Neue Harry Potter Serie HBO

  • Mir gefällt Hermine bereits sehr. Wenn das so weiter geht, können wir Großes erwarten. In einer Szene im Zug fragt sie andere Mädchen etwas und wundert sich über die Reaktionen. Was dür Kinder die in magischen Familien aufgewachsen sind, normal ist, dass ist für Hermine alles völlig neu. Das erklärt ihren immensen Lerneifer, ihre Wissbegier und ist wohl auch ein Grund, warum es ihr schwer fällt, mit anderen Mädchen Freundschaften zu knüpfen. Ich finde, dass die Charaktere mehr ausgearbeitet werden in der Serie.

  • Ich bin sehr zwiegespalten. Zunächst einmal bin ich großer Fan von Serienumsetzungen im Vergleich zu Verfilmungen. Letztere bieten selten den Raum einer guten Adaption. Gerade Harry Potter bietet meiner Meinung nach viele Möglichkeiten, eine Serie daraus zu machen und es scheint auch beim Interview so, dass zumindest ein Teil dieser Vorteile im Blick behalten werden. Diese können jedoch auch sehr schnell zum Nachteil werden, zumindest aus meiner sehr subjektiven Sicht. Diese ist davon geprägt, dass ich die Filme schon nicht mag und die Serie viele der Punkte, die ich da kritisch sehe, entweder verbessern oder verschlechtern könnte. Noch ist das nicht zu beurteilen, aber obwohl ich große Lust auf die Serie habe, bezweifle ich, dass sie mir gefallen wird. Ich werde da versuchen, so viel Positives für mich herauszuziehen und bislang finde ich fast alles in den Trailern gelungen, mein Zweifel kommt auch einfach aus meinen Befürchtungen durch die Filme.

    Was meine ich damit: (Disclaimer, ich rede jetzt zwar hoffentlich konstruktiv, aber negativ über die Filme, was vielleicht nicht allen gefällt.)
    Die Filme haben in meinen Augen viele Fehler, aber ein paar wiederkehrende Muster, die ein generelles Problem darstellen.

    1) Sie nehmen überraschende Handlungselemente zu stark vorweg. Die Bücher haben ein paar hervorragende Twists. Man kann unterschiedlich dazu stehen, manche waren vorhersehbarer als andere, aber alle waren im Film vorhersehbarer und/oder hatten schlechtere Teaser. Dies ist häufig, aber nicht immer Schuld des Drehbuchs, manchmal ist es auch einfach schwerer, etwas auf dem Bildschirm sichtbar, aber versteckt vorzubereiten als in einem Nebensatz im Buch. Trotzdem wurde hin und wieder übertrieben. Manches wurde ordentlich transportiert, manches leider gar nicht gut. (Ich wollte jetzt hier einige Beispiele ausführen, aber allein zum ersten Twists habe ich gerade Ausführung mit 300 Wörtern geschrieben und hier soll es ja um die Serie gehen. Vielleicht mal in einem anderen Thread.)

    Inwiefern erwarte ich in der Serie jetzt bessere oder schlechtere Twists. Es besteht meiner Meinung nach die Gefahr, diese noch stärker vorhersehbar zu machen als in den Filmen. Wenn andere Charaktere auch in den Fokus kommen, nimmt das vielleicht sehr viel für jene, vor allem Jüngere, vorweg, die vielleicht doch mal als erstes mit der Serie konfrontiert werden.
    Wenn man beispielsweise sieht, wie Quirrell mit sicher selbst redet,
    Ginny ins Tagebuch schreibt,
    Krätze sich selbst beißt und abhaut,
    Moody von Wurmschwanz und Crouch Jr. überfallen wird,
    [Teil 5 hat keine guten],
    Draco Rosmerta mit dem Imperius belegt oder
    Snapes Silberne Hirschkuh schon irgendwann vorher gezeigt wird
    wären das für mich alles Enttäuschungen. Und natürlich gibt es da noch viele Dinge mehr.
    Gleichzeitig sind gerade Serien aber sehr gut für mehrere Spannungsbögen, Auflösungen und Twists auch innerhalb einer Staffel geeignet. Vielleicht schaffen sie es also, etwas daraus zu machen. Damit steht und fällt für mich aber sehr viel. Das merkt man meiner Meinung nach spätestens durch den vierten Film, wo irgendwas zwischen 5 und 10 Überraschungen und Fragen weggelassen oder vorweggenommen wurden.

