Kapitel 2: Haustiere in Hogwarts
Haustiere haben eine schon sehr lange andauernde Tradition, sei es unter Muggeln oder unter Zauberern.
Schon im Mittelalter wusste man um das Gute, was ein Haustier mit sich bringt. Reiche Familien hielten sich zur damaligen Zeit exotische Vögel und bei den Bauern waren schon damals Hunde und später dann auch Katzen sehr beliebte Hausbewohner und nützliche noch dazu. Die Katzen fingen die Mäuse und die Hunde hielten Eindringlinge und unerwünschte Besucher fern.
Damals hatten Haustiere also vor allem eine Funktion: Nützlich für den Besitzer zu sein.
Und wie ist das heute? Auch heute halten sich Menschen Haustiere und zwar alles mögliche. Angefangen bei den klassischen Tieren wie Hunde, Katzen oder Vögel über Kaninchen und Meerschweinchen, welche sehr beliebt bei Kindern sind, bis hin zu Exoten wie Schlangen, Spinnen oder Echsen. Sie dienen heute vor allem dem Vergnügen und der Beschäftigung. Außerdem lernen Kinder durch ein haustier Verantwortung zu übernehmen.
Bei Zauberern ist das nicht anders.
Jeder Schüler, der die Schule für Hexerei und Zauberei, Hogwarts, besucht, darf ein Haustier halten.
Erlaubt sind Katzen, Eulen und Kröten. Es soll aber auch schon Schüler gegeben haben, die sich Ratten als Haustier gehalten haben oder dies immer noch tun. Viele hätten wohl gerne auch Spinnen oder gefährliche Geschöpfe als Haustiere, doch das ist nicht erlaubt. Schließlich geht die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler über alles.
Sogar der derzeitige Schulleiter von Hogwarts, Professor A. Dumbledore besitzt ein Haustier. Ein sehr seltenes noch dazu, nämlich einen Phönix, der später noch genauer beschrieben wird.
Zuerst werden wir uns natürlich auch mit den Tieren beschäftigen, die sich die Schüler und Schülerinnen halten dürfen und anfangen werden wir dabei mit dem wohl beliebtesten Tier: Der Eule.
Die Eule
Warum gelten Eulen als die beliebtesten Tiere, die ein Hogwartsschüler als Haustier besitzen kann? Nun, das ist ganz einfach, mit ihrer Hilfe kann man Post verschicken, Briefe und Päckchen erhalten. Außerdem gelten sie als treue Freunde, die manchmal sogar menschliche Züge zeigen, denn es kann durchaus vorkommen, dass sie sich beleidigt fühlen und nicht mehr mit ihrem Besitzer "reden".
Eulen sind sehr intelligente Tiere (immerhin ist noch nie ein Brief verloren gegangen, den eine Eule überbringen sollte) und es gibt sie in allen möglichen Arten. Es gibt zum Beispiel Schneeeulen oder Uhus. Waldkäuze oder Schleiereulen. Sie sind meistens grau oder braun, aber es gibt auch gefleckte und weiße Exemplare (Schneeeulen sind zum Beispiel weiß-gefleckt, manchmal aber auch von reiner weißer Farbe). Die bekannteste Eule in Hogwarts ist wohl Hedwig, denn diese Schneeeule gehörte einst Harry Potter.
Die größte unter den Eulen ist der Uhu, der bis zu 80cm groß werden kann. Die kleinste bekannte Eule ist das Elfenkäuzchen mit nur 13cm Körpergröße.
Bei den Muggeln gibt es verschiedene Ansichten über Eulen. Generell gelten sie, wie auch unter uns Zauberern, als Vögel der Weisheit (und man sollte schon auf sie hören, denn sie wissen meist mehr, als wir ahnen). Doch es gibt auch Kulturen, bei denen sie als Unglücksvogel oder sogar als Todesboten gelten (wir wissen es natürlich besser).

Verschiedene Eulenarten
Zeichnung von Sharuk-Khan
Normalerweise sind Eulen nachtaktive Tiere, doch sie überbringen ihre Post auch am Tage. Sie fressen vornehmlich Mäuse, andere kleine Wirbeltiere und Insekten. Beobachten kann man Eulen auf allen Kontinenten der Welt, außer in der Antarktis, allerdings kommen nicht alle Arten auf einem Kontinent vor, sondern jeder Kontinent hat seine ganz eigene, charakteristische Eulenart, so wie Mexiko, wo das, oben erwähnte Elfenkäuzchen beheimatet ist.
