Karfreitag

Am Karfreitag, welcher traditionell immer der Freitag direkt vor Ostern ist, wird von Christen an den Tod Jesus Christus am Kreuz gedacht und er gehört zusammen mit Ostern zu den höchsten Feiertagen in der christlichen Religion. Zusammen mit Christi Himmelfahrt und Pfingsten symbolisieren diese Feiertage den Sieg über unter anderem den Tod und auch die Hölle. Der Name leitet sich vom althochdeutschen kara ab, was so viel wie Trauer, Kummer oder auch Klage bedeutet.

Bekannt ist Karfreitag auch unter den Namen Stiller Freitag, Hoher Freitag oder Guter Freitag, wobei letztere Bezeichnung von Martin Luther eingeführt wurde.

In der katholischen Kirche gehört der Karfreitag zum sogenannten Tridum Sacrum, zu welchem auch der Gründonnerstag (Tag vor Karfreitag) und die Feier in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag gehören. Karfreitag gehört noch mit zur Fastenzeit und wird als sehr strenger Fasttag angesehen, so wird an diesem Tag zum Beispiel traditionell kein Fleisch gegessen. In den Gottesdiensten gibt es keine Feier der Sakramente. Der Hauptgottesdienst an diesem Tag trägt den Namen Feier vom Leiden und Sterben Christi und besteht aus einem Wortgottesdienst, der Verehrung des Heiligen Kreuzes und aus der Kommunionfeier. Dieser Gottesdienst beginnt traditionell um 15 Uhr, dem Sterbedatum von Jesus, und die dominierende Farbe ist rot, als Symbol für das vergossene Blut. Besonders wichtig ist während des Hauptgottesdienstes auch die Verlesung der Passionsgeschichte sowie die Nicht-Benutzung von Glocken und Schellen. Stattdessen kommen Holzratschen zum Einsatz. In anderen Kirchen, wie der protestantischen oder den Ostkirchen gibt es abweichende Traditionen und Bräuche, aber der Hintergrund - der Tod von Jesus Christus - bleibt gleich. Neben den Gottesdiensten gibt es in vielen Orten auch Passionsprozessionen, bei denen ein großes Holzkreuz durch die Stadt getragen und somit der Leidensweg Jesus nachgestellt wird.

Die Handhabung des Karfreitags als gesetzlicher Feiertag ist hingegen nicht überall gleich geregelt. Während er in Deutschland und im überwiegenden Teil der Schweiz als gesetzlicher Feiertag eingerichtet ist, haben in Österreich nur bestimmte Menschen frei, wie zum Beispiel evangelische Christen oder Altkatholiken. Für alle anderen ist es ganz normaler Arbeitstag. Auch in Luxemburg ist Karfreitag kein gesetzlicher Feiertag. In Deutschland gilt darüber hinaus Tanzverbot und ein Verbot öffentlicher Veranstaltungen, die gegen den Ernst des Tages verstoßen. So bleibt zum Beispiel die Kirmes in Bremen geschlossen und Theater und Opern passen den Spielplan entsprechend für diesen Tag an.

von Anjalina, Gryffindor

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Karfreitag

Samuels Freunde

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Samuel Israel Scrouse war ein alter Zauberer, der seinen Lebensabend auf dem Familienanwesen "Scrouse Manor" verbrachte. Das Anwesen lag in einem kleinen Tal, welches umgeben von Bergen und somit von außen nicht einsehbar war. Scrouse Manor gehörte zu dem kleinen schottischen Ort Beauly in den Highlands. Samuel war der einzige Zauberer in der Gegend und obwohl die Dorfbewohner nichts über seine Fähigkeiten wussten, ließen sie ihn bei jeder Gelegenheit spüren, was sie von solchen absonderlichen Menschen hielten, die alleine auf einem großen Anwesen ohne viel sozialen Kontakt lebten. Besonders die Erwachsenen zeigten ihre Abneigung ganz deutlich. Immer wenn er sich im Dorf aufhielt, um dort alltägliche Besorgungen zu machen, mieden sie ihn. Manchmal sah er sie über ihn tuscheln und er hörte wie sie ihn als "Freak" bezeichneten.
Obwohl ihn das sehr schmerzte, immerhin hatet er den Leuten von Beauly nie etwas zu Leide getan, blieb er weiter auf dem Familienanwesen wohnen. Dafür gab es einen Grund: Die Kinder des Ortes.
Die Kinder waren die einzigen, die ihn nicht wie einen Sonderling oder Freak behandelten. Ja, sie fanden ihn sogar sehr interessant und sie besuchten ihn oft. Er liebte die Gesellschaft der Kinder und die Kinder liebten sein Haus mit dem großen parkähnlichen Garten und natürlich seine Geschichten, die er vor allem in den Wintermonaten vor dem Kamin erzählte. Samuel hatte viele Geschichten zu erzählen. Hauptsächlich waren es Geschichten über Hogwarts und über sein altes Haus Gryffindor, welche er den Kindern natürlich als frei erfundene Geschichten verkaufte. Jedoch sah er in ihren Augen, vor allem bei den jüngeren Kindern, dass sie ihm die Geschichten glaubten und sie als real einstuften.

So verging der Winter und langsam begann es Frühling zu werden. Bald stand schon Ostern vor der Tür und Samuel hatte sich zu dem Fest etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Er wollte, mithilfe seiner Hauselfen, Ostereier und Schokoladenhasen auf dem Anwesen verstecken. Jedes der Kinder bekam dann am Ostersonntag einen kleinen Korb, um die gefunden Süßigkeiten hineinzulegen. Anschließend wollten sie noch ein wenig, bei Kakao und Osterbrot, zusammen sitzen und einen schönen Nachmittag verbringen.
Die Karwoche verging für ihn viel zu langsam. Er hatte bereits Mitte der Woche alles für das Eiersuchen vorbereitet und wartete seitdem ungeduldig auf den Ostersonntag.

Endlich war der Ostersonntag da!
Samuel stand schon sehr früh auf und nachdem er die Eier und die Osterhasen versteckt hatte, begann er den Tisch für den Nachmittagskakao zu decken. Sie hatten nicht mehr viel Zeit, da er die Kinder bereits für 10.30 Uhr hierher bestellt hatte.
Als es dann an der Tür klopfte, erschrak er zuerst, begann dann aber zu lächeln. Das konnten nur die Kinder sein, dachte er sich und ging gutgelaunt vom Esszimmer in den Salon, wo sich die Eingangstür befand.
Doch als er seine Besucher vor der Tür stehen sah, erstarb sein Lächeln.
Es waren zwar alle Kinder gekommen, doch sie hatten ihre Eltern mitgebracht und diese schauten ihn jetzt grimmig an.
"Sie haben also unsere Kinder zum Eiersuchen eingeladen, richtig?", fragte eine Mutter, die etwas weiter hinter stand.
"Äh, ja, schon." Antwortete er und schaute in die unfreundlichen Gesichter der Eltern.
"Hören Sie, ich weiß wirklich nicht was Sie wollen. Ich wollte Ihren Kindern nur eine Freude machen. Wenn Ihnen das nicht passt, dann verlassen Sie am besten mit Ihren Kindern mein Grundstück", sagte er laut und knallte ihnen die Tür vor der Nase zu.
Wütend wand er sich ab und ging zurück ins Esszimmer. Dort ließ er sich auf einen Stuhl fallen und vergrub sein Gesicht in den Händen.
"Was ist los, Meister Samuel?"
Samuel blickte auf und sah in die großen Augen seiner Hauselfe Polly, die etwas beschämt vor ihm stand.
"Ach, Polly. Die Eltern der Kinder sind ebenfalls gekommen und haben mich beschimpft", erklärte er seiner Elfe.
"Diese erwachsenen Muggel sind immer so gemein", erwiderte Polly und ballte ihre kleine Hand zur Faust.
"Na ja, sie haben Angst. Die Leute haben immer Angst vor Sachen, die sie nicht verstehen."
Samuel sah wie Polly ihre Augen ein wenig zusammenkniff, sich dann aber umdrehte und in der Küche verschwand. Anschließend vergrub er wieder sein Gesicht in den Händen, um die Tränen zu verdecken, die gerade in ihm hochstiegen.

