Zaubereiministerium strebt Schulreform an

veröffentlicht am 12.02.2021

geschrieben von Artemis(Ravenclaw)

Ausgabe Nummer 163 >> Neues aus der Zauberwelt >>

Bereits seit über tausend Jahren besteht die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei und ebenso lange agiert sie völlig unabhängig in der Ausbildung junger Hexen und Zauberer. Doch damit könnte es schon bald vorbei sein, wenn es nach den Wünschen des Zaubereiministeriums geht. Der Ruf der Schule ist natürlich international angesehen und die Ausbildung in den Fachbereichen der Magie eine der besten der Welt. In einigen anderen Bereichen fällt sie dagegen jedoch ausgesprochen mies aus, um nicht zu sagen, dass sie schlichtweg nicht vorhanden ist. Die Rede ist natürlich von den allgemeinen, gesellschaftlichen Bildungsgebieten, wie den Sprachen oder der Politik. Hier sieht das Zaubereiministerium dringenden Nachholbedarf und hat dazu eigens das „Komitee für nicht-magische Bildung“ ins Leben gerufen.


Die meisten Kinder aus magischen Familien werden vor der Aufnahme in Hogwarts ausschließlich zu Hause unterrichtet und selbstverständlich werden Lesen, Schreiben und die Grundzüge einfacher Mathematik beigebracht. Dies reicht jedoch kaum für einen höheren Bildungsgrad aus und ist zudem stark von den Eltern abhängig. Vergleicht man das mit der Bildung der Muggel, sind diese uns dort tatsächlich um einiges voraus. Schüler aus Muggelfamilien schneiden bei theoretischen und verständnisorientierten Aufgabenstellungen aus diesem Grund meist deutlich besser ab, wie eine neue Studie des Institutes für Muggelforschung der Waffling-Akademie für magische Theorien belegt. Entscheidend seien dort zum einen die ersten Schuljahre, welche bereits in jungen Jahren ein gutes Fundament an Basiswissen liefern, aber auch die weitere Vertiefung und der Aufbau darauf später, alles vermittelt durch kompetentes und voll ausgebildetes Lehrpersonal. "Wie bitte?! Sollen wir uns in der Erziehung unserer Kinder nun etwa an den Muggeln orientieren? Das ist doch einfach nur unerhört!", erbost sich dazu ein ehemals prominentes Mitglied des Schulrates (weitere Kommentare dazu mussten von unserer Redaktion gestrichen werden). Doch mit der generellen Ablehnung einer Einmischung von Seiten des Zaubereiministeriums steht er bei weitem nicht alleine da. Bereits 1995 hatte das Ministerium mittels verschiedener Ausbildungserlasse und der neuen Stelle einer Großinquisitorin versucht, Einfluss auf die Bildungspolitik von Hogwarts zu nehmen. Das Endresultat fiel mehr als kläglich aus und so wurden die Änderungen im folgenden Jahr bereits wieder rückgängig gemacht.


Allerdings geht es hier weniger um die Kontrolle, wie unsere Kinder ausgebildet werden, sondern darum, dass sie auch über den Tellerrand der Magie hinausblicken. Gerade im Hinblick auf die Stärkung der Verbindung zur Zauberergemeinschaft anderer Länder ist die Kenntnis weiterer Sprachen fast unverzichtbar, zumal die meisten Übersetzungszauber immer noch ein Grundverständnis der Zielsprache erfordern. Ganz allgemein gesehen bildet Sprache einen wichtigen Grundstein für die Anwendung von Zaubersprüchen. Auch von Lehrerseite regt sich mittlerweile Unterstützung: "Die Rechtschreibung und Grammatik in einigen Hausaufgaben ist einfach katastrophal! Da hilft auch nicht mehr die Verwendung von selbstkorrigierender Tinte."


Wie soll man die Intention eines Zaubers richtig begreifen und anwenden können, wenn man ihn nicht korrekt aufschreiben, geschweige denn verstehen kann, welchen Ursprung die Formel an sich hat? Eine Statistik des Unfall-Umkehrkommandos, durchgeführt über einen Zeitraum von fünf Jahren, zeigt, dass die meisten Unfälle durch falsches Verständnis und damit oft fehlerhaftes Aussprechen von Zaubersprüchen entstehen. Weit weniger relevant ist dagegen die Anwendung falscher Zauber in einer Situation. Dass ein generelles Grundverständnis für Sprache in der Zauberei fehlt, spiegelt sich ebenfalls in der Erfindung neuer Zaubersprüche wider, welche in den letzten Jahrzehnten drastisch zurück gegangen ist.
Doch nicht nur die Zaubersprüche sind betroffen. Gringotts klagt vermehrt über Bewerbermangel aufgrund fehlender Arithmantik-Kenntnisse. Als Wahlfach scheuen sich immer mehr Schüler davor, dieses zu belegen, da sie den mathematischen Ansprüchen, die dieses Fach stellt, nicht gewachsen sind.
Welche Reformen das Zaubereiministerium dazu nun im Einzelnen anstrebt, bleibt abzuwarten. Aber ein wenig mehr Bildung hat sicherlich noch niemandem geschadet.

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