Warum der Niffler kein Accessoire für die Damenwelt ist

veröffentlicht am 10.01.2018

geschrieben von Sahira Tania Arabella Rose(Gryffindor)
Bilder von Sahira Tania Arabella Rose(Gryffindor)

Archiv >> Ausgabe Nummer 146 >> Klatsch und Tratsch >>

Jüngst beobachtete unser Tagespropheten-Reporter eine neue Kuriosität, die gar nicht gut ist und Magizoologen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt.

Handtaschen sind nicht nur bei Muggelfrauen beliebt, sondern erfreuen sich auch unter Hexen ihrer Beliebtheit. Sie sind groß, lassen sich leicht über eine Schulter hängen und bieten viel Stauraum für die unterschiedlichsten Dinge. Es gibt zwar auch kleine Modelle, jedoch dienen diese nur als Accessoire zu schicker Kleidung. Nun fanden sich neulich in einer der größeren Handtaschen nicht nur Geldbeutel, Taschentücher, Erste-Hilfe-Trankfläschlein, Handpflegedöschen oder allerlei anderes bei Hexen beliebtes Utensil wieder. Unser Reporter bestätigte einen sensationellen, aber gar geschmacklosen Fund: „Ich war auf dem Weg von einem Interview zum nächsten in einer kleinen Boutique, da lugte aus einer Handtasche ein schwarzes, felliges Etwas mit kleinen, aber scharfen Krallen heraus. Ohne erst Mr Scamanders meisterhaftes Lexikon aufschlagen zu müssen, wusste ich gleich, dass es sich um einen Niffler handelte!“ Tatsächlich ist bekannt, dass Newt Scamander einst auf seiner Entdeckungsreise einen Koffer mit magischen Wesen mit sich führte und in diesem auch ein Niffler lebte. Allerdings diente dies damals zum Schutz der magischen Wesen vor den Vorurteilen der magischen Welt.

Nun waren die Absichten der Hexe dieser Handtasche jedoch weniger ehrenhaft. Der Rausch des Nifflers nach allem Glitzernden in seinem Umfeld schien ihr zwar bewusst zu sein, denn der Niffler badete förmlich im Glamour: unzählige Ketten, einige Ringe, drei Uhren und ein Geldbeutelchen. Das Geldbeutelchen war zwar verschlossen, sodass er nicht an die Münzen kam. Jedoch hingen ein paar von den Ketten um seinen Hals und die größte Uhr baumelte etwas zu groß um seinen rechten Arm, der sonst zum Graben diente. Unser Reporter kam mit der Besitzerin der Handtasche ins Gespräch und musste nicht lange um eine Antwort bitten. Sie gab bereitwillig preis, dass der Niffler eine Art Diebstahlschutz für ihren teuren Schmuck und das Geld war. „Sie muss wohl durch Erbschaften schwerreich geworden sein“, kommentierte unser Reporter nur kurz die Fülle an Wertsachen.

Jedenfalls nutzte die Hexe das sonst für jeden Halter sehr anstrengende Wesen, um ihren Schmuck beim Ausführen vor Langfingern zu schützen. Es war deutlich zu beobachten, dass der Niffler sich stark an den Schmuck klammerte und bei Annäherung an die Handtasche sogar seine Zähne fletschte. „Dieses Verhalten ist im normalen Umgang mit einem Niffler nicht zu beobachten. Nur bei jungen Weibchen kann dies bei ihrem ersten Wurf durchaus vorkommen“, sagte ein Magizoologe, der lieber anonym gegenüber dem Tagespropheten bleiben wollte, unserem Reporter. Auf unsere Frage, ob es sein könnte, dass der Niffler in der Handtasche den Schmuck als seinen Nachwuchs ansieht, antwortete der Magizoologe ganz entschieden mit: „Nein, ganz sicher nicht. Vielmehr handelt es sich ihrer Beschreibung nach um einen männlichen Niffler, der wohl eher seinen Schatz hortet, um Weibchen damit zu imponieren.“ Abschließend hat unser Experte noch einen Rat für uns: Das Verhalten eines Nifflers soll genau beobachtet werden, denn Niffler können enormen Schaden anrichten. Es sollen schon Gebäude durch ihre eifrigen Grabungen eingestürzt sein. Der Experte hält es zudem für die beste Idee, den Niffler aus der Handtasche zu verbannen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Besitzerin von der Handtasche und dem Niffler zur Einsicht kommt und beides voneinander strikt trennt. Andernfalls könnte dieses Verhalten von weiteren Damen nachgeahmt und zu einer neuen, wenn gleich nicht sehr guten Modewelle werden.

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