    2) Sie sehnen sich nach Action und Drama. Szenen werden verändert oder erfunden, damit "mehr passiert" (wobei manchmal nicht mal das).
    Der Angriff auf den Fuchsbau
    Harry wird nach der Weltmeisterschaft KO geschlagen und von Ron und Hermine getrennt, um was auch immer zu erreichen, sie sind dann sowieso gleich wieder da, aber es sieht wilder aus oder so.
    Der grausame Endkampf zwischen Harry und Voldemort

    Das ist tatsächlich das Muster, wo ich am wenigsten Sorge habe, dass die Serie das zu stark übernimmt. Ja, sie übernehmen neue Szenen, aber obwohl man Angst haben muss, dass sie den Kanon ausreizen, wirkt es bisher so, als wären sie dabei ganz vernünftig und würden es mehr zur Charakterentwicklung nutzen. Da sie weniger von Harrys Perspektive ausgehen, wird es auch einfacher, notfalls Action einzubauen, die passiert, aber nicht in Harrys Reichweite. Vor allem in den letzten Staffeln.

    3) Mein größtes Problem mit den Filmen und vermutlich auch der Serie: Charakterdarstellungen
    Sie werden die Charaktere stärker ausarbeiten. Aber in welche Richtung? Die der Bücher, die der Filme oder die, die sich im "Konsens" des Fandoms gebildet haben? An dieser Stelle bin ich natürlich sehr subjektiv und gehe in vielen Punkten vielleicht gegen den Konsens, aber ich erwarte ein paar Dinge, die ich dann wiederum verabscheuen würde. Wenn Malfoy so dargestellt wird, als wenn er ja nur von seinen Eltern dazu gebracht wird und in seinem Inneren ist er ein ganz lieber, dann werde ich das schrecklich finden. Wenn nicht herausgearbeitet wird, was für ein schrecklicher Mensch Snape den Großteil der Zeit ist, finde ich das auch schwierig. Es gab von den Büchern zu den Filmen und dann in der Wahrnehmung vieler eine stetige Entwicklung in diese Richtung und da habe ich ehrlich gesagt Angst vor. Vor allem bei Dingen, die ich anders sehe. Bei anderen Charakteren gehe ich davon aus, dass es besser wird, Ron zum Beispiel wird sicher noch so schrecklich kaputt gemacht wie im Großteil der Filme.
    Aber nach dem im Interview angesprochenen "Positiv"-Beispiel, dass der Tanz von Harry und Hermine ja so hätte vorkommen können, will ich nicht wissen, wie sich ihre Dynamik entwickelt. Das ist für mich nämlich immer ein absolutes Negativ-Beispiel gewesen, weil es den Ansatz romantischer Gefühle zeigen soll und dass da etwas hätte passieren können. Natürlich werden sie keine Paare umschreiben oder erfinden oder sowas, aber implizieren werden sie vermutlich viele Dinge, mit denen ich ein Problem haben werde.

    Aber wie gesagt: Noch ist das alles nicht passiert. Noch finde ich das meiste, was ich sehe sehr gut, manches okay, manches hätte ich anders gemacht und noch ist nichts dabei, was ich als ganz schrecklich sehen würde. Dementsprechend bin ich gespannt, was passiert. Tiefer in die Charaktere und die Geschichte einzutauchen, kann ja definitiv sehr gut sein und dem ganzen mehr Hintergrund verleihen.

  • Einige Schauspieler der zweiten Staffel wurden bekannt gegeben - Rafe Spall wird Arthur Weasley spielen (und wem der Name vertraut ist, er ist der Sohn von Timothy Spall, der Wurmschwanz in den Filmen spielte), Molly Hewitt-Richards wird die maulende Myrte spielen und Jasper Ambrose Colin Creevey.

    HBO-Serienadaption „Harry Potter“: Weitere Neuzugänge für Staffel 2 verkündet - KINOFANS.com

    Gerade bei der Maulenden Myrte sollte man die Kommentarspalten auf Social media meiden, da extremst (meist von Männern) über das Aussehen der Schauspielerin (weil sie halt fülliger ist als Shirley Henderson es war, was aber imho Buchkonform ist) hergezogen wird.

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