Technisch perfekte Animation? Zauberkunst in der Muggelwelt

veröffentlicht am 08.03.2008

geschrieben von Eo-Lahallia(Ravenclaw)

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Wahrhaftig eine technisch perfekte Animation – so dachte zumindest die 71-jährige Mrs. G. aus Colchester. Die betagte Muggeldame hatte das Bildnis einer Zauberer-Geburtstagsfeier auf einem Flohmarkt erworben. Die familiäre Atmosphäre habe sie sehr an ihre Kindheit erinnert. Besonders fasziniert war sie von dem Spiel der Kinder, die offenbar ein kleines Feuerwerk machen. Tatsächlich hatte sich ein Kind aber einen Zauberstab geklaut und produzierte damit unentwegt Funken. Zum Glück fielen Mrs. G. die Hauselfen nicht auf. Aber da diese ohnehin die Aufgabe haben, am besten nicht bemerkt zu werden, waren sie auch auf dem Bild gut versteckt. Jedenfalls machte Mrs. G. sich keine Gedanken über die erstaunliche Lebendigkeit des Bildes. Sie vermutete dahinter einen Geniestreich der Muggeltechnik, die man Animation nennt. Damit können auch Bilder dazu gebracht werden, sich zu bewegen, obgleich diese keine Individualität entwickeln.

Glücklicherweise kam Mrs. G. nicht mehr dazu, ihren Bekannten von ihrem Glücksgriff vom Flohmarkt zu erzählen. Der Verkäufer meldete sich selbst beim Zaubereiministerium. Er habe das Bild aus Versehen mit auf den Flohmarkt gebracht und beim Verkauf den Fehler durch Unachtsamkeit nicht bemerkt. Nach einer langwierigen Vernehmung wurde er wieder freigelassen, da man keine Gründe für ein absichtliches Handeln fand und das Bild weder Verwünschungen ausstieß, noch sonst irgendwie schadhaft war. Vielleicht sollte es auch ein Scherz sein, der durch ein schlechtes Gewissen beendet wurde. Die alte Dame konnte zum Glück, dank einer Beschreibung des Verkäufers, ausfindig gemacht werden. Es blieb den Mitarbeitern des Ministeriums nichts anderes übrig, als ihr Gedächtnis zu verändern. Zudem wurde sie finanziell für den Kauf entschädigt.
Ein Mitarbeiter äußerte sich kritisch zu dem Versehen. „Es mag an mangelnder Vorsicht liegen oder, was hier ausgeschlossen wurde, bösem Willen, aber beides kann das Verhältnis zwischen Zauberern und Muggeln gefährden.“

Ganz im Gegensatz dazu, fand der Fall auch Begeisterung. C. Lilfield, bekannter freischaffender Künstler der Zauberwelt, sieht darin eine große Chance. „Es zeigt, dass Muggel durchaus auch Sinn für die Kunst der Zauberwelt haben. Ob sie es nun als Magie oder Technik bezeichnen, sie schätzen es. Daraus könnte sich ein völlig neuer Wirtschaftszweig entwickeln.“

Diese Idee wird jedoch vom Ministerium eindeutig abgelehnt und bei jedem Versuch zur Umsetzung sofort unterbunden werden. Eine herbe Enttäuschung für alle, die schon ihre Zukunft im Bereich der Verbreitung von magischer Kunst in der Muggelwelt gesehen haben. Wir bereichern uns immerhin auch in manchen Gebieten am Wissen der Muggel. Warum sollten diese das nicht auch dürfen, solange ihnen der Hintergrund verborgen bleibt?

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