Plötzlich riss ihn ein neuerliches Klopfen aus seinen Gedanken. Er überlegte ob er überhaupt noch aufmachen sollte, doch als es ein zweites Mal klopfte, entschied er sich doch an die Tür zu gehen.
Wie erwartet standen draußen die Eltern mit den Kindern. Doch dieses Mal blieben die Kinder nicht draußen stehen, sondern liefen einfach ins Haus. Samuel konnte nur noch schnell zur Seite springen, um nicht umgerannt zu werden.
"Also, ähm...", begann einer der Erwachsenen zu sprechen, "...wir haben jetzt noch mal mit unseren Kindern geredet und sie wollten unbedingt hier bei Ihnen Ostereier suchen... und na ja, sie haben sich nicht davon abbringen lassen, verstehen Sie? Also wenn es Ihnen nichts ausmacht, könnten die Kinder dann bei Ihnen bleiben?"
"Wissen Sie was? Warum bleiben Sie nicht auch einfach hier. Dann können Sie sich davon überzeugen, dass ich keine schlechten Absichten mit Ihren Kindern habe", schlug Samuel vor.
"Meinen Sie wirklich?"
"Ja, das ist doch gar kein Problem."
Samuel trat einen Schritt zur Seite und ließ die Eltern ins Haus.
Schmunzelnd beobachtete er, wie sie sich etwas unsicher umschauten. Doch als sie ins Esszimmer kamen, den gedeckten Tisch sahen und draußen ihre Kinder, wie sie so viel Spaß beim Eiersuchen hatten, tauten sie etwas auf. Sie setzten sich auf einen freien Platz und beobachteten ihre Sprösslinge. Nach und nach begannen sie sich auch untereinander zu unterhalten und bezogen sogar Samuel mit in ihr Gespräch ein.
Es wurde ein wirklich schöner Ostersonntag.

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Im Laufe der nächsten Wochen lernten die Erwachsenen Samuel besser kennen. Und nachdem sie ihre Vorurteile gegenüber ihm abgelegt hatten, behandelten sie ihn wie ein vollwertiges Mitglied der Gemeinde. Ja, man könnte schon fast sagen, sie behandelten ihn wie einen Freund.

von Gwendoyn (Text) und Sahira Tania Arabella Rose (Bilder), Gryffindor

Rezept - Hefeteigküken

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Zutaten: (für 8 Stück)

Zubereitung:
Die Milch erwärmen, bis sie lauwarm ist. Die Hefe darin auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben. In die Mitte eine kleine Kuhle drücken und darin die erwärmte Hefemilch geben. Alles zu einen Teig kneten. Den Teig ca. 15 Min in einem warmen Ort gehen lassen. Butter, Salz und Zucker zum Teig geben und alles zu einer glatten Masse verarbeiten. Alles nochmals 30 Min gehen lassen. Nun den Teig zu einer langen Rolle formen und in 8 gleichgroße Stücke (jedes ca. 70 g) schneiden. Die Stücke zu einer Rolle rollen und daraus einen Knoten formen. Aus der einen Knotenhälfte einen Schnabel formen. Zwei Rosinen als Augen in die Hälfte drücken. Das andere Ende als Schwänzchen 3-4 mal einschneiden. Eigelb mit etwas Wasser verrühren und die Küken damit bestreichen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im vorgeheizten Backofen bei 200 °C/ Umluft: 175 °C/ Gas: Stufe 3 für 15 - 20 Min backen. Küken herausholen und abkühlen lassen.

Zubereitungszeit: ca. 30 Min + 45 Min Wartezeit (zum Gehen des Teiges)

von Farnelia, Gryffindor

Von Drachen, Eiern und klebrigen Vögeln

Heute war wieder einer dieser Tage, wo ich denke, warum mache ich das überhaupt. Du stehst auf, schaust in den Spiegel, schmeißt dir Wasser ins Gesicht, ziehst deine Kleidung an, heftest das Namensschild mit der Aufschrift "Adessok, Schadensbewerter 1. Klasse" an deine Kleidung und gehst zum Tatort.


Ungewöhnlicher Tatort, ungewöhnliche Begleitumstände und vor allem: ungewöhnliche Schadensermittlung und -regulierung.

Tatort:
Gringotts

Begleitumstände:
Der die Hochsicherheitsverliese bewachende Drache erlitt aus noch nicht restlos geklärten Gründen einen Tobsuchtsanfall und floh durch das Dach. Vorher beschädigte er noch einige umliegenden Verliese. Bei der Kontrolle der Schäden im Verlies derer von Lestrange wurde eine eigenartige Substanz aus einem Verlies im Nachbarkorridor entdeckt. Diese Substanz war anscheinend durch die Hitze flüssig geworden und unter der Tür hindurchgeflossen und hatte sich nach dem Abkühlen wieder verfestigt. Chemische Laboranalysen ergaben eine Substanz, die unter dem Namen "scrambled eggs" allgemein bekannt war.
Nach Durchsicht der alten Unterlagen ergab es sich, dass hier eines der ältesten Verliese von Gringotts beschädigt war; der damalige Erstunterzeichner wurde mit Lepus Paschalis angegeben.

Schadensermittlung:
Nachdem Lepus Paschalis endlich informiert worden war, sandte er einen Abgesandten nach Gringotts, der sich den Schaden besah und für die weiteren Verhandlungen alle Vollmachten hatte. Lepus P. machte vor allem geltend, dass in diesem Verlies der größte britische Umschlagplatz für easter eggs gewesen sei. Diese würden in XXXX (Name gestrichen) eingesammelt, in Gringotts gelagert, in YYYY (Name gestrichen) aufbereitet, in ZZZZ (Name gestrichen) gefärbt und dann über alle Grafschaften verteilt werden. Ersatzeggs seien nicht mehr zu beschaffen, da momentan Hochsaison sei.

Von Drachen, Eiern und klebrigen Vögeln

Aufgrund der Komplexität wurden leider insgesamt vier Schadensbewerter mit dem Fall betraut. Der Vertreter von Lepus P., der Vertreter der Bank (also ich), der Vertreter der Bankenaufsicht des ZM und der Vertreter der Drachengemeinschaft (glücklicherweise kein Drache!).

Nach umfangreichen Verhandlungen wurde ein Kompromiss erarbeitet: Statt einer bestimmten Summe Galleonen wurde eine 1 zu 1 Umsetzung von easter eggs zu surprise eggs der Firma Fred & George Weasley Ltd. festgesetzt, damit auch die britischen Kinder zu Ostern nicht leer ausgehen.

Kaum war der Kompromiss gefunden und schriftlich festhalten, traten weitere Akteure auf den Plan. Die Vertreter der Inhaber weiterer Hochsicherheitsverliese waren überraschend erschienen, um zu prüfen, inwiefern auch ihre im Umfeld liegenden Verliese beschädigt worden waren. Dazu gehörten auch Vertreter der Hogwartschen Häuser. Die von Prof. Flitwick beauftragte Person legte sogleich ihr Veto ein, da sie befürchtete, dass die durch eine scheinbar undurchschaubare Schadenserstellung festgelegte Summe einen noch gar nicht feststehenden Schaden ihres Hauses nicht mehr decken könne.
An die weiteren sich nun verkomplizierenden Verhandlungen möchte ich lieber nicht erinnert werden, aber schließlich einigte man sich mehrheitlich auf eine schnelle Regulierung.

Als zusätzliches Bonbon für die auf die wahren easter eggs verzichtenden Kinder wurde von Weasley Ltd. garantiert, dass in jedem 7. Ei nun ein kleines Fondantnest oder ein Geleevogel beigelegt wurden.

Fondantnester, Geleevögel?? Na, ja wer's mag! Ich jedenfalls mag solche süßklebrigen Dinge nicht und Tage wie diesen schon gar nicht. Wenn das so weitergeht, dann brauche ich trotz Fastenzeit noch ein großes Glas des Lieblingsgetränkes für harte Kobolde: Eierlikör!

von daedalus diggel, Gryffindor

"Lieber Osterhase, wie geht es dir? Du wunderst dich bestimmt, dass ich dir schreibe. Ich finde es einfach unfair, dass der Weihnachtsmann jedes Jahr einen Haufen Briefe von allen Kindern (und auch Erwachsenen) erhält und du jedes Mal leer ausgehst. Ich hoffe, ich kann dich also dieses Jahr mit einem kleinen Brief von mir erfreuen.
Wenn man dem Weihnachtsmann einen Brief schreibt, geht es meist darum, was man sich wie sehr zu Weihnachten wünscht. Der gute Mann darf sich dann die erstaunlichsten Wünsche durchlesen und sich überlegen, wie er sie erfüllt bekommt. Letztes Jahr zum Beispiel, da hat sich mein kleiner Bruder eine Reise in einem Space-Shuttle zum Mond von ihm gewünscht. Ganz ehrlich, wäre ich der Weihnachtsmann, hätte ich mich schon längst selbst vom Dienst suspendiert...
Aber nun zu dir, guter Osterhase. Keine Angst, ich werde mir meine unerfüllbaren Wünsche sparen und dir einfach nur erzählen, wie meine Familie und ich uns auf Ostern freuen.
Da fällt mir ein, ich hab mich ja noch gar nicht vorgestellt! Ich heiße Millie und bin 11 Jahre alt. Ich lebe mit meinen Eltern in so einem kleinen Haus mit Efeu-Ranken an der Hauswand. Im Winter existieren diese Efeuranken natürlich nicht, aber jetzt, wo der Frühling endlich wieder kommt und die Sonne sich mit ihren Strahlen so sehr anstrengt, jetzt kann man die grünen Dinger wieder sehen. Auch sonst sieht man bei uns im Garten schon ein paar andere Pflanzen, die sich alle Mühe geben, ihre Hälse endlich wieder aus der Erde hervor zu strecken. Ich mag dieses Gefühl, wenn es endlich wieder etwas wärmer wird. Wenn die Sonnenstrahlen einem ein kribbeliges Gefühl auf der Haut machen. Wenn der blaue Himmel einem regelrecht ins Gesicht lacht.
Gestern brauchte ich nicht mal mehr meine Jacke anzuziehen, es war auch so schon warm genug. Meine Mama sagt, der Frühling kommt bald. Meine Familie - "

