Alte Briefe von Wendeline der Ulkigen aufgetaucht Teil 2

veröffentlicht am 27.01.2010

geschrieben von hokey(Gryffindor)

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Die Verbrennung, die ihr den Spaß daran verlieh

London. Nach dem Schock, die die erste Verbrennung mit sich brachte, fing bald wieder ein normales Leben in einer anderen Stadt an. Doch Wendeline behielt den Kontakt zu ihrer Freundin Violett.
„…Ich vermisse dich hier so sehr. Kannst du Adrian nicht bitten, dich für ein verlängertes Wochenende ziehen zu lassen?“
Ja, wie sollte die arme Violett das anstellen? Ihrem muggelstämmigen Mann konnte sie kaum erklären, dass ihre beste Freundin nicht verbrannt worden war, obwohl dieser bei der Verbrennung zugesehen hatte. Es blieb ihr nichts, als der beinahe tägliche Briefwechsel. Wendeline arbeitete tagsüber in einer kleinen Kneipe und wurde aufgrund ihrer Schönheit von den Frauen des Dorfes neidvoll verachtet. So kam es, dass Wendeline ein zweites Mal gefangengenommen und der Hexerei beschuldigt wurde. Die Frauen der Stadt ertrugen ihren Anblick nicht mehr und machten dem Bürgermeister klar, dass sie eine Hexe sein muss, weil sie immer schöner wurde.
„…Jetzt sitze ich schon wieder mit ein paar seltsamen Frauen im Verlies…“, schrieb sie ihrer besten Freundin, die sich erneut auf den Weg machte, um sie zu retten. Wieder half der Gefrierzauber Wendeline aus den Flammen in eine neue Stadt.
Sie versuchte es in einem kleinen Dorf im Süden Englands als Angestellte bei einem reichen Ehepaar, welches ihr Violett empfohlen hatte. Dort konnte sie als Hexe leben, denn es waren Zauberer.

„Liebste Violett,
Ich danke dir für deine Hilfe. Hier werde ich nun unter anderem in die Kunst der Trankbrauerei eingewiesen. Irgendwann revanchiere ich mich. Versprochen!
In Liebe
Deine Wendy“

Doch dazu sollte es erst einmal nicht kommen.
Nachdem Wendeline ein paar Tage im Wald verbracht hat, um das eine oder andere Gewächs zu sammeln, sah sie, wie die Ketzer der Muggel fünf kleine Kinder - „…sie waren maximal zehn…“ – gefangennahmen. Sie erkundigte sich sofort bei ihren Gasteltern, wann die Prozesse angesetzt waren und saß ein paar Tage später im Gerichtssaal, um die Urteilsverkündungen zu hören. Allesamt wurden sie auf dem Scheiterhaufen geschickt. Das weckte  den Mut von Wendeline.

„Liebste Violett,
heute habe ich einen Entschluss gefasst. Ich werde mich mit den Kindern zusammen verbrennen lassen. Ich kann sie einfach nicht sterben lassen. Sie haben doch ihr ganzes Leben noch vor sich. Ich werde sie retten!
Bitte schaue nur zu. Ich möchte nicht, dass du noch mehr verwickelt wirst. Es ist eh schon auffällig, dass du dauernd zu öffentlichen Verbrennungen rennst und für kurze Zeit verschwindest.
In Liebe
Deine Wendy“

Und so wurde Wendeline die Ulkige noch viele weitere Male verbrannt – zum Wohl von Kindern und Frauen, die nichts für eine Verurteilung konnten.

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