• Schon seit vielen Jahren begleiten mich Geschichten, Fantasie und die Faszination für das Ungewöhnliche. Ich schreibe privat mit großer Leidenschaft eigene Erzählungen und erschaffe Welten, die manchmal deutlich düsterer sind, als man zunächst vermuten würde. Nicht alles davon ist unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt manche Geschichten bleiben wohl besser zwischen ihren Buchdeckeln.

    Ein besonders großer Platz in meinem Bücherregal gehört Stephen King. Ich bin begeisterter Sammler und besitze sämtliche seiner Erstausgaben, was meine Leidenschaft für Literatur und außergewöhnliche Geschichten wohl ganz gut widerspiegelt.

    Eine Sache hat mich im Harry-Potter-Universum allerdings schon immer ein wenig enttäuscht: Dass es bislang keine wirklich ausgearbeitete große deutsche Zauberschule gibt. Elf bedeutende Schulen, aber keine, die unsere Heimat repräsentiert? Das konnte ich so nicht stehen lassen.

    Also beschloss ich kurzerhand, selbst kreativ zu werden und WALPURGIS ARCANUM ins Leben zu rufen – eine deutsche Akademie der Zauberei mit eigener Geschichte, eigenen Traditionen und einer Vergangenheit, die vielleicht mehr Geheimnisse birgt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

    Ich bin hier nicht als Schüler, der eine Schulbank sucht. Ich bin hier als jemand, der Welten erschafft, Geschichten zum Leben erweckt und Legenden ihren Anfang nehmen lässt. Während andere die Hallen einer Zauberschule betreten, beschäftige ich mich lieber damit, ihre Mauern zu errichten – und ihre Geheimnisse zu erschaffen.

    Ich freue mich darauf, hier Gleichgesinnte kennenzulernen, mich auszutauschen und vielleicht den einen oder anderen Einblick in meine kleine magische Welt gewähren zu können.


    Doch glaubt nicht, dass ihr bereits wisst, was Magie wirklich ist.

    Tief unter den Fundamenten von WALPURGIS ARCANUM ruhen Geheimnisse, die älter sind als die bekannten Zauberschulen. Hier beschäftigen wir uns nicht allein mit der gewöhnlichen Zauberei. Unsere Pfade führen zurück zu den Ursprüngen der Magie – zu den vergessenen Arcanen, den uralten Runenschriften und Kräften, deren Namen längst aus den Geschichtsbüchern getilgt wurden.

    Manche Runen sind nicht dafür bestimmt, gelesen zu werden. Manche Arcanen sollten niemals erweckt werden. Und manche Geheimnisse bewahren sich nicht ohne Grund seit Jahrhunderten im Dunkeln.

    Was hinter den Toren dieser Akademie verborgen liegt, wird sich nicht jedem offenbaren. Doch wer bereit ist, tiefer zu blicken, wird vielleicht erkennen, dass Magie weit älter, mächtiger und unberechenbarer ist, als die meisten je zu glauben wagten.

    Die alten Zeichen werden wieder erwachen. Die vergessenen Schriften werden erneut gelesen. Und etwas, das lange geschwiegen hat, wird sich vielleicht wieder zu Wort melden.

    Seid gespannt.

    Manche Geschichten werden geschrieben, andere werden gegründet.

    Willkommen bei WALPURGIS ARCANUM.

  • July 31. Oktober 2026 um 22:38

    Hat den Titel des Themas von „WALPURGIS ARCANUM“ zu „Walpurgis Arcanum“ geändert.
  • Kapitel I – Das Jahrhundert der Furcht

    10. Jahrhundert

    Das 10. Jahrhundert war auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands eine Zeit des Umbruchs. Das Ostfrankenreich entwickelte sich zu einer bedeutenden Macht in Mitteleuropa. Könige rangen um ihre Herrschaft, Grenzen veränderten sich und das Christentum prägte zunehmend das Leben der Menschen. Doch neben dieser bekannten Welt existierte eine zweite Gesellschaft – verborgen vor den Augen der meisten Menschen: die Welt der Hexen und Zauberer.

