Automaten überfluten die Zaubererschaft

veröffentlicht am 24.01.2011

geschrieben von Beverly(Gryffindor)
Bilder von Lily Star(Gryffindor)

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Uralte Muggelerfindung erobert unsere Welt

Die ersten Verkaufsautomaten wurden tatsächlich schon im 1. Jahrhundert nach Christus von einem Muggel erfunden, und heute sind sie aus deren Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Idee dieser Apparaturen ist simpel: man füttert sie mit Geld und erhält im Gegenzug einen Gegenstand oder auch eine Dienstleistung.
Anfang der neunziger Jahre wurden auch bei uns Magiern die ersten Verkaufsautomaten gebaut, jedoch nur in begrenzter Zahl und genutzt wurden diese kaum. Seit einigen Jahren nimmt deren Verbreitung stark zu. Auch unsere Gesellschaft wird immer schnelllebiger, und wir gewöhnen uns langsam daran, immer das zu bekommen was wir gerade haben wollen. Verkauft wird alles, was spontan gefällt oder dringend nach Ladenschluss benötigt werden könnte. Die großen Renner hierbei sind Süßigkeiten wie Schokofrösche und Bertie Botts Bohnen, Zaubertrankzutaten wie beispielsweise Aalaugen oder Wolfswurz, unser aller Lieblingsgetränke Butterbier und Kürbissaft, Besenpflegeprodukte, Einweg-Zauberstäbe, Zauberschachsets, Schreibfedern oder auch Erinnermichs. Es scheint nichts zu geben, was es nicht an einem Automaten gibt.

 

Automat mit vielen verschiedenen Produkten

 

Doch was könnte dieser Boom für Folgen nach sich ziehen? Ignatius Grünauge, Leiter des Amtes für die Überwachung des Produktverkehrs von Europäischen Zauberergütern, bestätigte Anfang dieses Jahres, dass die Einnahmen der hiesigen Einzelhändler seit dem Beginn des Automatenbooms stetig sinken. Jene Geschäfte, die sich in belebten Einkaufsstraßen befinden, bemerken noch nicht viel von der großen Automatenflut. Denn dort halten sich zur Öffnungszeit immer genügend zahlende Kunden auf. Doch vor allem einzelne Läden, die sich außerhalb der großen Zentren angesiedelt haben, verzeichnen beängstigende Umsatzeinbrüche. Denn die Verkaufsmaschinen befinden sich vor allem in Wohngebieten oder solchen Stadtteilen, mit wenigen Einzelhändlern direkt vor Ort. Den verzweifelten Kaufleuten bleiben meist nicht viele Möglichkeiten da mitzuhalten. „Entweder gehen wir mit den Preisen runter oder wir sind geliefert", berichtet Herold Eisenstadt, der in einem Berliner Wohngebiet einen kleinen Zaubertrankwarenladen betreibt. „Ich verstehe nicht, warum die Leute nur noch an die Automaten gehen. Früher ging es doch auch so. Außerdem erhalten die Kunden bei mir eine sehr gute und ehrliche Beratung und kostenlose Serviceleistungen. Und ein netter Plausch unter Nachbarn ist doch auch eine schöne Sache. Was ist nur aus unserer Gesellschaft geworden?"
Vor einigen Wochen wurde in Grünauges Abteilung eine Art Kriseninterventionsbüro für Einzelhändler eingerichtet. Hier erhalten betroffene Geschäftsleute individuelle Beratung durch Experten, die sich eingehend mit diesem Thema beschäftigen. Erste Ideen wurden bereits erfolgreich in die Tat umgesetzt. So verfügen viele Konkursgefährdete inzwischen über einen geschäftseigenen Automaten, der ihre Produkte auch in der Nacht den Kunden zugänglich macht.

An dieser Stelle sollte sich jeder von uns Gedanken machen, ob er tatsächlich noch nach Ladenöffnung dieses oder jenes Produkt benötigt, oder ob der Kauf nicht bis zum nächsten Morgen warten kann. Maschinen können eine Menge, doch das nette Lächeln der Buchhändlerin von nebenan oder den guten Rat unseres Zauberstabhändlers können sie nicht ersetzen.

 

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