"Was schreibst du denn da die ganze Zeit?"
Mein kleiner Bruder. Ich hätte es ahnen müssen.
"Einen Brief.", antwortete ich knapp und versuchte, mich durch seine Anwesenheit nicht komplett vom Schreiben ablenken zu lassen. Gerade wollte ich zu einem neuen Wort ansetzen...
"Einen Brief? An wen denn?"
Ich knurrte. "Was geht es dich an, hast du nicht irgendwas anderes zu tun? Lego bauen, komische Bilder malen oder Mama auf die Nerven gehen?" Genervt sah ich ihn endlich an. Er machte ein unglückliches Gesicht. "Nie sagst du mir, was du machst. Immer frag ich nach und denk, ich erkundige mich mal und du..." "Ist ja schon gut!", ich seufzte, "ich schreibe an den Osterhasen."
Er machte große Augen. "Wirklich?" Er überlegte kurz. Über seinen verwirrten Ausdruck musste ich nun doch grinsen. "Meinst du, er antwortet? Der Weihnachtsmann ist da ja eher etwas zurückhaltend." Da musste ich ihm recht geben. "Ich versuch es einfach mal."
Ich wandte mich wieder meinem Brief zu. Jonas schielte zwar noch einige Zeit auf meinen Zettel, doch irgendwann schien ihn mein konzentriertes Schreiben zu langweilen und er verzog sich.

"... Meine Familie ist gerade dabei, das Haus ein wenig zu dekorieren und alles sauber zu machen. Oder viel mehr, Mama macht alles sauber, dekoriert und hält uns ganz schön auf Trab. Heute hat sie mir allein drei Mal gesagt, dass ich mein Zimmer aufräumen soll. "Frühjahrsputz" nennt sie das. Wenn sie mal nachgesehen hätte, wüsste sie, dass das längst erledigt ist. Eltern.
Jonas und ich wollen morgen Eier bemalen. Du weißt bestimmt, wie das geht oder? Schließlich liegen jedes Mal ein oder zwei angemalte Hühnereier mit in meinem Osterkorb, wenn ich suchen gehen darf. Ich finde, du gibst dir sehr viel Mühe. Ich mag die Eier gar nicht essen, weil sie so schön aussehen, aber Papa sagt immer, die werden sonst schlecht. Die Schoko-Eier finde ich natürlich auch nicht schlecht. Wer sagt schon nein zu Schokolade? Ich jedenfalls nicht.
An Ostersonntag kommen wieder Tante Anne und Onkel Herbert zu besuch. Ich mag Ostern. Ganz ehrlich. Aber wenn Anne sich nicht bald was Besseres einfallen lässt, als mir jedes Mal in die Wange zu zwicken, wenn sie mich sieht und zu rufen: "Du wirst immer erwachsener!", dann überlege ich mir mal was. Zur Not zwicke ich ihr auch in die Wange und rufe: "Tante Anne, du wirst immer älter!"
Onkel Herbert ist schwer in Ordnung. Er sagt nur etwas, wenn es wirklich wichtig ist. Oder wenn wir an Winterabenden gemeinsam vor dem Kamin sitzen. Dann kann er ganz tolle Geschichten erzählen. Aber ich bin auch nicht traurig, dass der Winter nun bald vorbei ist.
Lieber Osterhase, ich muss dir jetzt etwas sehr Trauriges erzählen. Ich schiebe es ja doch nur vor mir her. Ich glaube, du bist alt genug, um es zu erfahren. Vorweg möchte ich sagen, dass ich damit nichts zu tun hab, sondern dass es nur die Idee meiner Eltern ist. Jedes Jahr an Ostern isst meine Familie einen Hasen! Wenn es ein Kollege von dir ist, tut mir das sehr Leid. Ich rühre von seinem Fleisch keinen Bissen an, schließlich sind auch genug Kartoffeln, Rotkohl und Nudeln da. Bist du jetzt sehr enttäuscht von ihnen? Ich hoffe du nimmst es meiner Familie nicht übel und bringst Jonas trotzdem noch ein paar Eier. Sie wissen es einfach nicht besser.
Am letzten Sonntag war ich übrigens mit meiner Mutter in der Kirche. Sie findet es richtig, an Ostern dann auf jeden Fall auch in die Kirche zu gehen, sie meinte an diesen Tagen muss man besonders an Jesus denken.
Der Pastor hat etwas davon erzählt, dass dieser Jesus am "Karfreitag" gekreuzigt wurde und dass er das nur für uns erlitten hätte. Es ging um viele "Süden" und so. Ich dachte immer, es gäbe nur einen Süden. Ich hab das alles nicht so richtig verstanden, das schien eine ziemlich große Sachen zu sein. Kanntest du Jesus? Kannst du mir von ihm erzählen, wenn du mir zurück schreibst?
Ich hoffe sehr, dass du antwortest, ich bekomme so gerne Post und der Weihnachtsmann ist sehr schreibfaul.
Wie du siehst, ist Ostern für uns schon ein sehr besonderes Fest. Ich hoffe, du fühlst jetzt wieder, dass deine Arbeit sehr gewürdigt wird. Am meisten freue ich mich natürlich aufs Ostereier suchen!
Ich freue mich auf dich!
Deine Millie.

PS: ... Wenn ich doch einen klitzekleinen Wunsch äußern könnte... Meine Lieblingsschoko-Eier sind die mit Nougat..."

Sorgfältig faltete ich meinen Brief zusammen. Jetzt musste ich nur noch überlegen, wie der Osterhase den Brief erhalten würde. Ich brauchte nicht lange nachzudenken, es war sonnenklar: Der Osterhase kam wie alle anderen Hasen aus dem Wald. Er lebte ja dort und wenn nicht Ostern war, hatte er ein sehr friedliches Leben zwischen den Bäumen. Schnell zog ich mir meine Frühlingsjacke über und stiefelte hinüber zu unserem kleinen Fichtenwald am Rande der Stadt. Mit klopfendem Herzen steckte ich den Brief zwischen ein paar Grasbüschel neben eine große Fichte. Ich betrachtete den kleinen weißen Fleck noch eine Weile und ging dann zurück ins Haus.
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***

Es war Ostermorgen. Der Himmel war blau und die Sonne strahlte ihr schönstes Gelb auf die Welt hinab. Neugierig und sehr aufgeregt stand ich mit meinem kleinen Bruder Jonas in unserem Garten. Jeder von uns hielt ein kleines Körbchen in der Hand. "Drei... Zwei... Eins... Los!", rief meine Mutter und ich stürmte dicht gefolgt von Jonas in den Garten hinein. Jeder Stein wurde um gedreht, jeder Grashalm zur Seite gebogen - ich hätte Sherlock Holems Konkurrenz gemacht! Schließlich, ganz verborgen hinter unserer Schaukel fand ich es: Mein Osternest.
"Ich hab es, ich hab es!", jubelte ich und als ich mich hinkniete, um meinen Fund zu bewundern, staunte ich nicht schlecht: Unter den anderen Schoko-Eiern und den bemalten Hühner-Eiern fand ich einen riesigen Haufen an lila eingepackten Nougat-Eiern.
Zufrieden lächelte ich. Ich hatte gewusst, dass mich der Osterhase nie enttäuschen würde.

von Meerlie (Text) und Farnelia (Bild), Gryffindor

Das Osterfest

Wir feiern das Osterfest, aber woher kommt Ostern, warum liegt es nicht an einem festen Datum wie Weihnachten, und wie begehen es andere Menschen?

Dass die Wurzel des Osterfestes alt sind, sieht man daran, dass es eben auf verschiedenen Daten liegt. Unser Kalender richtet sich nach dem Lauf der Erde um die Sonne – aber früher war der Mond der wichtigere Zeitmesser am Himmel. Da dieser Lauf aber nicht mit dem der Sonne übereinstimmt, wechselt hier immer das Datum.