    Seit Generationen lebten magische Menschen verstreut zwischen den Siedlungen, Wäldern und Städten des Reiches. Sie teilten die Wege und Märkte mit der nichtmagischen Bevölkerung, gingen ihren Berufen nach und führten ein Leben, das sich äußerlich kaum von dem ihrer Nachbarn unterschied. Doch ihre wahre Natur hielten sie meist geheim. Nur wenige wagten es noch, ihre Fähigkeiten offen zu zeigen.

    Was innerhalb kleiner Gemeinschaften als besondere Gabe galt, wurde andernorts mit Argwohn betrachtet. Unerklärliche Ereignisse, rätselhafte Krankheiten und ungewöhnliche Naturerscheinungen nährten den Aberglauben. Menschen, die sich mit Heilkräutern auskannten, ungewöhnliche Kräfte besaßen oder Dinge vermochten, die andere nicht erklären konnten, gerieten immer wieder in den Verdacht, mit dunklen Mächten in Verbindung zu stehen.

    Zwar gab es im 10. Jahrhundert noch keine systematischen Hexenverfolgungen, wie sie viele Jahrhunderte später große Teile Europas erschüttern sollten, doch die Angst vor dem Unbekannten war bereits vorhanden. Vereinzelt kam es zu Anschuldigungen, Vertreibungen und gewaltsamen Übergriffen. Für viele magische Menschen wurde es deshalb sicherer, ihre Fähigkeiten zu verbergen und sich von der nichtmagischen Gesellschaft zurückzuziehen.

    Innerhalb der magischen Gemeinschaft herrschte jedoch ein weiteres Problem: Es gab weder eine gemeinsame Akademie noch eine übergeordnete Institution, die junge Hexen und Zauberer ausbildete oder das Wissen vergangener Generationen bewahrte.

    Die magische Erziehung lag allein in den Händen einzelner Familien, wandernder Meister und kleiner, abgeschotteter Gemeinschaften. Manche Kinder lernten von ihren Eltern, andere wurden von erfahrenen Zauberern unterrichtet. Doch nicht jedes magisch begabte Kind hatte dieses Glück. Besonders jene, die in nichtmagischen Familien geboren wurden oder deren Fähigkeiten erst spät erkannt wurden, waren häufig auf sich allein gestellt.

    Mit jeder Generation drohte weiteres Wissen verloren zu gehen. Alte Zauberkünste wurden nur innerhalb ausgewählter Familien weitergegeben. Seltene Schriften verschwanden, verborgene Bibliotheken wurden aufgegeben und manche magischen Traditionen gerieten beinahe vollständig in Vergessenheit.

    Besonders gefährdet war die uralte Magie, die lange vor den bekannten Zaubersprüchen existiert hatte: Primordia – Die Erste Magie. Ihre Ursprünge waren kaum noch bekannt. Nur wenige bewahrten noch Bruchstücke ihres Wissens. Auch die alte Runenmagie, die einst als eine der mächtigsten Formen der Zauberei gegolten hatte, wurde zunehmend weniger verstanden.

    Doch unter den verstreuten magischen Gemeinschaften wuchs allmählich eine Erkenntnis: Wenn die Zauberei und das Wissen ihrer Vorfahren eine Zukunft haben sollten, musste sich etwas ändern.

    Es brauchte einen Ort, an dem magische Menschen Schutz finden konnten. Einen Ort, an dem Kinder ihre Fähigkeiten verstehen und beherrschen lernten, unabhängig davon, aus welcher Familie sie stammten. Einen Ort, an dem altes Wissen bewahrt, erforscht und an kommende Generationen weitergegeben werden konnte.

    Dabei sollte es nicht allein um die Ausbildung gehen. Jeder Mensch, der Magie in sich trug, sollte das Recht haben, diese Gabe ohne Angst zu entfalten. Kein Kind sollte wegen seiner Fähigkeiten verstoßen werden. Niemand sollte gezwungen sein, seine wahre Natur zu verbergen, nur um in der Welt bestehen zu können.

    Noch wusste niemand, wo ein solcher Ort entstehen sollte. Noch kannten sich jene Menschen nicht, die eines Tages seine Gründer werden würden.

    Doch weit im Norden des damaligen Reiches, dort, wo sich die dichten Wälder des Harzes über die Berge erstreckten und der Brocken oft von undurchdringlichem Nebel umgeben war, wartete bereits etwas Uraltes.

    Etwas, das lange vor den Menschen existiert hatte.

    Und sieben Menschen sollten bald seinen Weg kreuzen.

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