kirkidaze.
„Weil Malfoy und Snape sonst immer zusammenhingen wie Kletten. Beinahe…“ Pettigrew lachte quiekend. „…wie Sirius und James.“ Daraufhin blickte Peter beklommen zu den beiden Angeklagten.
„Was hat Severus Snape zu Herrn Black gesagt, als er sich zu ihnen gesetzt hatte?“ wollte Herr Lenßen wissen. Der Blick des Anwalts war streng auf Pettigrew gerichtet.
Pettigrew sah weg und auf seine Hände, die er ununterbrochen knetete.
„Er sagte, das weiß ich noch ganz genau, dass er letzte Nacht Remus im Schulgelände herumlaufen sah und wollte uns warnen, dass wir doch besser auf ihn Acht geben sollten, bevor ihm noch etwas passiert. Genauer gesagt, Snape meinte er hätte im Unterricht gut aufgepasst und die Zeichen erkannt. Ich denke, das hat er so gesagt.“
„Was meinen sie damit? Welcher Unterricht?“
Sirius Black räusperte sich. Peter Pettigrew sah ihn daraufhin an und meinte ein Kopfschütteln und einen warnenden Blick zu sehen.
Peter Pettigrew wurde deutlich blasser und nervöser. „Biologie, natürlich.“ antwortete Pettigrew schrill.
„Was hat Herr Snape noch gesagt?“ mischte sich Herr Kirkidaze wieder ein.
„Nichts weiter. Er hat uns nur gewarnt. Eigentlich hat er mehr mit Sirius gesprochen. Mich übersehen die Meisten.“
„Nicht alle, will ich meinen.“ knurrte Severus Snape hinter ihm.
Pettigrew wandte sich zu ihm um. „Natürlich nicht!“ entgegnete er nun heftig und zitterte mit einem Mal am ganzen Leib. „Snape warnte Sirius, und Sirius fuhr völlig aus der Haut. Er hat Snape gedroht ihm schlimmere Dinge anzutun, als Remus passieren könnten, wenn er nicht sofort Land gewinnt. Doch Severus Snape hat das nicht beeindruckt. Er ist schon immer so ein komischer, düsterer Einzelgänger gewesen. Snape ist aufgestanden und hat Sirius gesagt, dass es den Hauslehrer von Gryffindor bestimmt interessiert, welche Schüler sich denn nachts herumtreiben. Er meinte, das wären ihm für Slytherin einige Punkte Abzug wert zu sehen, wie wir uns da wieder rauszuwinden versuchen. Daraufhin hat Sirius ihn zurückgerufen, und Snape hat sich wieder gesetzt.
Er erzählte ihm, dass Remus in der Nacht immer in die „Heulende Hütte“ ginge. Das wäre ihr geheimes Versteck. Wenn Snape genaueres darüber erfahren möchte, dann solle er in der Nacht zur Hütte kommen. Er, also Black, würde ihm zeigen was sie da täten. Snape fand das wohl irgendwie verlockend und hat sofort zugesagt.
Ich hab Sirius angefleht, das wieder rückgängig zu machen. Nicht auszumalen, was Remus mit ihm anstellt, wenn er plötzlich in der Hütte auftaucht. Aber Sirius hat nur gelacht. Ich soll mir nicht ins Hemd machen und den Mund halten. Sonst würde es mir schlecht ergehen!“
„Peter!“ rief Black entsetzt. „Wir sind Freunde! Du weißt, dass ich dir nichts tun würde.“
„Ich bin mir da nicht so sicher.“ flüsterte Severus Snape.
Peter nickte.
„Sag mal, …“ sagte James Potter. „…steckst du neuerdings mit Schniefelus unter einer Decke?“
„Nenn mich nicht Schniefelus!“ peitschte Snapes Stimme durch den Gerichtssaal.
„200 € Ordnungsgeld, ersatzweise drei Tage Ordnungshaft, Herr Potter. Wir können das immer so weitermachen, junger Mann!“ polterte die Stimme der Salesch.
Dann lächelte sie und sah zu Pettigrew. „Wie hat Herr Lupin reagiert, als er von Herrn Blacks Plan erfuhr?“
„Remus und James haben davon nichts gewusst. Ich habe nichts gesagt und Sirius hat auch kein Wort darüber verloren. Ich konnte deshalb nicht schlafen und habe in der Nacht James geweckt und ihm von Sirius\' Plan erzählt. Er ist ohne zu zögern los, um Snape aufzuhalten. Doch leider kam er wohl zu spät.
Ich sollte am Tunneleingang bleiben und sofort Alarm schlagen, wenn sich jemand nähert. Doch als nach einer Stunde immer noch niemand gekommen war, habe ich nachgesehen. Da ist mir Snape entgegen gekommen. Er sah zum Fürchten aus. Voller Blut und er hinkte. Ich hatte Angst und bin weggelaufen.
James, Remus und Sirius sind erst am Morgen zurück in den Schlafsaal gekommen. Ich weiß nicht warum. Aber sie sahen alle genauso blutig und verquollen wie Snape aus. Selbst Remus.“ Pettigrew schauderte es.
„Wollte Sirius Black den Tod des Geschädigten?“ fragte der Staatsanwalt.
Pettigrew schwieg.
„Herr Pettigrew!“
„Ich weiß es nicht.“ antwortete der Zeuge unsicher.
„Herr Staatsanwalt, ich glaube nicht, dass sie von dem Zeugen eine klare Antwort bekommen werden.“ sagte die Anwältin Blacks. „Herr Pettigrew hat, denke ich, alles gesagt.“
„Ja, das finde ich auch.“ sagte die Richterin. „Machen wir also mit der Zeugin Evans weiter.“
James Potter sah überrascht auf. „Lily?“ flüsterte er Arthur Weasley zu. Der blätterte in den Unterlagen, die er vor sich liegen hatte und nickte schließlich.
Die Tür ging auf, während sich Peter Pettigrew ans andere Ende der Stuhlreihe setzte, um nicht neben Severus Snape Platz zu nehmen.
Eine junge Frau kam in den Gerichtssaal. Sie trug ein schlichtes, dunkelgrünes Kleid. Ihr langes, dunkelrotes Haar fiel ihr schwer über die Schultern.
Viele Männerblicke folgten ihr, als sie sich auf den Stuhl zubewegte.
Doch sie ignorierte sie alle, außer den Blick James Potters. Sie lächelte ihm zu, als sie sich setzte.
Sirius Black beachtete sie nicht.
„Frau Evans.“ Die Richterin lächelte die junge Frau freundlich an. „Auch sie habe ich bereits zu Beginn der Verhandlung belehrt und befrage sie nun zu ihren Personalien.“ Das Mädchen nickte.
„Fein. Ihr Name ist Lily Evans. Sie sind 16 Jahre alt und Schülerin. Sie leben bei ihren Eltern in Blackpool.“
Lily Evans nickte.
„Sie sind die Freundin des Angeklagten James Potter, richtig?“ fragte die Richterin.
Lilys Blick huschte zu James, dann erst nickte sie. “Ja, allerdings noch nicht all zu lange.“ Sie runzelte ihre Stirn. „Bin mir nicht einmal mehr sicher, ob ich das noch will.“
James Potter senkte den Blick und seufzte wieder.
Severus Snape lachte erneut.

Leserbriefe


Tagesprophet © Version 2.0 2009 by Vivianne