Beispielsweise steht im Markusevangelium (15,6-40), dass der Todestag Jesu der Haupttag des Pessachfestes war, nach Johannes war es einen Tag früher. Das jüdische Pessachfest erinnert an die letzte Nacht der ägyptischen Gefangenschaft und weist darauf hin, dass die letzte Plage – die Tötung der Erstgeborenen – durch ein Blutmal von geschlachteten Ziegen an von Juden bewohnten Häusern an deren Bewohnern vorbeigehen konnte. Pessach bedeutet übersetzt „abprallen“.

Es besteht also keine inhaltliche Verbindung beider Feste, sondern nur eine zeitliche. Es findet im Frühling statt und beginnt am Abend des 14. Nisan, dem ersten Frühlingsmonat im jüdischen Kalender. Das Judentum hängt mit seinen Fest- und Gedenktagen immer noch vom Lauf des Mondes und dem Mondkalender ab. Diese Verschiebung gegenüber dem Sonnenkalender blieb im Christentum auch nach allen Kalenderreformen erhalten.

Bei uns erinnert das Osterfest an die Auferstehung Christi. Ostern fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Weil z. B. sich Pfingsten nach dem Osterfest richtet, verschieben sich viele christliche Festtage.

Bei dem Namen Ostern gibt es verschiedene Deutungen. Einerseits soll es von „Austro“ Morgenröte hergeleitet sein, weil Jesus zu dieser Zeit auferstanden sein soll. Die Herleitung von einer germanischen Frühlingsgöttin Ostara ist erfunden, weil sie erstmals im 17. Jahrhundert auftaucht und in früherer Zeit nicht so belegt ist. In vielen Sprachen bezieht sich der Name direkt auf das Pessachfest z. B. im französischen „pâques“. Der Termin des Osterfestes liegt in manchen Ländern verschieden, beispielsweise im orthodoxen Glaubensraum, weil hier noch der alte julianischen Kalender gilt.

Viele Bräuche beruhen darauf, dass der Frühling zu dieser Zeit beginnt und das Leben aus dem Winterschlaf erwacht. Die bekanntesten Beispiele dafür sind das Osterei und der Osterhase; Ei und Hase sind schon seit ältester Zeit Symbole der Fruchtbarkeit und passen auch sehr gut zum christlichen Osterfest, das ja auf der Auferstehung basiert.

Da an diesem Tag auch die Fastenzeit beendet wird, ist Ostern auch ein Fest, an dem viel gegessen und getrunken wird. Eier stehen vielfach im Mittelpunkt, aber es wird allgemein das Fasten bewusst gebrochen. In manchen Gegenden Österreichs ist am Karsamstag die Segnung von Speisen z. B. Würsten, Kren oder dem Osterschinken üblich.

Osterfeuer beruhen definitiv auf alten Germanischen Sonnenfesten, da dadurch das Wiedererscheinen der Stärke der Sonne angedeutet wird.

Dudleys erstes Osterfest ohne Harry

Es war schon seltsam für Dudley Dursley, dass Harry nicht immer da war. Keiner, den man verspotten oder ärgern konnte. Also suchte sich Dudley in Harrys erstem Schuljahr neue Opfer aus. In Smeltings, aber auch daheim. Sonst wären die Ferien und die wenigen freien Wochenenden ja langweilig geworden. Man nannte ihn noch nicht Big D, aber Kinder in dem Alter geben sich noch nicht solche Spitznamen. Und schon die wenigen Tage an den Wochenenden, die er in Little Whinging verbrachte, wurden Dudley und seine Freunde zum Schrecken der kleinen Kinder in der Siedlung. Jedes Spielzeug wurde zerstört, jede Süßigkeit weggenommen. Und sowohl Vernon als auch Petunia redeten von „kindlichem Übermut“ und gaben lieber den wütenden Eltern das Geld für das Spielzeug oder das Eis. Viele wagten auch nicht mehr, ihren Eltern etwas zu erzählen, weil Dudley anfing, die jüngeren Kinder und jedes, das deutlich schwächer schien als er, zu verprügeln. Und die Dursleys dachten, Dudders wäre vernünftiger geworden und würde andere Dinge unternehmen, schließlich hatten sie sein Taschengeld extra erhöht, damit das Wochenende nicht durch fremde Eltern gestört wurde.

Die Kinder hatten Angst vor Dudley und den „großen Jungs“ und wenn sie nicht mit ihren Eltern darüber redeten, dann aber sehr wohl in der Schule. Viele kannten zumindest Dudley schon als Schulbully und waren froh, dass er nicht mehr an ihre Schule ging oder auch, dass er in der Woche nicht in der Nähe war. Aber in den Weihnachtsferien trauten sich die, die dieses Fest zu Hause verbrachten, kaum auf die Straße oder wenn dann in Begleitung größerer Geschwister oder Erwachsener. Und viele Eltern waren stolz darauf, dass ihre Kinder endlich kein Spielzeug mehr im Vorgarten herumliegen ließen. Es fiel ihnen auch kaum auf, dass ihre Kinder gern Freunde in anderen Siedlungen besuchten aber selbst kaum Besuch bekamen.

Aber die Kinder untereinander redeten darüber und viele waren froh, als die Weihnachtferien vorbei waren. Man musste doch mal für die Eltern einkaufen gehen oder wollte zumindest eine Straße weiter Freunde besuchen. Und so kam es, dass sich Dudley wunderte, wo den alle hin wären, aber immer noch ein paar Opfer fand. Viele Eltern erzählten stolz, dass ihre Kinder sich regelrecht auf die Schule freuten. Dem war aber nur so, weil der kleine Tyrann fort war.

Aber bevor an den freien Ostertagen, die Harry ja in Hogwarts verbrachte wie die meisten Zauberschüler, Dudley für 3 Tage zurückkehrte fürchteten besonders die ganz Kleinen, vor denen Dudley auch kein Halt machte, um ihre geliebte Ostereiersuche und auch die Älteren machten sich Sorgen darum, auch wenn sie schon wussten, dass ihre Eltern und nicht der Osterhase die Eier versteckte.

Je näher der Termin rückte, desto unruhiger wurden die Kinder in der Siedlung und desto mehr erzählten sie darüber. Ostern lag am 19. April und im März redete man intensiver darüber, wie man Dudley am besten hindern konnte, die traditionelle Ostereiersuche durch das Finden oder Zerstören der Eier kaputtzumachen. Hierbei wurden die Kleinsten natürlich ferngehalten, denn im Gegensatz zu Dudley kümmerten sich die meisten Kinder sehr wohl umeinander. Und bei diesem Thema blieben die normalen Animositäten außen vor. Die konnten später ausgelebt worden.

Mitte März verabredeten sich ein paar Kinder an einem Wochenende, von dem sie wussten, dass Dudley in Smeltings bleiben würde zum Spielen auf dem Spielplatz, auf dem ein paar Jahre später Ereignisse stattfinden würden, die wir alle kennen und an dem Dudley begann, sich selbst zu erkennen. Schlimmeres und gleichzeitig Besseres konnte durch Dementoren nicht passieren, aber das lag eben noch in der Zukunft.

Und die Kinder versammelten sich auch in der kommenden Woche noch mitten in der Siedlung in einer großen Gruppe mindestens zweimal in der Woche. Die Eltern der Kinder wunderten sich sehr, warum die Kinder sich immer in einer großen Gruppe versammelten und nicht wie sonst meist in ihrer kleinen Clique. Und sie unterhielten sich scheinbar nur und spielten nicht. Es gab kein plötzliches Auseinanderlaufen um sich zu verstecken, kein Ball lag dabei und es wurden keine Mannschaften gewählt. Aber das war kein Gespräch unter den Eltern, die sich ja vielfach kannten und sei es nur von gemeinsamen Elternabenden.

Schließlich hatten einige Kinder auch Stifte und Zettel dabei und die Eltern dachten an Rätselspiele oder Ähnliches. Und Anfang April hätten sich die Eltern noch mehr gewundert, aber sie bekamen es nicht mit, weil sich dazu wieder alle auf dem Spielplatz versammelten. Und es waren wohl so viele Kinder wie noch nie. Sie warfen ihr Taschengeld zusammen und es wurde eine Liste geschrieben, später eine zweite. Drei Kinder wurden mit dem Taschengeld aller losgeschickt und rasten in die nahegelegenen Geschäfte. Währenddessen wurde eine große unter einem Pullover versteckte Flasche hervorgeholt und sorgsam beiseite gestellt. Dann setzte man sich, schaukelte, rutschte und einige spielten halbherzig Verstecken oder Fangen. Man merkte aber, dass alle nur auf etwas warteten und halbherzig dabei waren.