Das Geheimnisvolle und auch das Unheilvolle an diesen Tieren lässt sich leicht erklären. Sie haben riesige, runde Augen, die meistens in Gelb- oder Orangetönen leuchten und dadurch sehr gespenstisch aussehen können. Unterstrichen wird diese Ansicht noch dadurch, dass die Augen kein Lied haben, so wie menschliche Augen, sondern nur eine dünne Haut, die sich fast unsichtbar vor die Eulenaugen schiebt und sie so vor dem Austrocknen bewahrt. Vielleicht kommen daher die Mythen des Todesvogels.
Für uns Menschen ebenfalls suspekt ist, dass sie ihren Kopf um mehr als 180° drehen kann und so einen fast vollständigen "Rundumblick" besitzt.
Weil die Eule so geheimnisvoll erscheint, kommt sie in Filmen oft auf Friedhöfen vor und wenn etwas Unheimliches in einem Gruselfilm (eine Schauergeschichte der Muggel) passiert, ertönt oft ein Eulenschrei, um die Situation zu unterstreichen.
Da diese Tiere, wie oben bereits erwähnt, nachtaktiv sind, haben sie vortreffliche Augen. Außerdem besitzen sie zum Jagen ihrer Beute scharfe Krallen und meist noch einen kräftigen Schnabel.
All dies zusammengenommen erklärt wahrscheinlich, warum einige Muggel Angst vor diesen Tieren haben und andere wiederum diese Tiere lieben.
Alles in allem aber, sind Eulen wunderschöne, intelligente und für uns sehr nützliche Tiere, da sie unsere Post besorgen. Aber sie können auch mehr sein, als nur eine "einfache Posteule". Sie können auch unser Freund und sogar Vertrauter werden, wenn sie nur entsprechend ihrer hohen Würde behandelt werden.
Die Katze
Schon seit dem Mittelalter gilt die Katze, auch bei Muggeln, als Zeichen für Hexerei. Zu der Zeit hat man vor allem schwarze Katzen mit Hexen in Verbindung gebracht, weil man dachte, ihre Geschmeidigkeit und die Fähigkeit immer auf allen Vieren zu landen, sowie ihr außerordentliches Talent beim Klettern, hätten mit Magie zu tun. Aber auch die Farbe schwarz (War damals die Farbe des Teufels) hatte damit zu tun.
Allerdings wurden damals in den wenigsten Fällen echte Hexen gefangen. Meist kamen bei den weit verbreiteten Hexenverfolgungen "unschuldige" Muggel ums Leben.
Auch heute hat die Katze in der Zaubererwelt eine Art Statussymbol und vielleicht zählt sie deshalb zu einem beliebten Haustier in Hogwarts.
Katzen sind sehr intelligent und anhänglich, zeigen ihrem Besitzer aber, wenn ihnen etwas nicht passt. In der Beziehung sind sie sehr eitel. Sie gehören einfach zur Familie, denn sie können sich verständlich machen. Sie zeigen, was sie mögen und was nicht und wenn ihnen etwas gar nicht passt, dann fahren sie ihre Krallen aus, um sich zu verteidigen.
Es gibt sie in allen möglichen Farben und Rassen. Schwarze, weiße, getigerte, gefleckte und so weiter. Siamkatzen, Perserkatzen und Mischlinge. Es gibt unendlich viele Mischlingsrassen und Kreuzungen, sowie fast jede Farbkombination von schwarz, weiß, rost, rot, beige, ocker und gelb.

Kater der Farbe "Nubische Falbkatze"
Zeichnung der Autorin, Anjalina
Katzen haben die Fähigkeit sich mit anderen Tieren anzufreunden, sogar mit Hunden, obwohl diese eigentlich von Natur aus zu ihren Feinden zählen würden. Damit lässt sich auf eine außerordentlich hohe Intelligenz dieser wunderschönen, eigensinnigen Tiere schließen.
Katzen kommen in allen erdenklichen Ländern der Erde vor und sind schon seit Urzeiten ein Haustier des Menschen. In einigen alten Kulturen wurden sie sogar als Tempelwächter eingesetzt (vielleicht ein Zeichen, dass auf Magie schließen lässt). Diese Tempelkatzen sollten fremde Eindringlinge, die sie nicht kannten davon fern halten, Kunstgegenstände aus den Tempeln zu rauben. Die Wächterkatzen waren dazu ausgebildet, diese Fremden mit Krallen und Zähnen zu vertreiben.
