Schnee in Hogwarts!

veröffentlicht am 27.11.2009

geschrieben von Isis(Ravenclaw)
Bilder von Isis(Ravenclaw)

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Nein, liebe Leser, Sie haben sich nicht verlesen! Es ist auch kein verfrühter Wintereinbruch rund um Hogwarts passiert oder ein Aprilscherz im Herbst. Nein! Es hatte direkt in den Räumen von Hogwarts geschneit, und um es ganz genau zu sagen: Es hatte im Gewächshaus Nummer fünf geschneit!
Verzweifelung brach in Hogwarts aus, als es um die Rettung der wertvollen Pflanzen ging.
Ich konnte als Reporterin des Tagespropheten mit der zur Zeit verantwortlichen Professorin Sprout sprechen. Sie vertritt im Moment Professor Longbottom, der ein Studienjahr auf den Galapagos - Inseln verbringt. Kreidebleich und mit nervösen Augen klärt mich Professor Sprout über den Sachstand auf.
TP:
 „Professor Sprout, konnten Sie die seltenen Pflanzen retten?“
PS:
 „Das weiß ich noch nicht so genau! Wir haben mit vereinten Kräften der Schüler der  6.  und 7. Klasse die Pflanzen beruhigt,  sie in besondere Wärmefolien gegeben und sie mit Sonnenlicht umhüllt. Ich hoffe, dass die Maßnahmen reichen, damit sich die Pflanzen wieder erholen. Wir müssen sie nun genau beobachten. In einigen Wochen wissen wir dann, ob alle Pflanzen überleben werden.“
TP:
 „Wie kam es denn zu dieser Katastrophe?“
PS:
 „Ja, so wie es aussieht, ist es im Unterricht der 4. Klasse passiert. Ich bin noch ganz aus dem Häuschen, wenn ich nur daran denke!“
TP:
 „Können Sie uns Genaueres sagen?“
PS:
 „Also im Grunde fing der Unterricht ganz normal an. Ich war mit der Klasse zum ersten Mal im Gewächshaus Nummer fünf, aber ich hatte die Schüler gut darauf vorbereitet.“
TP:
 „Ist das nicht zu risikoreich mit einer 4. Klasse in das Gewächshaus fünf zu gehen, in  dem diese kostbaren Pflanzen stehen?“
Professor Sprout schüttelte den Kopf.
 „Nein, es ist eine besonders fähige Klasse, und besonnen sind diese Schüler auch. Ich kenne sie bereits seit der ersten Klasse, und diese Klasse ist schon sehr weit fortgeschritten in der Pflanzenkunde.“
Bei dieser Aussage huschte ein Strahlen über Professor Sprouts Gesicht.
 „Nein, nein, da bin ich kein Risiko eingegangen. Außerdem waren die Schüler gut vorbereitet auf diese Unterrichtsstunde.“
TP: „Aber wie konnte es dann zu dieser Katastrophe kommen?“
Professor Sprout zuckte mit den Schultern:
 „Es passieren immer mal unvorhergesehene Dinge. Immerhin sind die Schüler noch in der Ausbildung, da können auch mal Fehler auftreten.“
TP: „Und was ist dann passiert?“
Professor Sprout wechselte zu einer gelblichen Gesichtsfarbe:
„Ich war also mit den Schülern im Gewächshaus fünf und erklärte ihnen gerade wie die siamesischen Krüppelfeigen beschnitten werden müssen.“
Die Tagesprophet-Reporterin hielt vor Staunen die Luft an.
PS: „ Zunächst verlief alles gut, bis sich ein Junge aus irgendeinem Grund erschrak und sich in die Hand schnitt. Er schrie laut auf und zog die Hand schnell aus der Pflanze, die er gerade beschnitt. Dabei ist er mit der blutenden Hand an die Pflanze gestoßen.“
Professor Sprout griff zum Taschentuch und die Reporterin stieß geräuschvoll die Luft aus.
PS: „Diese Pflanzen reagieren allergisch auf Blut – und auf schnelle Bewegungen. Das
versetzt die Pflanzen in Stress und dann reagieren sie mit Kristallisierung des gespeicherten Wassers und stoßen es aus…“
TP: „… und es beginnt zu schneien…“
Professor Sprout schnäuzte ihre Nase:
„Zunächst musste der Junge in den Krankenflügel. Gott sei Dank war die Wunde schnell geschlossen… Aber die siamesischen Krüppelfeigen sind gesellige Pflanzen und sehr sensibel. Wenn eine in Stress gerät, geraten auch alle anderen in Stress…“    
TP: „ … und so schneite das ganze Gewächshaus zu!“
Professor Sprout nickte stumm mit dem Kopf.
PS: „Als ich mich von dem Schreck erholt hatte, begann ich sofort, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Aber es dauerte doch einige Zeit, bis wir alles organisiert hatten und mit der Rettungsaktion beginnen konnten.“
TP: „ …und nun heißt es warten.“
Professor Sprout schnäuzte sich noch einmal kräftig die Nase.
PS: „Ja, warten und intensiv beobachten… Bitte entschuldigen Sie mich jetzt, ich muss  zurück zu den Pflanzen.“
TP: „Ja, natürlich! Herzlichen Dank für das Gespräch.“
PS: „Bitte“
Schon verschwand  Professor Sprout mit großen Schritten im Gewächshaus Nummer fünf. Dabei wischte sie sich ein paar Tränen aus den Augen und steckte das Taschentuch in die Kitteltasche.
Betroffen schaute ich ihr hinterher und hoffte inständig, dass die Pflanzen diesen Kälteschock überleben werden.

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