Korruptionsskandel in der Quidditch-Liga?

veröffentlicht am 15.07.2016

geschrieben von Artemis(Ravenclaw)

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Korruption und Skandale, das sind Wörter, die man zur Genüge in den Klatschblättern und der Politik findet. Man wird hellhörig, kann darüber in guter, alter Schadenfreude schmunzeln oder entnervt aufstöhnen. Doch jeden Quidditch-Liebhaber wird dieses Thema wohl einer Banshee gleich aufschreien lassen.

Bereits Mitte der 90er Jahre gab es Unruhen um die Abteilung für magische Spiel- und Sportarten: Bertha Jorkins, eine damalige Mitarbeiterin, verschwand unter mysteriösen Umständen und es stellte sich später heraus, dass sie sogar von Sie-wissen-schon-wem ermordet wurde. Gleichzeitig rankten sich unansehnliche Gerüchte um den Leiter der Abteilung, Ludovic Bagman, den ehemaligen Spitzen-Treiber der Wimburner Wespen und englischen Nationalmannschaft. Er soll sich während der damaligen Quidditch-Weltmeisterschaft in unlautere Wettgeschäfte mit einer Gruppe heimtückischer Kobolde verstrickt haben. Seit dem trimagischen Turnier in Hogwarts im selben Jahr fehlt von Bagman jedoch weiterhin jede Spur und die damals angestrengten Ermittlungen verliefen schließlich im Sande.

So beunruhigend diese Vorfälle auch damals waren, hielten sie sich doch in Grenzen. Wohingegen die jüngsten Vorkommnisse sehr viel größere Ausmaße anzunehmen scheinen. Zunächst wurde der überraschende Sieg der Kenmare Kestrels gegen die favorisierten Montrose Magpies, welcher ausschlaggebend für deren Aufstieg in die höhere Liga war, als ein unglaublicher Glücksfalls gefeiert, wie auch schon der Sieg der Tutshill Tornados nach deren langer Niederlagenserie. Doch als dann weitere kleinere Mannschaften und Außenseiter immer wieder erstaunliche Siege gegen klare Favoriten heimholten, begannen die Fans des Sports sich zu fragen, ob denn noch wirklich alles mit rechten Dingen zu ginge. Anfangs noch gab es keine groben Auffälligkeiten, nur knappe Siege und vermeintliche Glücksfänge beim Schnatz. Schließlich jedoch wurden die Missstände im Spielverlauf immer offensichtlicher: einige Fouls waren gar zu auffällig, als dass ein Spieler ein solches Verhalten riskieren würde, während andere scheint’s einfach ignoriert wurden. „Ich hab genau gesehen wieder der Treiber von den verdammten Falken (Falmouth Falcons; Anm. der Redaktion) dem sein Holz in die Seite gerammt hat“, so ein aufgebrachter Fan der Ballycastle Bats. „Und der Schiri hat einfach dumm rumgestanden und hat nichts gemacht. Und das schimpft sich nun Fair-Play.“

Diese ungeheuerlichen Vorwürfe scheinen sich bereits durch die gesamte Liga zu ziehen und betreffen nicht nur einzelne Spieler, sondern wohl sogar die Schiedsrichter und, Gott bewahre, ganze Mannschaften. Doch wozu sollte man sich diese Mühe machen, unserem geliebten Sport derart die Fairness zu nehmen? Einzelne Vereine, wie die Kenmare Kestrels, mögen davon in geringem Maße zu profitieren, allerdings zeigt sich ansonsten kein klarer Gewinner dieser Situation. Sollten diese unglaublichen Vorfälle etwa im Zusammenhang mit unlauteren Wettgeschäften stehen? Geheimen Quellen zufolge ermittelt die Abteilung für magische Strafverfolgung zur Zeit im Milieu illegaler Wetten, doch ist noch unklar, ob davon auch die Quidditch-Liga betroffen ist. Der Leiter der Magische Strafverfolgungspatrouille, Alfred Hurst, konnte dies jedoch bis jetzt nicht bestätigen: „Wie befinden uns in mehreren laufenden Ermittlungen. Wenn diese abgeschlossen sind können wir genaueres bekanntgeben. Vorher halten Sie sich bitte mit Vermutungen zurück.“ Sicher ist allerdings, dass in illegalen Wetten viel Gold drinsteckt, wenn man weiß, es geschickt anzulegen.

Auf Nachfragen, was denn nun an diesen ungeheuerlichen Vorwürfen dran sei, verließ ein Sprecher der Abteilung für magische Spiel- und Sportarten nur verlauten „kein Kommentar!“. Allerdings räumte er bei mehrmaligem intensiven Nachhaken dann doch ein, dass eventuelle Missstände genauestens untersucht und allen Beschuldigungen nachgegangen würde.

Die großen Verlierer dabei, das sind eindeutig die Fans, die sich auf aufregende Spiele freuen, bei denen nicht schon vorher der Sieger durch Sickel und Galleonen bestimmt wurde.
Unserem hochgeschätzten Sport zu liebe hoffen wir natürlich alle, dass diese unangenehmen Angelegenheit die investigative Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen gebührt, und Verfehlungen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Natürlich werden wir vom Tagespropheten alles dafür tun, um die Wahrheit aufzudecken und Licht in das Dunkel der Hinterzimmerverhandlungen zu bringen.

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