Das hat sich bis heute fortgesetzt, denn Katzen verteidigen immer noch ihr Revier, und wenn es sein muss, auch ihren Besitzer.
Die Ratte
Ratten werden eher selten als Haustiere gehalten. Muggel meiden sie und es gibt nur wenige Zauberer, die eine Ratte als Haustier besitzen, auch in Hogwarts.
Dabei sind Ratten extrem intelligente Tiere. Sie leben in Gruppen und können sogar in den schwierigsten Situationen noch überleben.
Es gibt Haus- sowie Wanderratten. Letztere kennt man vor allem aus der Kanalisation. Die Hausratten sind meistens schwarz und sie sind größer als die Wanderratte.

Dies ist eine gewöhnliche Wanderrate der Muggel, keine Springratte (Ich habe mich hierfür entschieden, weil viele Zauberer mit einer solchen keinen Kontakt haben)
Zeichnung von barbara
Normalerweise werden Ratten nicht älter als ein paar Jahre, deswegen halten sich Zauberer meist keine gewöhnliche Ratten, sondern Ratten, die magische Kräfte erkennen lassen.
Da wären zum Beispiel die Springratten, die sich am liebsten hüpfend auf ihren Schwänzen fortbewegen. Dies ist die beliebteste Rasse unter Zauberern (wenn sie sich denn mal eine Ratte halten).
Die Muggel haben Angst vor den Ratten, da sie meist nur die Wanderratte kennen, die als Plage auftreten und Krankheiten übertragen. Von Springratten haben sie noch nichts gehört (wie denn auch, sie erkennen Magie ja noch nicht mal, wenn sie direkt vor ihren Augen passiert).
Die Kröte
Die Kröte gehört, neben Ratten, Katzen und Eulen zu den erlaubten Haustieren in Hogwarts. Allerdings lässt sie nicht wirklich magische Kräfte erkennen und man kann mit ihnen nicht so viel anfangen, wie zum Beispiel mit einer Katze. Außerdem haben viele von ihnen die Angewohnheit ständig weghüpfen zu wollen.
Kröten sind Amphibien und gehören zu den so genannten Froschlurchen. Es gibt jede Menge verschiedene Arten (bis heute sind etwa 254 Arten bekannt) und es gibt sie auf der ganzen Welt, ausgenommen in der Antarktis.
Die meisten Arten sind nicht sehr ansehnlich und einige erscheinen in unseren Augen sogar hässlich, doch es gibt auch Arten, die vornehmlich in den Tropen leben, die bunt gemustert sind oder ein leuchtendes Farbkleid tragen, wie zum Beispiel die Goldkröte. Diese bunten Exemplare eignen sich allerdings nicht als Haustiere, da sie meist giftig sind.

männliche Kröte
Zeichnung von der Autorin, Anjalina
Als Haustiere eignet sich vor allem die Erdkröte. Sie ist braun und völlig ungiftig.
Nicht nur Zauberer finden Kröten als Haustiere langweilig (wenn das auch nicht immer so gewesen ist, denn sonst würden sie wohl nicht auf der erlaubten Haustierliste von Hogwarts stehen), sondern auch Muggel mögen sie nicht besonders. Das hat vor allem damit zu tun, dass Kröten und auch Frösche im Mittelalter mit Hexen in Verbindung gebracht wurden. Man glaubte, dass Kröten gerne bei Hexen lebten und dass die wiederum die Kröten und Frösche für ihre Zaubertränke benutzten. Solche Menschen, denen man dies nachsagte, wurden damals gejagt und als Hexen getötet (Muggel waren zur damaligen Zeit sehr grausam, da sie natürlich immer nur Nichtmagische umgebracht haben).
Heutzutage werden Kröten allerdings nur noch sehr selten als Haustiere bei den Schülern und Schülerinnen von Hogwarts genutzt.
Der Phönix und der Augurey
Wie schon erwähnt, hatte der ehemalige Schulleiter von Hogwarts, Professor A. Dumbledore einen Phönix. Was aber macht diesen Vogel so interessant?
Nun ganz sicher ist es seine Lebensweise, denn er ist nahezu unsterblich.
Der Phönix, der ungefähr schwanengroß ist, ist im Stande aus seiner Asche neu zu entstehen. Normalerweise hat der Phönix ein wunderschönes Gefieder mit leuchtend roten und goldenen Federn, einen langen, pfauengroßen Schwanz, sowie scharfe goldene Krallen und einen goldenen Schnabel.

