Trick or Treat vs. Treat and Trick

veröffentlicht am 31.10.2009

geschrieben von Caxirta(Ravenclaw)
Bilder von Abraxas(Ravenclaw)

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In den letzten Jahren hat der Brauch der Muggel, verkleidet durch die Straßen zu gehen und um Süßigkeiten zu bitten, auch in der Zauberwelt Einzug gehalten.
Das betrifft vor allem die Familien, die versteckt zwischen den Muggeln leben, zum Beispiel mitten in London und sich angepasst haben, indem sie nach der Aufforderung „Trick or Treat“ händevoll Naschereien in die Körbe der Sammler geben.

Die Zauberkinder, die das Schulalter noch nicht erreicht haben und zu dieser Zeit mit ihren Eltern zu Hause sind, haben das natürlich gesehen und wollen ihrerseits an dem Spaß teilnehmen.
Das Zaubereiministerium hat nach den vermehrten Anfragen im Vorjahr den Sachverhalt genauestens geprüft und gab an, dass „Jeder gerne das Fest mit den Muggeln begehen kann, dabei aber die Auflagen zur Geheimhaltung der Zauberwelt weiterhin gelten“. Das heißt, dass man keine magischen Kostüme tragen darf und keinesfalls Süßigkeiten verteilen darf, die die Muggel gar nicht kennen und mitunter auch unerwünschte Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel die Nasenblutnougats von Weasleys Zauberhaften Zauberscherzen.
Diese Einschränkungen gelten natürlich nicht in reinen Zaubersiedlungen, wo dieser traditionelle Umzug jedoch noch keine große Beliebtheit erreicht hat.

Allerdings kommt es im Verlauf der Nacht immer wieder zu Komplikationen.
Viele als Vampire oder Hexen verkleidete Muggel halten sich nicht an ihren eigenen Spruch „Trick or Treat“, sondern führen so oder so ihre Streiche aus.
Eine ältere Dame aus Manchester berichtet, dass sie, trotz großzügiger Rumkugelspende, sofort zehn Eier an die Fenster geknallt bekommen hat. „Ich bin fürchterlich erschrocken, das ist mir ja noch nie passiert. Aber wenn es läutet, muss ich wieder die Tür öffnen gehen, wer weiß was sie machen, wenn ich ihnen gar nichts gebe.“
Stündlich fliegen Eulen mit ähnlichen Nachrichten ein. Egal ob man die Tür öffnet und Naschereien verteilt oder nicht, kurz darauf landen Eier, Tomaten und Kürbisbrei auf Fenstern und sogar Hauswänden. In einem Bericht aus Liverpool wurde ein Haus sogar von mehreren Rollen Toilettenpapier bedeckt, das mit einer Mischung aus alten Likören und Knoblauchsaft alles zuklebte.
„Es ist eine Frechheit das Hab und Gut anderer so zu verunstalten! Wir waren nicht einmal daheim als es passierte und jetzt das“, erzählt der Hausbesitzer aufgebracht.

Die Zunahme von Vandalismus an Halloween ist bei den Muggel ein immer größer werdendes und daher bekanntes Problem. Aber meistens kann es nicht verhindert werden. Es ist oft sogar schwer, die Verantwortlichen zu finden und diese zur Rechenschaft zu ziehen.
Das Zaubereiministerium bittet alle betroffenen Zauberer, weiterhin sofort eine Eule zu schicken. In den kommenden Tagen werden Mitarbeiter erscheinen und bei den Aufräumarbeiten helfen, denn manche der Verunstaltungen sind selbst von Zauberhand schwer zu bereinigen.
„Wir appellieren an alle, ruhig zu bleiben und sich unauffällig zu verhalten! Es bringt nichts, die Fenster mit einem Wutschen des Zauberstabs zu putzen. Das macht die gesamte Muggelbevölkerung nur misstrauisch. Wir bitten auch den Einsatz von Schmutz-Rückprall-Zaubern zu vermeiden, da dies die Geheimhaltung der Zaubereigemeinschaft zutiefst verletzt und nur eine Mehrarbeit für das Ministerium bedeutet“, gibt ein Pressesprecher kund.
Außerdem kann jeder, der den Zauberstab gegen einen Mitmenschen erhebt, mit hohen Strafauflagen, bis zu mehreren hundert Galleonen rechnen.

Aus Sorge, dass die gewaltbereite Ader auch die jungen Zauberer verleiten könnte, trotz Süßigkeitengabe böse Scherze zu spielen, werden vermehrt Auroren auf den Straßen sein.
 Bisher blieb in den Zaubersiedlungen alles ruhig. Anscheinend haben sich hier viele Hexen und Zauberer den Spaß des Umzugs und des Süßigkeiten-Verteilens zu Herzen genommen und verbringen die Nacht ohne „Tricks“.

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