Schließlich kamen die drei Kinder beladen mit großen Tragetüten zurück. Sie packten viele Schokoladenostereier aus und eine Palette mit richtigen Eiern. Dazu gab es Eierfarben. Und dann wurde es seltsam. Niemand rührte die Schokoeier an. Es wurde die Flasche geholt und vorsichtig auf dem Boden aufgeschraubt. Und noch viel mehr Dinge geschahen, die man bei Kindern nicht so erwartete. Aber schließlich wurde all das wieder eingepackt und die Kinder gingen ihrer Wege.

Schließlich kam Ostern, es war schon angenehm warm und trocken. Und Dudley Dursley kam aus Smeltings, freute sich auf viel Schokolade, aufs Verhauen und andere Ärgern. Viele Kinderaugen verfolgten diesmal mehr erwartungsvoll als ängstlich die Ankunft, als Vernon ihn mit dem Auto vom Bahnhof abholte.

Richtig los mit den seltsamen Ereignissen ging es aber erst am nächsten Morgen, dem Ostersamstag. Das war der Tag, an dem traditionellerweise die Eier in jeglicher Form versteckt wurden. Das geschah meistens nachmittags. Aber eine Gruppe Kinder beobachtete sogar mit einem Fernglas bewehrt das Haus der Dursleys. Und als Onkel Vernon mit Petunia ins Auto stieg um einkaufen zu fahren, ging alles schnell. Jemand hatte sich hinters Haus der Dursleys geschlichen und beobachtete, was Dudley machte. Der saß wie immer noch beim Essen und würde erst dann das Haus verlassen. Das Mädchen, das Dudley beobachtete gab ein Zeichen zu jemandem, der in einem Baum hockte und der wiederum rief nach unten nur „Los“. Und mindestens zehn Kinder eilten mit kleinen Schüsseln bewaffnet los und verteilten direkt vor dem Zaun der Dursleys, wo aber noch der Rasen wuchs, reichlich Schokoeier. Man konnte sie gar nicht übersehen. An der Ecke vom Glyzinienweg, an dem Dudley meist vorbeikam um seine Runde zu drehen und seine Freunde zu treffen und an der sich ein kleiner grüner Rasenplatz befand wurden zwanzig bunt bemalte Eier vorsichtig so „versteckt“, dass man sie sofort sah.

Und dann rannten alle fort und es war im Ligusterweg so ruhig, wie sonst auch immer um diese Zeit an einem Samstagmorgen. Aber in den Fenstern, die auf das Haus der Dursleys hinausgingen, blickten viele Kinderaugen und nur ein größerer Junge schimpfte einmal als ein kleines Mädchen ein Schokoei nehmen wollte.

Und dann kam Dudley raus. Er ging hinaus und sah aus, als wenn er voller Tatendrang steckte. Als er das Gartentor schloss, sah er sofort die vielen Schokoeier. Und sehen und wegnehmen war eins. Und er stopfte auch gleich reichlich davon in sich hinein. Hinter den Fenstern wurde losgeprustet und Kinder lagen sich in den Armen oder klatschten sich ab.

Dudley hatte inzwischen die Stelle erreicht, an dem am Glyzinienweg die bunten Eier deutlich zu erkennen waren. Dudley mochte hartgekochte Eier nicht, aber man konnte sie gut kaputtmachen. Und hier wurde deutlich, was das alles sollte. Die Kinder hatten nicht versucht durch reichlich Essen Dudley zum Platzen zu bringen. Als Dudley nämlich mitten auf vier zusammenliegende Ostereier sprang, knackte es nicht nur herrlich, sondern es spritzte die übelriechende Masse von verfaulenden Eiern an seinen Hosenbeinen hoch. Und weil er das nicht gleich bemerkte, trat er erst noch ein paar Eier um, die ebenso stanken. Aber dann erreichte der fürchterliche Gestank Dudleys Nase und er schrie vor Wut. Und als dann zwei Jungen an der Ecke noch lauthals loslachten und ihn den „Fetten Stinkmorchel“ nannten, rannte er hinter ihnen her, ohne zu bedenken, dass er für das Einfangen seiner Opfer seine Freunde nicht dabei hatte. Er wälzte sich hinter den Jungen her, blieb aber plötzlich stehen und fasste sich an den Bauch und hinten an die Hose. Türen gingen auf und alle Kinder standen auf einmal in einem großen Kreis um Dudley herum. Dieser stöhnte als er sich zusammenkrümmte und seinen Magen hielt. Und seine Hose bekam hinten einen merkwürdigen Fleck. „Hey, Fettsack! Haben dir die Rizinuseier geschmeckt?“

Unter dem Gelächter der Kinder der Gegend quälte sich Dudley nach Hause und seine Hose hatte inzwischen noch wenig von ihrer ursprünglichen Farbe. Als die Tür im Ligusterweg 4 hinter Dudley zuschlug hörte man ein riesiges Triumphgeschrei aus vielen Kinderkehlen.

Von dieser Geschichte hörte Harry nie etwas, aber seitdem traf Dudley sich mit seinen Freunden lieber außerhalb der Siedlung, in der er wohnte. Diese Geschichte musste ja nicht verbreitet werden. Für die Kinder dort aber war es ein unvergesslich schönes Ostern – auch ohne Taschengeld.

Elfenostern Down Under - egal wie...

Rowdie, der alte Elf, saß inmitten einer riesigen Menge Straußeneier. Manche davon waren schon bemalt, andere waren noch gänzlich ohne Farbe. Er wischte sich seine bekleksten Hände an seinem Schurz ab und seufzte.
„Welcher Spinner ist eigentlich auf die Idee gekommen, dass die Dinger mit Farbe und Pinsel bemalt werden sollen? Mit Magie wäre das doch viel schneller gegangen.“
Alomi, seine Tochter, grinste. Sie trug eine Art Baströckchen über einem rosafarbenen Hemdchen, das ebenfalls mit Farbe beschmiert war.
„Du kennst doch VW. Sie schwört auf ihre britischen Wurzeln.“ Alomi setzte einen affektierten Gesichtsausdruck auf und flötete: „Dearest, nur handgemalte Eier sind gute Eier, das war schon so, als hier noch der britische Union Jack wehte!“, und brach in schallendes Gelächter aus.

VW - das war der Spitzname der Besitzerin der Anlage, Victoria Williams. Alle nannten sie auch nur VW.
Sie war das, was man wohl einen Grande Dame nennen konnte - bei einer Elfe. VW war in Australien geboren, hatte aber britische Wurzeln und war die wohl einzige Elfe der Welt mit eigenem Grundbesitz. Diesen hatte sie von Edward Williams, einem Zauberer, geerbt. VWs Elfen-Familie hatte über Generationen im Besitz der Zaubererfamilie Williams gestanden und war 1868 mit dem Williams nach Australien ausgewandert.
Als der alte Edward kinderlos blieb, schenkte er Victoria mit Kleidung die Freiheit. Er hatte sie wie eine Tochter geliebt und adoptierte sie schließlich, um ihr das Erbrecht an sämtlichen Gütern der Williams Dynastie zu sichern.
Seinerzeit war das ein Skandal und ein Präzedenzfall im Rechtssystem der Zauberer gewesen. Nachdem aber nichts zu finden war, was dem Erbrecht einer freien Elfe entgegenstand, hatte Victoria neben dem Besitz auch den Nachnamen bekommen, den die Elfen ja nicht typischerweise führen.

Jedwede Unterdrückung war VW ein Gräuel und daher hatte sie auch für ihre Bediensteten strenge Maßstäbe angelegt. Sie beschäftigte nur freie Hauselfen. Bei ihrer Auswahl war sie nicht wählerisch. Die Elfen mussten nur frei sein und bereit, eine Bezahlung anzunehmen. Wobei das nicht immer einfach war, waren die Elfen es doch gewohnt, versklavt zu leben.
So manchem Elf hatte sie gegen Zahlung eines stattlichen Entgeltes zur Freiheit verholfen und die meisten dieser Elfen waren dann bei ihr geblieben.
Auf ihrer Farm lebten zur Zeit 67 Elfen, die alle Bereiche der Farm betreuten, von der Aussaat über die Ernte, vom Ausmisten bis zum Striegeln der Pferde. Das war immer wieder einen abenteuerliche Geschichte, denn die kleinen Elfen balancierten auf halsbrecherischen Stelzen um die Pferde herum.

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Immer wieder gab es einmal bizzare Sonderwünsche von Mrs. Williams. Vor zwei Jahren hatte sie ein viktorianisches Gartenfest veranstaltet und alle Elfen hatten Tournürenkleider und Fräcke anlegen müssen. Am Ende hatte es schon Spaß gemacht, aber so ziemlich alle Elfen auf dem Anwesen hielten VW spätestens seit diesem Event für ziemlich durchgedreht.
Seit dem letzten Sommer hielten sie auch Zucht-Sträuße. Zum einen ging es um das Fleisch, aber vor allem die Eier und die Federn hatten es VW angetan.
Lampen, Dekoartikel und Schmuck wurden aus den Eiern und Federn gefertigt. Die Broschen waren in der Zauberergemeinde heißbegehrt und wurden im florierenden Elfenladen in Windeseile verkauft.

