Hexe unter Verdacht in Deutschland

Die Hexe aus Wissingen hat einen Zauber entwickelt, mit dem sie visualisieren kann, wo sich eine Person in der Vergangenheit bewegt hat. Mit dieser Fähigkeit wollte sie auch den Strafermittlungsbehörden der Muggel helfen. Dazu tarnte sie sich als Ausbilderin von Suchhunden, die darauf spezialisiert sind, sehr schwachen Geruchsspuren zu folgen. Mit diesen Hunden arbeitete sie auf eigene Rechnung für verschiedene Muggel-Polizeidienststellen. Nun hat die Staatsanwaltschaft in Trinken ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen die Hundeführerin eingeleitet.

Ausschlaggebend war ein spektakulärer Kriminalfall im Süden des Landes. Dort ansässige Unternehmen hatten Briefbomben erhalten und wurden erpresst. Auf der Spur des Täters verfolgte die Hexe mit ihren Hunden seinen Weg auch dort, wo dieser mit einem Auto gefahren war. Dazu bestellte das Preiselberger Gericht ein Gutachten. Als Sachverständiger wertete ein Hundeführer und Ausbilder der Polizei Videoaufnahmen von den Mantrailer-Suchen aus und machte darin Beeinflussungen der Hunde durch ihre Begleiterin aus. Seiner Einschätzung, dass diese durch kleine Signale die Richtung den Hunden selbst vorgäbe, folgten die Richter*innen schließlich uneingeschränkt. Und der Tatverdächtige musste nach acht Monaten Untersuchungshaft freigelassen werden.

An der Glaubwürdigkeit von zu Buddelschipps Tarnung waren bereits zuvor immer wieder Zweifel geäußert worden. In einem Mordfall hatte sie noch nach 47 Jahren das Bewegungsbild eines Tatverdächtigen aufgespürt. Daraufhin bezeichnete der Leiter einer polizeieigenen Hundeschule in Schloss Stolze-Stückenbrock das Verfolgen von Geruchsspuren nach mehr als 36 Stunden als unseriös und wissenschaftlich nicht nachvollziehbar. In einem anderen Fall hat die Hexe vorgegeben, ihr Hund habe den Geruch des Täters von der Pistolenkugel im Opfer aufgenommen. Hier wandte ein Umweltchemiker des Holzhelmzentrums Leibniz ein, dass die starke Erhitzung eines abgefeuerten

Projektils jeden organischen Bestandteil restlos zerstöre.

Obwohl die Hundeführerin bereits wiederholt in Muggel-Fernsehsendungen aufgetreten war, wies Hartmut Hauptmann, Leiter der magischen Strafverfolgung in Berlin, jede Kenntnis von ihrer Arbeit für Muggel von sich. "Freiin zu Buddelschipp hat weder jemals ihre Nebentätigkeit bei mir angemeldet, noch habe ich diese genehmigt", sagte er in einem Interview mit der magischen Nachrichtenagentur Kräuters. Der Frage nach einer Intervention der Zaubereiministerin bei dem Bundeskanzler erteilte Hauptmann eine Absage: "Als Mitarbeiterin meiner Behörde muss Freiin zu Buddelschipp die gültige Rechtslage bewusst gewesen sein. Das Zaubereiministerium unterstützt Kooperationen mit Muggeln grundsätzlich nicht. Für jedes Risiko, das aus einem solchen Kontakt entstehen kann, hat sich ein magisches Wesen selbst zu verantworten. Dafür ist die Motivation dieser Zusammenarbeit irrelevant. Von Freiin zu Buddelschipp erwarten wir jetzt, dass sie die Konsequenzen ihres Handelns trägt, und vor dem Muggel-Gericht allem zustimmt, dessen es bedarf, um die Aufdeckung ihrer Fähigkeiten abzuwenden." Um diese Haltung zu verdeutlichen, hat das Ministerium seine Angestellte bis auf Weiteres vom Dienst freigestellt und ebenfalls Ermittlungen gegen sie aufgenommen wegen eines Anfangsverdachts auf Verletzung des Geheimhaltungsabkommens.

Während die Wahrnehmung dieses Falls in der deutschen Muggel-Öffentlichkeit sich bisher auf regionale Rundfunkanstalten beschränkt, wird das Thema in den magischen Netzwerken landesweit diskutiert. Dort wird der Hexe vielfach Leichtsinn und Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Andere kritisieren die Undankbarkeit der Muggel für die letztendlich erhaltene Hilfe. Theo Kurpfalzer von der Antimuggelpartei für Deutschland kommentierte auf Hex, der Fall offenbare ein weiteres Mal "die grenzenlose Ignoranz der Erdköpfe", bezogen auf Muggel. Nach Kritik an dieser Aussage räumte er später eine unglückliche Wortwahl ein. Den Ausdruck "grenzenlos" habe er nicht so gemeint. Dem entgegen warb zu Buddelschipps Anwalt bei dem Muggel-Sender Westdeutscher Ringswing für mehr Akzeptanz gegenüber Phänomenen, die, so wörtlich: "derzeit wissenschaftlich nicht zu erklären sind. Dies gilt aber auch für die Gravitation."


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