„Es kann noch nicht 7.30 sein“, dachte ich und öffnete die Augen. Auf dem Nachttisch stand mein Wecker, der erst 6:30 Uhr zeigte. „Viel zu früh!“, gähnend legte ich mich noch mal hin und schlief wieder ein...
„Blaise! Blaise wach auf. Wir kommen zu spät.“ Nott schüttelte mich.
„Lass mich schlafen, so wichtig kann es doch gar nicht sein das du mich deshalb weckst!“
knurrte ich.
„Es ist schon nach 8 Uhr. Wir haben Verwandlung“, meinte Nott.
„Scheiße“, schrie ich und zog mir panisch meine Kleidung an und rannte zusammen mit meinem Freund zum Klassenraum für Verwandlung.
„Nott! Zabini! 20 Punkte Abzug für Slytherin für jeden von euch, da Sie zu spät sind.“
„Aber wir sind aufgehalten worden! Es war nicht unsere Schuld!“, versuchten Nott und ich uns herauszureden.
„Ja sicher, sparen Sie sich Ihre Ausrede!“
Verärgert setzten wir uns auf unsere Plätze.
„Heute werden wir Tiere in Kelche verwandeln“, erklärte Prof. McGonagall.
Sie zeigte den Zauber an einem Tukan und Weasley durfte ihn als erster an seiner Ratte anwenden mit dem Erfolg, dass sein Kelch quiekte, Schnurrhaare und einen Rattenschwanz hatte.
Es half alles nichts, das sah so dämlich aus, dass ich und die anderen Slytherins aus unserem Jahrgang anfingen zu lachen. Wir brauchten 10 Minuten, um uns zu beruhigen. Dann waren auch wir anderen mit dem Verwandlungszauber an der Reihe.
„Sehr gut. 30 Punkte für Gryffindor, Miss Granger“, lobte McGonagall die alte Streberin.
„Das war ja klar, dass Granger es schafft, oder Nott?“, fragte ich Nott. Er nickte.
Die Glocke läutete, endlich war die Stunde vorbei.
Gerade wollte ich den Verwandlungsklassenraum in Richtung Kerker verlassen.
„Zabini, Sie bleiben hier!“, rief McGonagall.
Was will die jetzt schon wieder?
Als ich schließlich McGonagalls Büro verließ konnte ich es nicht glauben…
Jetzt soll ich ihr doch allen Ernstes am nächsten Tag dabei helfen, ihre Tiere zu versorgen.
Kochend vor Wut ging ich zum Zaubertränkeraum. Dort machte gerade Professor Snape Longbottom zur Schnecke, weil er seinen Kessel zerstört hatte.
„Longbottom, wegen Ihrer Unfähigkeit 50 Punkte Abzug für Gryffindor“, sagte er.
„Wie kann jemand so unkonzentriert sein? Glauben sie wirklich, Longbottom, dass so jemals etwas aus ihnen wird? Haben Sie kein Fünkchen Verstand?“
So ging es weiter. Vor allem Longbottom hatte Snape auf dem Kieker. Ich konnte nicht anders als grinsen. Zwei Stunden lang ging das so, bis es läutete. Neville war zu diesem Zeitpunkt ein nervliches Wrack. Er hatte es verdient, denn er war einfach nur dämlich.
Zu allem Übel brummte Professor Snape uns noch eine umfangreiche Hausaufgabe auf. Als ob wir nicht schon genug zu tun hätten.
„Setzen Sie sich mit dem Gift aller bekannten Schlangenarten auseinander und schreiben Sie einen genauen Bericht über die Zusammensetzung und die Wirkungsweise auf Körper, Herz und Kreislauf.“
Das hieß Bibliotheksarbeit bis zum Umfallen.
Seufzend betrat ich die Große Halle. Ein leckeres Mittagessen würde mir gut tun, nachdem ich das Frühstück zwangsläufig ausgelassen hatte.
“Blaise. Freust du dich schon auf morgen?“, fragte Nott.
Klar…. „Du weißt doch, dass ich Halloween liebe. Schon allein wegen dem Festessen.“ Nott schüttelte den Kopf und murmelte etwas wie „alter Fresssack.“
"Hey!" Empört schlug ich ihm auf die Schulter, musste aber dann doch über den Kommentar lachen. Er hatte ja Recht. Nach dem Mittagessen gingen wir gemeinsam zu Verteidigung gegen die dunklen Künste.
„Ich zeige euch heute, wie ich den Wagga Wagga Werwolf besiegt habe“, sagte Professor Lockhard stolz.
Nicht schon wieder. Der denkt wirklich, er wäre der Größte. Wir sahen uns alle wissend an, nur die Mädchen sahen ihren Lieblingslehrer verliebt an.
Dieser alte Aufschneider. Gelangweilt hörte ich gar nicht erst zu, wie Lockhart von seinen „Heldentaten“ berichtete.
Am Nachmittag in der Bibliothek suchte ich mir alles heraus, was ich für die Hausaufgabe in Zaubertränke brauchte, und schrieb einen zweiseitigen Bericht über Schlangengift. Als eine Gruppe von Gryffindors die Bibliothek betrat, war ich zum Glück gerade fertig. Diese Gryffindors sind wirklich eine Pest. Nirgendwo ist man vor ihnen sicher.
„Na, Weasley, musst du wieder den alten Umhang tragen? Können sich deine Eltern nicht mal einen Neuen leisten? Der ist ja schon mindestens 20 Jahre alt. Aber bei deinen Eltern…ist ja klar, dass ihr euch keinen Neuen leisten könnt! Versager…"
Draco stand vor der Bibliothekstür und provozierte Ron.
„Nimm das zurück, Malfoy“, fauchte Ron und ging auf Draco los.
Ich lief an beiden vorbei und stieß mit Potter zusammen.
„Kannst du nicht aufpassen!", schrie Harry mich an.
“Pass selber auf, Potter, du rennst mich um und beschwerst dich dann auch noch!“, erwiderte ich und versuchte meine Wut zu unterdrücken.
Mittlerweile war Draco auf uns aufmerksam geworden.
„Gibt’s ein Problem?“, fragte er höhnisch und baute sich vor Potter auf.
„Außer, dass ich deine Visage ertragen muss, ist alles bestens“, erwiderte Potter. „Und jetzt geh mir aus dem Weg sonst…“, fügte er hinzu und hob drohend seinen Zauberstab.
Draco wollte es ihm gerade gleich tun, als Professor Snape um die Ecke kam.
„Potter, Sie bedrohen einen Schüler? Ich würde sagen, Sie werden die nächsten zwei Wochen jeden Abend eine Stunde nachsitzen“, sagte er und grinste den Gryffindor gehässig an.
Draco und ich feixten und machten uns zufrieden auf den Weg in den Gemeinschaftsraum.
„Und dann hat die Granger tatsächlich angefangen zu heulen, nur weil ich gefragt habe, ob sie wieder die ganze Nacht von Potter geträumt hat!“ Der Gemeinschaftsraum bebte vor Lachen, als Pansy ihre Begegnung mit Granger schilderte. Ich warf mich neben Draco auf die Bank und nahm mir ein Paar Lakritzschnecken. Wie jeden Abend saßen wir alle zusammen im Gemeinschaftsraum, und jeder hatte was Lustiges zu erzählen. Draco gab seine Geschichte mit Potter zum Besten und ich die Sache mit McGonagall.
Der Tag hat sich schon allein wegen des Nachsitzens für Potter gelohnt, aber morgen…endlich Halloween!