Und in diesem Jahr waren eben Ostereier dran.
Wobei die nicht nur verkauft werden sollten, sondern eine weitere fixen Idee von VW begleiteten. Ein großes Ostergelage in traditionell schottischer Kleidung mit mehreren Osterfeuern sollte es geben. Sie war schon speziell, die VW. Doch alle mochten sie gern, vielleicht gerade w e i l sie so exzentrisch war.
Einige freiwillige Elfen, die bei der Vorbereitung helfen wollten, waren in Gruppen eingeteilt worden. Ein Trupp von sechs Elfen schneiderte, eine andere Gruppe von fünf Elfen präparierte das Essen. Rowdie, Alomi und Antolin bemalten die Eier. Lange. Ausdauernd. Seit zwei Tagen waren sie dran. Es dauerte, denn VW hatte wie so oft angeordnet, dass „Handarbeit“ zu leisten wäre. So nannte sie es, wenn Magie bei der Herstellung untersagt war. Die Drei hatten zugegebener Maßen aber auch ein bisschen gebummelt...

Rowdie verzog sein ohnehin zerknautschtes Gesicht und sah missmutig drein.
„Wie viele müssen wir denn noch?“, fragte er und sah um sich.
„Wir haben 108 und müssen also noch 92.“, antwortete Antolin grinsend, ein junger Hüpfer, gerade erst jährig geworden und ebenfalls in Diensten von VW. Sein Gesicht war farbverschmiert, weil er sich immer wieder den Schweiß von der Stirn wischte, vorher aber vergaß, seine Hände abzuwischen.
„Hühnereier!“, schnaubte Rowdie, „die wären kleiner gewesen! Und wieso 200?“

Sie hockten vor einem der Elfenhäuser und malten und malten. Allerlei geschäftiges Treiben fand um sie herum statt. So war gerade eine Gruppe Pferde auf dem Weg zum Longierplatz vorbeigeführt worden. In der Ferne konnten sie eine größere Gruppe Straußen erkennen, die von mehreren Elfen voran getrieben wurden.
„Ah, guck mal, Rora und seine Helfer bringen die Straußen auf die neue Weide. Hoffentlich kommen die hier nicht zu nah vorbei, die machen eine Menge Staub.“, bemerkte Alomi.
Schweigend vertieften die Drei sich wieder in ihre Arbeit und malten, tupften, zeichneten, pinselten.
Nur ab und zu schnaubte Rowdie leise: „Handarbeit!“, und brummelte etwas, woraufhin Alomi und Antolin sich angrinsten.

Sie hatten nicht bemerkt, dass die Straußengruppe mittlerweile ziemlich nah herangekommen war. Die Straußen waren ziemlich aufgeregt und rannten kreuz und quer durcheinander.
„Schnell, abdecken!“, rief Antolin und war ein leichtes großes Tuch über die vordersten Reihen der fertig bemalten Eier. Das fehlte noch, dass die schmutzig würden!
Er beobachtete die Straußen argwöhnisch, denn plötzlich war ihm ein ganz anderer, sehr beunruhigender Gedanke gekommen.
Die Straußen würden hier ziemlich nahe vorbei kommen und es gab keinen Zaun dazwischen. Hoffentlich wusste Rora die Biester zu bändigen.
Zunächst sah auch alles gut aus. Die ersten Strauße rauschten in einigen Metern Entfernung an ihnen vorbei. Als schon gut 30 Tiere durch waren, passierte es - eine kleine Gruppe jüngerer Vögel brach nach rechts aus und raste genau auf die Drei zu - und die Eier!
„NEEEEIIIIIN!“, schrie Rowdie und warf sich den wildgewordenen Straußen vor die Füße. Doch die sprangen hektisch über ihn hinweg - und mitten in die fertigen Eier hinein.
Sie rannten in Panik hin und her. Das Knacksen von vielen Eierschalen unter dem großen Tuch war deutlich vernehmbar und Alomi hatte die Hände vor den Mund geschlagen, der weit offen stand vor Entsetzen.
Plötzlich knallte es sehr laut und die Straußen schwebten über den Eier. Sie zappelten mit den Beinen herum, richteten dort oben schwebend keinen weiteren Schaden an.

Rora kam mit erhobenen Händen angerannt und japste: „Entschuldigung! Die sind wie bekloppt heute. Ich hoffe, es ist nicht schlimm?“. Er bugsierte die schwebenden Straußen an eine Stelle einige Meter entfernt, ließ sie dort runter. Wie von einer Tarantel gestochen flitzten die Tiere hinter ihren Artgenossen her.

Rowdie war auf die Knie gesunken. In seinem hochroten Gesicht stand die blanke Wut.
Alomi hatte mit Antolin vorsichtig das Tuch gelupft. Es war noch schlimmer als befürchtet. Die ausgeblasenen Eier waren ja recht filigran und bei dem Getrampel sofort zerbrochen. Ein großes Splittermeer breitete sich vor ihnen aus. Nicht ein einziges Ei war heile geblieben. Und sie hatten nur noch zwei Tage Zeit. Rora stöhnte und raufte sich die Haare.

VW kam angerannt. Sie hatte aus einem der Fenster im Haus beobachtet, was passiert war. „Oh, nein!“, rief sie.
„Alle kaputt“, sagte Rowdie zu ihr und sein Gesicht sah zerknautschter aus denn je.
„Alle?“ fragte VW.
„Alle bemalten“, antwortete Antolin geknickt.
Eine Weile standen die 5 Elfen schweigend da.
Die männlichen Elfen im Schurz und braungebrannt, Alomi in ihrem rosa Hemdchen mit Bastrock, VW in einer weißen Bluse mit dunkelblauem Rock.
„Na dann,“, sagte VW und krempelte entschlossen die Ärmel ihrer Bluse hoch, „wollen wir mal!“ Roda, Alomi, Antolin, und Rowdie starrten sie fragend an.
„Hier wird dieses Jahr schottisch Ostern gefeiert - egal wie! Und wenn alle Elfen die ganze Nacht malen, mich selbstverständlich eingeschlossen.“
„Äh, VW... das malen ist nicht das Problem,“ räusperte sich Alomi, „wir haben nicht mehr genügend Eier. Du wolltest 200, wir haben nur noch 92.“
Für einen kurzen Moment schaute die Grande Dame etwas nachdenklich. Dann hellte sich ihr Gesicht auf und sie kommandierte: „Alle ab in den Straußenstall, SOFORT!“.
Sie selber marschierte flott in Richtung Stallungen vorweg und jeder Elf, der ihr unterwegs über den Weg lief, wurde eingesammelt.

Als sie den Straußenstall erreichten, war die Gruppe gut zwanzig Elfen groß.
VW baute sich mit in die Hüften gestemmten Händen vor ihnen auf:
„Hier wird dieses Jahr Ostern mit dicken, bunten Eier gefeiert - komme was wolle! Wir werden jetzt alle Eier zusammentragen, die wir kriegen können. Dann wird ausgeblasen und alle, ich wiederhole ALLE widmen sich ab sofort unserem Osterprojekt!“
Rowdie räusperte sich: „Könnten wir nicht auch Hühnerei“ - weiter kam er nicht, denn VWs Augen funkelten ihn zornig an.
„Ich sagte DICKE GROßE EIER, nicht mickrige weiße kleine Dinger!“, wies sie ihn scharf zurecht. Antolin gniggerte in sich hinein, versteckte sich aber flott hinter Alomi, als VWs Blick in seine Richtung fiel.

In der nächsten Stunde suchten sie sämtliche Legestellen ab und schleppten alle Eier herbei, die sie finden konnten.
Sechs Elfen bliesen die Eier im Rekordtempo aus. Sie hatten hochrote Köpfe und die Augen quollen ihnen fast aus den Höhlen - aber niemand kam mehr auf die Idee, aufzugeben.
Denn VW selber sauste wie ein geölter Blitz hin und her und schleppte unermüdlich die „dicken Eier“ heran. Wenn ihr etwas wirklich wichtig war, dann gab es für sie kein Halten mehr.
Alomi, Rowdie und Antolin hatten unverzüglich wieder zu malen begonnen. Mittlerweile hatten sie Unterstützung bekommen. Neun Elfen malten und pinselten gleichzeitig.
Rowdie hatte einmal kurz gefragt: „Könnten wir nicht ein bisschen Magie...“, aber VWs Blick hatte ihn erneut schnell verstummen lassen.

