Kapitel 3: Magische Waldbewohner
Der Wald, vor allem der tropische Regenwald, ist einer der artenreichsten Gegenden der Welt. Er gehört mit zu den unerforschtesten Gebieten und fast jeden Tag werden neue, bis dato gänzlich unbekannte Arten entdeckt.
Niemand weiß wie viele verschiedene Tierarten in den Wäldern der Welt leben.
Auch sehr viele magische Tierarten leben in Wäldern. So können sie sich sehr gut vor den neugierigen Blicken der Zauberer, aber vor allem auch der Muggel verstecken.
Die Muggel wissen von vielen dieser Bewohner, denn um sie ranken sich die verschiedensten Geschichten, Mythen und Legenden, wie zum Beispiel um das Einhorn, das wohl bekannteste Wesen unter den Muggeln.
Es lebt aber auch ein Tier im Wald, welches bei den meisten Zauberern gefürchtet ist, da nur wenige es sehen können - der Thestral. Dieser ist bei den Muggeln unbekannt, und es gibt bisher noch keinen Muggel, der einen Thestral gesehen hat.
Allerdings kommen auch weniger geheimnisvolle und berüchtigte Wesen im Wald vor, wie zum Beispiel Flubberwürmer. Diese sind sogar eher von extrem langweiliger Natur (so sagt man zumindest).
Mit diesen einfachen Tieren wird auch dieses Kapitel beginnen und es folgen nach und nach immer interessantere und geheimnisvollere Tiere bis hin zum geheimnisumwogenen Thestral.
Lassen Sie sich überraschen...
Der Flubberwurm
Flubberwürmer sind Geschöpfe, zu denen sich nicht sehr viel sagen lässt, da sie und ihre magischen Eigenschaften bis heute relativ unbekannt sind. Aber genau das macht sie für Zauberer zu einem begehrten Forschungsobjekt.
Manche Zauberer behaupten, dies seien die langweiligsten Geschöpfe, die sie sich nur vorstellen können. Vielleicht haben sie damit recht, vielleicht auch nicht. Fest steht aber, dass sie in keinster Weise gefährlich sind und so eignen sie sich hervorragend als Einstieg in das Unterrichtsfach "Pflege magischer Geschöpfe" oder als Einstieg in den Umgang und die Erforschung von magischen Tierwesen.