Männlicher Phönix
Zeichnung von Sharuk-Khan
An seinem Brandtag fallen ihm allerdings seine Federn aus und er löst sich in Feuer auf. Aus der Asche, die übrig bleibt, entsteht er anschließend neu. Zu dem Zeitpunkt ist er vollkommen nackt und hässlich. Dann wachsen ihm allerdings seine Federn neu und er erstrahlt wieder in neuer Pracht.
Dieser Brandtag kommt in regelmäßigen Abständen wieder und bewahrt den Vogel so vor dem Tod.
Natürlich ist auch ein Phönix nicht unsterblich. Wenn sein Besitzer stirbt kann es sein, dass auch er vor Kummer stirbt.
Wenn dies nicht der Fall ist, wird er ungefähr 500 Jahre alt. Am Ende dieser Zeit baut er sich dann ein Nest und verbrennt ein letztes Mal. Zurück bleibt allerdings keine Asche, sondern ein einzelnes Ei, aus dem ein neuer, junger Phönix schlüpft.
Das ist aber noch nicht alles, was ein Phönix kann. Er kann sich regenerieren, wenn er von Feinden verwundet wurde und bekräftigt somit seine fast Unsterblichkeit. Außerdem besitzt er heilende Tränen. Wenn ein Phönix Tränen über einer Wunde vergießt, dann heilt diese binnen Sekunden. Er kann auch vergiftete Wunden damit heilen. Sein Gesang ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Mit Hilfe dieses wunderschönen Gesangs breitet er Wärme in seinen Zuhörern aus, gibt ihnen Mut und vertreibt die Dunkelheit aus ihren Köpfen und Seelen.
Wenn jemand dem Besitzer des Phönix Treue erweist, kommt der Phönix demjenigen zu Hilfe. (So wie Fawkes, der Phönix von Dumbledore es getan hat. Er kam Harry Potter in der Kammer des Schreckens zu Hilfe.) Er weiß meist einen Ausweg und kann sehr schwere Lasten tragen - Lasten die 10-mal so schwer oder sogar noch schwerer sind als er selbst. Er kann auch Botschaften überbringen und das schneller als jede Eule, denn er hat die Fähigkeit in Flammen aufzugehen und Sekunden später an einem Ort zu erscheinen, der Hunderte von Kilometern weit weg ist. Mit dieser Fähigkeit spricht er auch Warnungen aus, indem er demjenigen, der gewarnt werden soll, eine einzelne goldene Feder zukommen lässt.
Seine Federn werden aber auch noch anderweitig benutzt. Sie sind sehr begehrt bei Zauberstabmachern und dienen diesen als Kernmaterial für ihre Zauberstäbe.
Ursprünglich kommen Phönixe aus Griechenland, sind aber heutzutage bei allen Zauberern der Welt, also in allen Ländern bekannt und hoch geschätzt.
Niemand weiß genau, wo sie leben, wenn sie keinen menschlichen Besitzer haben.
Man kann sie nicht kaufen, sondern der Phönix sucht sich seinen Besitzer selbst aus. Deswegen kann sich jeder, der einen Phönix im Haus hat glücklich schätzen.
Nun zum Augurey. Er wird auch "irischer Phönix" genannt, besitzt allerdings anstatt des roten Gefieders eine grünlich, schwarze Federnpracht. Er ist eher schmächtig und besitzt einen zweifelnden, traurigen Blick.

Weiblicher Augurey
Zeichnung von Sharuk-Khan
Leider ist dieser Vogel nur schwer zu beobachten, denn er verlässt seine Behausung nur bei Regen.
Man weiß relativ wenig über diesen Vogel, denn seine Federn werden nicht als Schreibfedern genutzt, da sie von Natur aus Tinte abstoßen, was dem Augurey als Abwehrmaßnahme gegen Feinde zugute kommt. Er ernährt sich von Insekten und Feen.
Auch er besitzt eine Art Gesang, der allerdings nicht schön und freundlich, wie der vom Phönix klingt, weswegen er lange als Todesomen galt und bei einigen Zauberern vielleicht noch immer gilt.
Der Augurey wird nicht als Haustier gehalten, aber da er zu den Phönixen gehört, habe ich mich an dieser Stelle mit ihm beschäftigt.
Kapitel 1: Die Wappentiere der Hogwartshäuser
Kapitel 3: Magische Waldbewohner