Zwei Stunden später lagen insgesamt fast 180 ausgeblasene Eier vor den Elfen. Es waren schon wieder an die 50 Eier bemalt. Alle beeilten sich, denn VWs Feste waren zwar seltsam, aber unheimlich beliebt bei den Elfen.
Nebenan wurde nun ein hübsches Feuer entzündet und eine große Pfanne an einem Drei-Bein-Ständer darüber aufgehangen. In diesem wurde ein riesiges Omelett aus den Inhalten zubereitet.

„Pause!“, rief VW schließlich und die kleine Gemeinde versammelte sich um die große Pfanne. Mittlerweile waren alle Elfen beisammen, die Aufregung war natürlich auf der ganzen Farm herumgegangen wie ein Lauffeuer. Jeder hatte sich beeilt herzukommen, um mit eigenen Augen zu sehen, was genau geschehen war.
Mit einen leisen Plopp erschien ein großer Stapel Teller und Besteck. Ein weiterer Plopp produzierte Becher und Kannen mit Bier.
In Handumdrehen hatten alle Elfen einen großen Teller voller Omlette in der Hand und saßen in einem weiten Kreis um das Feuer herum.
Inzwischen konnten auch alle über das „Straußendesaster“ lachen. Während sie aßen, nahm die Geschichte immer seltsamere Züge an. Inzwischen hörte es sich so an, als wären mindestens 100 Straußen durch die Eier gewalzt.
Die noch unbemalten und schon wieder fertigen Eier lagen gut beschützt innerhalb des Elfenkreises, das bloß nicht nochmal ein Zwischenfall passierte.

Sie saßen lange am Feuer, redeten, aßen, lachten und versprachen sich, dass alles noch rechtzeitig zum Osterfest fertig sein würde.
Irgendwann dunkelte es schon langsam. Alle waren ruhiger geworden und saßen still beieinander.
Antolin unterbrach die Stille. „Ist fast, als wäre heute schon Ostern.“
Und irgendwie war es das auch.

Mathilda und der nicht magische Osterstrauch

Lucie lebte ein ruhiges Leben. Sie hatte schon einige Jahre auf diesem Planeten geweilt und einiges gesehen. Eigentlich könnte sie nichts mehr überraschen. Doch dass ihre Enkelin Mathilda magisch begabt war und seit dem letzten September auf eine Schule für Hexen und Zauberer ging, das hatte sie schon noch verwundert. Mathilda verbrachte die Osterferien immer bei ihrer Oma. Lucie hatte gehofft, dass es auch dieses Jahr so sein würde. Mathilda schwärmte in ihren Briefen nur so von der Schule. Mindestens einmal im Monat landete eine Eule auf Lucies Türschwelle und brachte Nachricht von der geliebten Enkelin. So sehr wie Mathilda die Schule zu lieben schien, befürchtete Lucie sie würde lieber dort die Ferien verbringen wollen. Die junge Hexe berichtete ihrer Oma immer ausführlich davon, was sie im Unterricht neues gelernt hatte.

Zwei Wochen vor Ostern kam erneut ein Brief von Mathilda:

Liebste Omi,
du glaubst nicht, was ich heute im Unterricht für Verwandlung gelernt habe! Wir haben doch tatsächlich Eier bunt gezaubert. Wir beide haben die ja jedes Ostern gemeinsam mit Marmorfarbe gefärbt. Aber weißt du, so geht das viel schneller und man kann auch alle möglichen Farben und Muster auf die Eier zaubern. Ich bin so froh, dass ich das gelernt habe. Es macht unglaublich viel Spaß! Vielleicht kann ich dir das ja irgendwann mal zeigen. Ich drück dich,
deine Mathilda

Lucie standen die Tränen in den Augen. Einerseits freute sie sich für ihre Enkelin, dass sie beim Zaubern solche Fortschritte machte und Spaß daran hatte. Andererseits verdeutlichte sich ihr Gefühl, dass Mathilda sie wahrscheinlich nicht besuchte. Was sollte der jungen Hexe auch daran liegen mit ihrer Oma auf langweilige nicht magische Art Eier zu färben.

Die folgenden Tage ging Lucie nur ungern aus dem Haus. Der kleine Laden von Mrs Cross, den man getrost als „Tante Emma-Laden“ bezeichnen konnte, auch wenn Mrs Cross nicht Emma hieß, hatte nämlich wie jedes Jahr allerhand Utensilien um Eier zu färben und zu dekorieren. Bei jedem Einkauf, den Lucie trotzdem tätigen musste wurde sie schmerzlich daran erinnert, dass in diesem Jahr die Tradition nicht mehr fortgeführt würde. Sie kaufte keine Eierfarben, denn wenn Mathilda nicht käme, dann wollte sie auch alleine keinen Strauch mit den bunt gefärbten Eiern aufstellen.

Lucie stellte sich bereits auf ein einsames Osterfest ein. Seit ihr Mann Richard vor 6 Jahren gestorben war, würde dies das erste Osterfest sein, das Lucie komplett allein feiern müsste. Die Erinnerung an die Freude, die Mathilda in ihr Haus brachte, schmerzte sehr.

Eine Woche vor Ostern saß eine sehr zerzaust aussehende Eule auf Lucies Türschwelle. In ihrem Schnabel hielt sie einen arg zerknitterten Brief. Lucie nahm ihr den Brief ab und stellte der Eule schnell ein wenig Wasser und ein paar Körner hin. Sie musste einiges auf dem Weg durchlitten haben. Während die Eule aß und trank, öffnete Lucie den Brief. Natürlich war er von Mathilda:

Liebste Omi,
ich hoffe du hast alles vorbereitet, denn ich komme morgen Abend aus Hogwarts direkt zu dir. Ich freue mich schon darauf mit dir wieder Ostereier zu färben. Auch wenn ich das nun mit Zauberei kann, es geht doch nichts über den Spaß, den wir dabei immer haben. Ich drück dich dann morgen in echt,
deine Mathilda

Lucie war sprachlos. Mathilda kommt doch. Erst allmählich wurde ihr klar, was das „morgen Abend“ aus dem Brief bedeutete. Die zerzauste Eule musste die ganze Nacht unterwegs gewesen sein, also kommt Mathilda noch am selben Abend an. Lucie überlegte nicht lange und hastete zu Mrs Cross. Zum Glück hatte diese noch weiße Eier, Holzspieße, Steckmoos und die Marabu easy marble Marmorierfarbe. Becher, Klebefilm, Streichhölzer, Nähgarn und Schere hatte Lucie immer im Haus. Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen, dem Material für das Färben und natürlich Zutaten für Kuchen und Osteressen im Korb, ging Lucie nach Hause. Die Eule war bereits wieder davon geflogen und Lucie war froh, dass sie sich offenbar erholt hatte. Schnell bereitete sie noch Mathildas Bett vor.

Die Zeit bis zum Abend verging wie im Flug. Als es gerade begann zu dämmern, bog das Auto von Lucies Tochter Samantha in die Straße ein. Lucie ging freudig auf das nun haltende Auto zu: „Sam, Tildalein, wie freue ich mich euch zu sehen.“ „Hallo Mum, es ist auch schön dich zu sehen“ erwiderte Samantha, die gleich ausgestiegen war, und gab ihrer Mutter einen Kuss. „Du musst Mathilda ja mit etwas ganz besonderem gelockt haben, dass sie ihr geliebtes Schloss verlässt. Sie hat ja sogar Weihnachten lieber dort verbracht.“ Lucie schaute etwas verwundert. Mathilda schien nicht glücklich, sie schmollte im Auto. „Sam, was ist denn mit ihr los? Wir wollten nur, wie jedes Jahr Eier färben. Ich dachte, sie zeigt mir auch gleich freudestrahlend wie sie das zaubern kann“ entgegnete Lucie. „Tja, Mutti, da hat sie wohl die Rechnung ohne das Zaubereiministerium gemacht. Das untersagt nämlich minderjährigen Hexen außerhalb der Schule zu zaubern.“ Lucie wurde gleich klar, dass nur sie es schaffen würde die gar nicht mehr so kleine Tilda aus dem Auto zu bekommen. Sie stieg neben ihr ins Auto ein und redete etwa 5 Minuten mit ihrer Enkelin, dann stiegen die beiden aus. „Mum, wie… Wie hast du das angestellt?“ fragte Sam, doch Lucie lächelte nur, zwinkerte zu Mathilda und sagte: „Das bleibt unser Geheimnis.“ Immer noch verwundert brachte Sam den Koffer ihrer Tochter ins Haus. Sie gab Mathilda noch einen Kuss, verabschiedete sich ebenso für die nächsten 2 Wochen von ihrer Mutter und fuhr dann wieder heim.

