Pottermore
Bevor die aktuelle Version der Pottermore-Seite von J.K. Rowling an den Start ging, war es möglich, die einzelnen Geschichten rund um den Zauberschüler Harry Potter einmal ganz anders zu erleben.
Pottermore – ein interaktives Spielerlebnis
Nach der Anmeldung erhielt man einen Nicknamen, der vom Computer generiert worden war und aus zwei Begriffen bestand, die mit dem Harry-Potter-Universum zu tun hatten. Dazu kam eine Zahl. Dass man sich seinen Nick nicht selbst aussuchen durfte, wurde an einigen Stellen kritisiert, tat dem Erlebnis an sich aber keinen Abbruch. Nach dem Einloggen mit dem neuen Nick ging es los. Zunächst konnte nur Band eins nachgespielt werden, die anderen Bände folgten aber bald.
Die einzelnen Geschichtsstränge der Bücher waren dabei in Bilder aufgeteilt worden. Es war möglich, innerhalb dieser Bilder bis zu einem gewissen Grad zu zoomen und so noch einiges mehr zu entdecken - und zu entdecken gab es vieles. Zum einen konnten Informationen über Figuren, Gegenstände und Bücher freigeschaltet werden, sobald man die entsprechende Figur, den entsprechenden Gegenstand oder das Buch gefunden und im Bild angeklickt hatte. So war es beispielsweise möglich, neue Informationen zu Minerva McGonagall zu erfahren, bevor im nächsten Bild der Sprechende Hut seinen Auftritt hatte. Zum anderen konnte man einiges an Gegenständen einsammeln, die dann in einem Inventar, welches jederzeit eingesehen werden konnte und eine Art kleine Sammlung darstellte, landeten. Zu diesen Gegenständen gehörten zum Beispiel diverse Froschkarten und Bertie Botts Bohnen in verschiedenen Geschmacksrichtungen, aber auch alltägliche Gegenstände, wie Salz und Pfeffer (zu finden in der Küche der Dursleys) oder auch ein Vertrauensschülerabzeichen im Hogwarts-Express.
So spielte man sich Bild für Bild bis zum Sprechenden Hut vor. Dieser nun teilte jeden User tatsächlich auch in eines der Häuser ein. Danach war es möglich, den Gemeinschaftsraum des jeweiligen Hauses einzusehen. Dort gab es u. a. Informationen zu dem Haus und eine Art Pinnwand, auf der Kommentare hinterlassen werden konnten. Später wurden diese dann allerdings gesperrt, sodass dort nur noch Informationen zum Punktesammeln angeschlagen wurden. Nun war es auch möglich, Hauspunkte zu sammeln und so mitzuhelfen, den Pokal für das eigene Haus zu gewinnen. Punkte gab es zum Beispiel, wenn man neue Gegenstände innerhalb der Geschichtsstränge fand oder aber Zaubertränke braute bzw. Duelle gewann.
Für die Zaubertränke brauchte man Zutaten. Diese konnte man in der Apotheke der Winkelgasse, zu der man immer wieder zurückkonnte, für Galleonen kaufen oder aber im Spiel finden. Auch die benötigten Galleonen galt es im Geschichtsstrang zu finden. Im Braumenü mussten nun die Zutaten für einen Trank in der richtigen Reihenfolge - gemäß des Rezeptes - in den Kessel gegeben und dann nach Vorgabe der Trank erhitzt werden. Auch Umrühren in der richtigen Richtung und in richtiger Anzahl gehörte dazu. Die geglückten Tränke landeten schließlich auch im Inventar. Man konnte jederzeit versuchen, einen Trank zu brauen. Je nach Schwierigkeit und Dauer des Trankes gab es unterschiedlich viele Punkte.
Um ein Zauberduell zu gewinnen, musste man im entsprechenden Menü einen Spieler eines anderen Hauses herausfordern oder eine Herausforderung annehmen und diese gewinnen. Dazu entschied man sich für einen Zauberspruch und führte diesen mithilfe der Maus aus. Es war dazu nötig, Punkten am Bildschirm bei gedrückter Maustaste möglichst exakt zu folgen. Nun wartete man auf die "Antwort" desjenigen, den man herausgefordert hatte. Je nach Punktzahl (ermittelt durch Ausübung und Art des Spruches) gewann man das Duell oder verlor es. Der Sieger erhielt Hauspunkte für den Pokal.
In der Großen Halle, in die man ebenfalls immer wieder eintreten konnte, war es möglich, den aktuellen Stand der Hauspunkte einzusehen. Auch wurde dort der Sieger des Pokals bekanntgegeben und die Halle entsprechend geschmückt. Etwas schade war, dass nicht wirklich ersichtlich war, wann der Pokal nun vergeben wurde. Es gab keinen festen Rhythmus so wie bei uns hier, sondern mehrmals im Jahr konnte eine Ankündigung erfolgen, wann der nächste Pokal vergeben wurde - das konnte dann auch schon einmal im September geschehen.
Nach und nach wurde das Gesamtprojekt um neue Gegenstände und auch um Ausschnitte aus den Hörspielen ergänzt. So konnte es also durchaus sein, dass man bereits in Band drei am Spielen war, aber in Band eins etwas Neues entdecken konnte. So gab es zum Beispiel auch Artikel von Rita Kimmkorn und Ginny Weasley über die Quidditch-Weltmeisterschaft, welche wie echte Zeitungsartikel gestaltet gewesen waren.
Schließlich aber wurde dieses Projekt eingestellt und durch die aktuelle Version der Webseite ersetzt. Nun finden sich dort Artikel zu vielen Themen rund um das Harry-Potter-Universum, wie zum Beispiel zur amerikanischen Zauberschule Ilvermorny oder zu den Bestandtteilen von Zauberstäben, aber auch diverse Tests lassen sich auf der Seite finden. So ist es zum Beispiel möglich, per Minispiel seinen eigenen Patronus zu erhalten oder sich in eines der Häuser in Ilvermorny einordnen zu lassen.
Fazit von Anjalina:
Insgesamt gesehen hat mir die alte Version von Pottermore, die auch auf Deutsch gespielt
werden konnte, im Großen und Ganzen gefallen. Das Brauen von Zaubertränken und das Suchen
von Informationen und Gegenständen in den Bildern hat immer Spaß gemacht. Nicht so gelungen
war allerdings die Sache mit dem Hauspokal: Gerade für Spieler, die nicht regelmäßig
hineinschauten, konnte es daher schon einmal sein, dass sie zurückkamen und der Pokal
bereits vergeben worden war, ohne dass sie dies mitbekommen hatten. Das war sehr schade.
Auch war es etwas schade, dass sich Spieler nicht direkt miteinander unterhalten konnten.
Es war nur möglich, Kommentare auf der allgemeinen Pinnwand im Haus oder der Großen Halle
zu hinterlassen - PNs oder Chats gab es nicht. Dennoch aber kann man als Abschluss sagen,
dass dies ein interessantes Spielerlebnis gewesen ist und es viel zu entdecken gab.
Icons von www.iconka.com und www.turbomilk.com