Das Geschlecht ist bei den Flubberwürmern nicht leicht bestimmbar.
Zeichnung von der Autorin, Anjalina
Es ist, wie oben erwähnt, noch nicht viel über diese wurmartigen, etwa 25cm langen, bräunlichen Geschöpfe, bei denen man vorne und hinten nicht unterscheiden kann, bekannt. Man weiß, dass sie Pflanzenfresser sind und in menschlicher Hand am besten gedeihen, wenn sie Salat fressen. Das einzig Nützliche an ihnen ist, das sie eine Art Schleim Absondern, der zum Andicken von Zaubertränken benutzt wird.
Ansonsten zeigen sie unter Menschenhand leider kaum eine Regung oder einen Ansatz von magischen Fähigkeiten oder sonstigem aufschlussreichem Verhalten.
Und bisher ist es leider nicht gelungen, diese, in der freien Wildbahn, sehr scheuen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
Der Knarl und der Bowtruckel
Knarle und Bowtruckel sind jeweils leicht zu verwechseln und zu übersehen.
Knarle sehen aus wie gewöhnliche Igel und nur mit einem Trick findet man den Knarl. Man bietet ihm einfach eine Schale mit Milch. Ein normaler Igel würde die Milch trinken, ein Knarl hingegen meint einem Bestechungsversuch zu unterliegen und würde, wenn man ihn nicht aufhält, den kompletten Garten verwüsten. Wenn man einen Knarl denn dann zu fassen bekommt, kann man seine Stacheln, die so genannten Knarlkiele als Zaubertrankzutat benutzen.
Den Bowtruckel dagegen kann man nicht mit einem lebenden Tier verwechseln, sondern mit Zweigen. Sie sind etwa 20cm groß und ähneln leblosen Zweigen aufs Haar genau. Ihr Lebensraum sind Bäume, deren Holz zur Herstellung von Zauberstäben dient. Bowtruckel haben an jedem Arm zwei dünne Finger, die, wenn sie sich nicht bewegen, wie Astgabeln aussehen. Normal sind sie nicht aggressiv, aber um an das Holz für die Zauberstabherstellung zu kommen müssen sie besänftigt werden. Am besten gelingt dies mit ihrer Lieblingsnahrung Feen-Eier oder Holzläusen. Wenn man sie nicht ablenken würde, würden sie dem "Eindringling" die Augen ausstechen, also sollte man, wann immer man sich "Zauberstabbäumen" nähert, sehr vorsichtig sein und immer ein "Bestechungsgeschenk" dabei haben.
Das Einhorn
Das Einhorn ist wohl das edelste und reinste aller magischen Tiere und steht für das Gute und entsprechend auch für das Reine.
Das Einhorn sieht aus wie ein Pferd, besitzt allerdings ein mächtiges, spiralförmiges Horn auf der Stirn, das, wenn es mal abbrechen sollte, innerhalb von zehn Jahren wieder nachwachsen kann. Sie sind weißer als Schnee, bis auf ihre Hufe, die golden sind und besitzen eine wunderschöne, perlende Mähne.
Die Jungtiere hingegen sind von reiner, goldener Farbe. Sie besitzen noch kein Horn, dieses wächst ihnen erst mit ca. vier Jahren und mit ungefähr zwei Jahren bekommen sie nach und nach die silberne Farbe ihrer Eltern. Ganz weiß sind aber erst dann, wenn sie komplett ausgewachsen sind, was etwa mit sieben der Fall ist.
Die Jungtiere sind zutraulicher als die erwachsenen Tiere und haben nicht so viel Angst vor Jungen und Männern. Die erwachsenen Tiere lassen sich, bis auf ein paar Ausnahmen, nur von Frauen anfassen.
Horn, Haare und Blut des Einhorns haben magische Kräfte.
Die Schweifhaare und Hörner von Einhörnern werden für Zaubertränke genutzt und ein einzelnes Schweifhaar kann der Kern eines Zauberstabes sein. Außerdem soll das Horn Gifte neutralisieren und Krankheiten heilen können.
Wer das Blut von Einhörnern trinkt wird unsterblich, muss allerdings von da an ein verfluchtes Leben führen, denn ein Einhorn zu töten ist das grausamste Verbrechen, was jemand begehen kann, da das Einhorn absolut rein und vollkommen frei von jedem Bösen ist.
Die Tränen eines Einhornes sollen Legenden zu Folge Versteinerungen lösen können und angeblich kann ein Einhorn sogar Tote zurück ins Leben holen. Für diese beiden Kräfte gibt es allerdings keine Beweise.
Ein Einhorn ist unsterblich, solange es "seinen" Wald nicht verlässt. Alle Tiere und Pflanzen, die mit ihm im Wald leben, sind größer und gesünder als anderswo. Es beschützt und behütet also den Wald.

Weibliches Einhorn,
Zeichnung von Sharuk-Khan
Das Einhorn ist normalerweise ein Einzelgänger, weshalb es nur sehr, sehr selten zu einer Geburt eines Fohlens kommt.
Einhörner sind auch bei den Muggeln bekannt, allerdings haben nur die wenigsten je eines zu Gesicht bekommen. Es taucht eher in ihren Mythen und Legenden oder auch in ihrer Lyrik auf. Ich habe mal ein Beispiel für ein solches Gedicht der Muggel herausgesucht, in dem von einem Einhorn die Rede ist:
O dieses ist das Tier, das es nicht gibt.
Sie wußtens nicht und haben jeden Falls
- sein Wandeln, seine Haltung, seinen Hals
bis in des stillen Blickes Licht - geliebt.
(Rainer Maria Rilke: Die Sonette an Orpheus. 2.Teil, Vers IV)
Das Einhorn ist also überall auf der Welt bekannt und es ist das reinste Geschöpf, was je auf Erden gelebt hat, weswegen das Einhorn es wert ist, dieses zu achten und zu beschützen.
Der Donnervogel
Viele werden diesen sehr seltenen Vogel wahrscheinlich gar nicht kennen und wenn, dann ist er meist nur unter dem Namen "Thunderbird" bekannt.
Er lebt im Territorium der nordamerikanischen Indianer und kommt auch dort leider nur noch sehr selten vor, da er fast ausgestorben ist. Man vermutet nur noch rund zwölf lebenden Exemplare zu kennen. Ob es vielleicht noch mehr gibt, die nur noch nicht entdeckt worden sind, ist zweifelhaft. Von diesen zwölf Exemplaren weiß man, dass vier oder fünf Donnervögel nach Kanada ausgewandert sind und heute in der Nähe von Vancouver leben. Der Rest lebt weiterhin in seiner angestammten Heimat, Nordamerika.
Die Indianer selber beschreiben ihn als einen sehr mächtigen Vogel, dessen Schwingen vier bis fünf Meter lang werden können. Man weiß sogar von früheren Aufzeichnungen, dass es Vögel gab, deren Schwingen noch länger waren, was heute allerdings nicht mehr vorkommt.

