Vorweihnachtliche Kuriosität

Zum einen wiesen die Türen und Fenster aller betroffenen Gebäude keine Spuren einer Gewaltanwendung auf. Ebenso seltsam war die Tatsache, dass nur bestimmte Filme fehlten und zwar solche, die als Thema Weihnachten hatten oder traditionell zu Weihnachten gezeigt werden. So fehlten „Mary Poppins“, „Der kleine Lord“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ oder „Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“.
Erst der Auror Wilhelm Schmidt stellte einen Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und der Täterschaft einer magiebegabten Person her.
Wilhelm Schmidt arbeitet zur Tarnung bei einer Muggelzeitung. Außerdem hilft er in dieser wichtigen Position die Zaubererwelt vor den Muggeln zu verbergen.
Als Reporter durfte Wilhelm Schmidt mit anderen Kollegen einen Tatort besichtigen und an einer Pressekonferenz teilnehmen. Vor Ort konnte Herr Schmidt mit Hilfe seines Zauberstabs den Nachweis erbringen, dass Magie an diesem Ort ausgeübt worden war.
Der Auror setzte sich sofort mit dem deutschen Zaubereiministerium in Verbindung. Er informierte sie über seine Ermittlungsergebnisse.
In einem schon lange nicht mehr dagewesenen Großeinsatz wurden Ministeriumsmitarbeiter zu Hexen und Zauberern geschickt, die sich nachweislich abfällig über Muggel geäußert hatten.
Schon wenige Stunden nach Beginn dieser Suchaktion hatte die Hexe Amanda Bär bei der Sabberhexe Klothilde Bärlauch Erfolg.
Wie Amanda Bär angab, hatte sie in den Wohnungen der Verdächtigen den Acciozauber angewandt.
Bei Klothilde Bärlauch war sie dann fast von den Massen der DVDs und Videos begraben worden.
(Anmerkung: DVDs sind nichtmagische Möglichkeiten, bewegte Bilder betrachten zu können.)
Im Ministerium, bei dem anschließenden Verhör, gestand die Sabberhexe, dass sie Gefühlsduseleien nicht ertragen könne. Zu Weihnachten sei es immer besonders schlimm.
Deshalb habe sie sich vorgenommen, alles aus der Zaubererwelt zu stehlen, das diese Emotionen verstärkt. Klothilde Bärlauch gab zu, dass sie in die Verleihe und Videotheken appariert war. Mit dem Aufrufezauber hatte sie ihre „Aufräumaktion“ schnell beendet. In einer Woche hatte die Hexe 343 Geschäfte beraubt.
Sie hatte vor, die Filme zu vernichten. Danach wollte sie mit der Zerstörung der Weihnachtslieder fortfahren.
Die verantwortlichen Auroren stellen in dem Verhör fest, dass Frau Bärlauch über umfassende Muggelkenntnisse verfügte, da sie in einem Muggelballungszentrum lebt. Diese Kenntnisse haben ihr sehr bei der Tatumsetzung geholfen.
Die deutschen Ministeriumsbeamte brachten das Diebesgut zurück, veränderten die Gedächtnisse der Polizisten und die der verantwortlichen Geschäftsinhaber und Angestellten.
Nachträglich mussten die schon erschienen Zeitungsartikel verändert werden. In ihnen ist seit drei Stunden zu lesen, dass die Filme nicht gestohlen wurden, sondern kurioserweise in vielen Verleihen an die falschen Stellen einsortiert wurden und deshalb nicht gefunden wurden.

Das deutsche Ministerium wird Klothilde Bärlauch im Januar 2011 den Prozess machen. Solange steht die Sabberhexe unter Arrest. Als Erziehungsmaßnahme muss sie sich bis Weihnachten jeden Tag drei Weihnachtslieder anhören.