Kapitel 4: Magische Wasserbewohner
Nicht nur auf dem Land oder im Wald, sondern auch im Wasser leben magische Bewohner, wie zum Beispiel die weithin bekannten Nixen.
Aber auch magische Tiere haben im Wasser eine Heimat gefunden.
Mit dem Wasser verhält es sich ähnlich wie mit dem Wald. Auch die Meere dieser Erde sind noch weitestgehend unerforscht.
Das liegt vor allem daran, dass Menschen nur bis zu einer bestimmten Tiefe tauchen oder mit Booten fahren können, da der Druck auf den Körper oder auf die Außenhaut eines U-Bootes (ein Tauchboot der Muggel) mit zunehmender Tiefe immer größer wird.
Was bedeutet das für die Erforschung der Tiefsee? Nun dies ist ein sehr schwieriges Kapitel in der Erforschung von Lebensräumen.
Niemand kann genau sagen, was für Tierarten im Meer leben, welche ausgestorben sind und welche nicht.
Das gilt auch für die magischen Bewohner des Wassers.
Es ist sehr schwer zu sagen, welche Tiere noch leben, wie viele Exemplare es von der jeweiligen Art noch gibt und welche Arten es schon nicht mehr gibt, welche also ausgestorben sind.
So kann natürlich auch keiner sagen, ob nicht durch irgendwelche Kreuzungen neue Arten entstanden sind etc.
Es ist also sehr schwer genaue Aussagen über die Lebensweise einiger Meeresbewohner zu machen.
Trotzdem werde ich in dem nun folgenden Kapitel drei der bekannteren magische Tiere "unter die Lupe nehmen", die im Meer wohnen. Bewohner der Seen und Flüsse hingegen sind sehr gut erforscht, da man diese einfacher beobachten kann. Auf diese gehe ich daher auch nicht ein, da sie in vielen anderen Werken Thema sind.
Mit dem nun folgenden möchte ich also einen kleinen Einblick in die, noch fast gänzlich unerforschte Meereswelt geben.
Der Leviathan und der Behemoth
Der Leviathan kommt ursprünglich aus dem Orient, besser gesagt aus dem Meer vor Saudi-Arabien und den anderen orientalischen Ländern, wie zum Beispiel dem Oman.
Er vereint die Züge verschiedener harmloser, auch unter Muggeln bekannten, Tiere, nämlich die eines Krokodils, eines Drachen, eines Wals und einer Schlange.
Sein Körper ist von glänzenden Schuppen bedeckt und er kann Feuer spucken, obwohl er ein Wasserbewohner ist und sich Feuer und Wasser normal nicht vertragen.

Männlicher Leviathan, Zeichnung von barbara
In alten Mythen und Legenden der Muggel wird der Leviathan als furchtbares Ungeheuer beschrieben, aber eigentlich ist er das nicht.
Er taucht nur selten aus dem Meer aus, da er alles, was hoch ist meidet und am liebsten in der, noch kaum erforschten, Tiefsee seine Zeit verbringt.
Begegnet er dennoch mal einem Zauberer oder Muggel ist er harmlos und taucht meistens sehr schnell wieder ab, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten.
Er sollte nur nicht gereizt oder beleidigt werden, denn dann wird auch der friedlichste Leviathan leicht wütend und schafft es mit einem einzigen Hieb seines Schwanzes, der dem eines Krokodils ähnelt, einen Tanker zu versenken. Deswegen gilt der Leviathan trotz seiner Friedfertigkeit als Bote von Chaos und Unordnung. Wie groß diese Tiere werden können ist leider nicht bekannt, da die wenigen Exemplare, die gesichtet wurden, alle von unterschiedlicher Größe waren. Wie viele Exemplare es noch von dem Leviathan gibt, ist leider nicht bekannt, da sie sich mit den steigenden Zahlen der Muggelschifffahrt kaum noch an der Meeresoberfläche blicken lassen.
Der Leviathan hat, laut alten Legenden und Mythen, einen Gegenspieler und das ist der Behemoth, der im Gegensatz zum Leviathan nicht im Wasser sondern auf dem Land lebt. Da er aber der Gegenspieler ist, werde ich ihn hier dennoch beschreiben.
Der Behemoth trägt die Züge eines Flusspferdes, eines Elefanten und eines Wasserbüffels. Man weiß, anders als beim Leviathan, was der Behemoth als Nahrung zu sich nimmt. Er ist Pflanzenfresser und ernährt sich von Gras.

Behemoth
Zeichnung von barbara
Obwohl er in den Savannen, wo auch Flusspferde und Elefanten zu Hause sind, lebt, mag er die Sonne nicht. Deswegen versteckt er sich meist im Schatten oder im Schlamm.
In den alten Muggelmythen wird der Leviathan als weiblich und der Behemoth als männliches Gegenstück angesehen. Tatsächlich aber ist heute, unter Zauberern, bekannt, dass beides eigenständige Tierarten sind und deswegen auch bei beiden beide Geschlechter, also Männlich und Weiblich, vorherrschen.
Obwohl der Behemoth noch harmloser ist als der Leviathan, wurde er im Mittelalter von den Muggeln mit dem Teufel in Verbindung gebracht.
Mittlerweile ist der Behemoth fast gänzlich ausgestorben.
Die Hydra
Die Hydra ist ein gefürchtetes Lebewesen. Ihr Lebensraum ist das Meer, aber in früheren Zeiten hat es auch Exemplare gegeben, die Seen bewohnt haben. Diese wurden allerdings gejagt, um keine Bedrohung mehr für Menschen zu sein.
Die Hydra ähnelt einer überdimensionalen Wasserschlange, die neun Köpfe besitzt.

Hydra
Zeichnung von Sharuk-Khan
Ihre ursprüngliche Heimat sind die Sümpfe von Lerna in Argolis. Ihr Heimatland ist damit also Griechenland, von wo sie sich schließlich ausbreitete. Von dort gelangte sie in die ganze Welt.
Die Hydra ist ein Fleischfresser und hat das Vieh der nahegelegenen Bauern verspeist.
Weil sie irgendwann auch Menschen zu gefährlich wurden, haben die antiken Zauberer schließlich Jagd auf sie gemacht.
Es ist leider nicht ganz klar, ob sie alle Exemplare vernichtet haben oder ob sich einige in den Weltmeeren verstecken konnten. Sollte letzteres der Fall sein, dann ist es zumindest nicht bekannt.
Seit über 100 Jahren gab es keinen Vorfall mehr, in den eine Hydra verwickelt gewesen war und so geht man von der Annahme aus, dass alle Exemplare in der großen Hydrajagd aus dem Jahre 1837 vernichtet wurden.
Kapitel 3: Magische Waldbewohner
Kapitel 5: Andere magische Wesen