Weiblicher Donnervogel
Zeichnung von Sharuk-Khan
Der Donnervogel fliegt sehr selten. Er ist sehr intelligent, geht Begegnungen mit den Menschen lieber aus dem Weg und hält sich vor neugierigen Blicken versteckt. Wenn man aber das Glück hat einen solchen Vogel im Flug zu beobachten, dann weiß man, woher sein Name stammt. Er verursacht mit jedem Flügelschlag einen gewaltigen Knall, der sich wie Donner anhört. Außerdem lässt er, wenn er dicht über dem Boden fliegt, einen Art kleinen Sandsturm entstehen, weil er den Sand mit seinen kräftigen Schwingen aufwirbelt.
Früher wurde er, wenn er ruhend gesichtet wurde schon einmal mit einem Einhorn verwechselt (natürlich nur von unwissenden Muggel), denn er trägt zwei gedrehte Hörner auf dem Kopf, die dem eines Einhorns durchaus ähneln.
Der Greif
Der Greif ist ein mächtiger Vogel, der in den Bergen lebt und ungefähr 60 Jahre alt werden kann. Er hat den Rumpf eines Löwen und den Vorderleib, die Flügel, Krallen und den Kopf eines Adlers, aber dennoch ist er nicht zu verwechseln mit den Hippogreifen, auch wenn er ihnen durchaus ähnlich sehen kann. Zu den Hippogreifen komme ich aber später noch.

Männlicher Greif
Zeichnung von barbara
Greife kommen ursprünglich aus dem Orient und aus Indien und haben sich im Laufe der Zeit bis in unsere Gefilde verbreitet. Schon den alten Perser und Babyloniern war der Greif bekannt und sie bezogen ihn in ihre Wandmalereien mit ein.
Der Greif gilt weithin für scharf blickende Klugheit und für das Sehertum an sich. Besonders Seher nehmen die Darstellung eines Greifs daher gerne als Wappen und Glücksbringer.
Allerdings ist der Greif keineswegs ein harmloser, schöner, großer Vogel. Er steht zwar für Klugheit und seine Eier, die so groß sind wie die von Straußen, sind in der Zaubererwelt sehr begehrt, aber man sollte ihm nicht zu nahe kommen, denn er ist sehr mächtig. Leider kann man bis heute nicht genau sagen, wie mächtig er im Einzelnen wirklich ist. Da es aber schon einige Unfälle mit Zauberern gegeben hat, die sein Eier stehlen wollten und weil jedes Greif-Weibchen nur alle paar Jahre ein einziges Ei legt, ist es heute verboten ihn zu jagen (was leider in früheren Zeiten vorgekommen ist, weil die Menschen - Muggel wie Zauberer - Angst vor ihm hatten) oder die Eier zu verkaufen.
Denn leider ist dieser majestätische Vogel vom Aussterben bedroht und die Zaubererschaft versucht alles, die Population zu retten und zu vergrößern.
Der Thestral
Thestrale sehen aus wie geflügelte Pferde mit einer schwarzen, lederartigen Haut, die das Skelett darunter deutlich abzeichnet. Die Flügel ähneln denen einer Fledermaus. Allerdings haben sie keinen Pferdekopf, sondern eher den einer Echse mit weißen, pupillenlosen Augen.

Thestral
Zeichnung von barbara
Thestrale können sehr große Lasten ziehen und finden jedes Ziel schnell und sicher. Noch schneller sind sie, wenn es ans Fliegen geht, denn ihr Flug ist sehr sicher und sie kommen in sehr kurzer Zeit ans Ziel. Sie ernähren sich von Fleisch und werden von Blutgeruch angelockt und leben am liebsten im Dunklen.
Vielleicht gelten sie auch deshalb als Omen des Todes. Aber vor allem haben sie diesen Ruf, weil nicht alle Zauberer Thestrale sehen können. Nur für denjenigen, der den Tod gesehen hat, wird ein Thestral sichtbar. Für alle anderen bleibt er unsichtbar. Thestralpopulationen sind nicht wirklich bekannt und man weiß nur von einer einzigen zahmen Population auf der ganzen Welt. Ich meine natürlich die von Hagrid, dem Wildhüter in Hogwarts.
Kapitel 2: Haustiere in Hogwarts
Kapitel 4: Magische Wasserbewohner