Mathilda war, kaum dass ihre Mutter um die Ecke gebogen war, in die Küche geeilt und wollte direkt mit dem Färben beginnen. „Aber, aber, meine kleine“ sagte Lucie: „dafür ist doch noch genug Zeit. Lass uns morgen damit anfangen, wenn es hell ist.“ Nur Mathilda wollte nicht warten und so gab Lucie nach. „Aber die Zweige für den Osterstrauch schneiden wir erst morgen, du kleine Hexe!“ „Geht klar Omili“ flötete Mathilda und krempelte sich die Ärmel hoch. Ihr etwas ratloser Blick verriet Lucie, dass Mathilda wohl nicht mehr genau wusste, wie vorzugehen war. Geduldig erklärte sie ihrer Enkelin, was zu tun war: „Zuerst müssen wir die Eier auspusten.“ Schon fiel Mathilda der erste Schritt wieder ein: „Stimmt Omi, wir machen oben und unten ein kleines Loch in das Ei, ganz vorsichtig, damit nicht mehr kaputt geht und pusten dann das Ei in eine Schüssel. Dann gibt es heute wieder Rührei zum Abendbrot, oder?“ Lucie lächelte: „ Aber fünf Eier brauchen wir auch für den Kuchen. Den backen wir aber wirklich erst morgen!“ Während Mathilda die zehn Eierschalen leerte und vorsichtig etwas ausspülte, holte Lucie die restlichen Materialien. Sie band Klebestreifen um die flache Seite der Holzspieße darauf steckte sie die leeren sauberen Eier. Durch den Klebestreifen sitzen sie fest auf dem Spieß und rutschen nicht weg. Die Holzspieße steckte sie mit der spitzen Seite in einen Block Steckmoos. „Unsere Fall- und Bruchversicherung“ lachte Mathilda. Sie nahm sich nun den Becher und füllte ihn etwas mehr als bis zur Hälfte mit lauwarmem Wasser. Lucie tropfte von jeder Farbe einen kleinen Klecks in das Wasser und Mathilda verwirbelte die Farbtropfen mit einem weiteren Holzspieß. Sie nahm sich ein Ei am Spieß und tauchte es in den Becher mit der Farbe, drehte etwas und zog es wieder heraus. Lucies und Mathildas Augen strahlten, es war ein perfektes Regenbogen-Ei, das nun zum Trocknen wieder in das Steckmoos gesteckt wurde. Sie wiederholten dies mit den übrigen neun Eiern, nahmen mal mehr, mal weniger Farben. Wenn es ihnen nach dem ersten Tauchen nicht gefiel, machten sie es nach etwas Trockenzeit noch mal, bis sie zufrieden waren. Schließlich steckten zehn Eier im Steckmoos, sorgfältig platziert, damit sie sich nicht berühren und auch nicht umkippen. Glücklich räumten die beiden die Farben und den Becher weg. Lucie machte Rührei zum Abendbrot und nachdem beide anschließend noch Karten gespielt hatten, gingen sie ins Bett.

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Am nächsten Morgen erwachte Lucie und hörte Mathilda schon in der Küche singen. Ein wohliger Duft zog das Treppenhaus herauf. Im Morgenmantel lief Lucie in die Küche. Ihre Enkelin stand dort am Herd und machte Eierkuchen zum Frühstück. Als sie ihre Oma erblickte, strahlte sie bis über beide Ohren. „Ich bin so froh, wieder hier zu sein, Omi, da wollte ich dich einfach überraschen.“ Mathilda sah so glücklich aus, dass auch Lucie nicht anders konnte als fröhlich zu sein. Sie frühstückten gemeinsam und berieten sich dabei bereits, wie sie mit den Eiern weiter machen wollten. „Lass uns zuerst die Zweige dafür schneiden, nachdem wir uns frisch gemacht haben“, sagte Lucie und deutete auf Mathildas Schlafanzug, den sie noch trug. So fanden sie sich also am Vormittag im Garten ein und suchten nach den besten Zweigen für ihren Osterstrauch. Lucie liebte ja die Korkenzieherweidenzweige oder auch die Weidenzweige mit den Kätzchen. Aber Mathilda fragte nur nach den Zweigen, die immer so schön gelb blühen. „Das ist die Forsythie, aber die sehen leider sehr trocken aus. Ich glaube die brauchen noch ein wenig Wasser und mit denen hätten wir keine Freude. Was hältst du von den Wachsblumenzweigen hier?“ Mathildas schaute die dünnen Zweige mit den weißen Knospendolden skeptisch an, nickte dann aber doch. Lucie schnitt einige Zweige davon ab und passte auf, die schönen Knospen nicht zu verletzen, damit der Strauch auch wirklich blühen würde. Wieder im Haus stellten sie die Zweige in eine große Vase mit Wasser, dann widmeten sie sich erneut den Eiern. Diese waren nun ausreichend getrocknet und konnten also zum Aufhängen vorbereitet werden. Dazu schnitt Lucie von zehn Streichhölzern die Köpfe großzügig ab. Mathilda knotete an jedes Stück etwa 15 - 20 cm von dem Nähgarn fest und machte eine Schlaufe zum Aufhängen. Vorsichtig zogen beide dann jeweils die Spieße aus den Eiern und steckten das Streichholzstück durch das Loch ohne den Faden loszulassen. Das Aufhängen blieb Mathildas Aufgabe. Sie freute sich immer, die Eier zu arrangieren und strahlte auch diesmal vor Freude. Lucie räumte währenddessen schonmal auf und beobachtete ihre Enkelin zufrieden. Was war sie doch für ein Narr gewesen, zu denken, ihre Enkelin würde keinen Spaß mehr bei ihr haben.

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Mathilda sah ihre Oma mit glänzenden Augen an: „Omi, das ist echt viel besser als Eier mit Zauberei bunt zu verwandeln!“

Der Deal mit den Ostergnomen

Niemand hätte je behauptet, dass Matthew Weasley und seine Familie arm wären. Denn das wäre eine Teufelslüge gewesen. In ihrem Haus blitzte es nur so schön, dass man schon beim bloßen Anblick nicht glaubte, was man sah. Ihr Haus hatte eine runde Tür, wie ein Bullauge. Sie war frisch grün gestrichen und in der Mitte saß ein glänzend goldener Messingknopf. Die Tür führte zu einer röhrenförmigen langen Halle, einer Art Tunnelröhre, dessen Boden mit rotem Teppich und bleichweißen Fliesen ausgelegt war. An den Wänden schimmerten goldene Figuren und in Vitrinen leuchteten die goldenen Medaillen im Licht der warmen Nachmittagssonne. Das einzige Fenster in diesem Raum war an der Decke. Es war achteckig und an allen Seiten mit Juwelen besetzt. Dadurch schien die Sonne und man konnte Vögel am Himmel beobachten. Der Tunnel führte ins Speisezimmer, einem runden Raum. Hier stand ein großer Esstisch aus Mahagoni-Holz, der schon mit silbernen Tellern und goldgeschmückten Gläsern gedeckt war. Zur Mittagszeit wurden hier dreißig Gänge aufgetischt, gestern gab es am Anfang Fischplatte mit gedünsteten Möhren und am Ende Walnusseis mit heißer Karamellsoße.

In einem weiteren Zimmer befand sich die Küche mit edel-schwarzen Fliesen und einer Spüle aus Gold. In gläsernen Schränken standen goldene Teller, Tassen, Becher, Gläser, Schüsseln und für jedes Besteckstück war eine Halterung angefertigt. Die Speisekammer hatte eine Eichentür mit einem schwarzen Edelholzgriff und war von oben bis unten mit Leckereien, wie geriebenem Käse, Speck, einem halben Schwein, Erdnussbutter im Fass, gerösteten Nüssen, Preiselbeeren, feinsten Weizenbrötchen und Schokokuchen gefüllt.

Und auch im Schlafzimmer wurde nicht an Dekoration gespart. Die riesigen federweichen Betten standen auf dicken Goldfüßen und das Fenster hatte einen Juwelenrahmen. Der Nachttisch war aus feinstem Ebenholz. Auch die Kinderzimmer bekamen ähnliche Gestaltung. Sämtliche weitere Räume der Villa waren wunderschön, doch sie sind zu viele um sie aufzulisten.

Diese Weasleys waren sehr wohlhabende Leute und sie lebten seit Generationen so gut. Nur eine Generation der Weasleys erbte nicht den Reichtum. Matthews Bruder, Mark Weasley, war so arm wie eine Kirchenmaus. Doch der kommt erst später ins Spiel.

Eines Morgens, als die Sonne schien und das Gras grün war, saß Matt draußen im Garten und genoss die Wärme. Es war Ostern, doch Zauberer glaubten nicht wie Muggel an sprechende Hasen, die mit Körben auf dem Rücken durch den Garten hoppelten und bunt angemalte Eier versteckten. Das war doch der reinste Schwachsinn.
Aber sollten die Muggel ruhig ihren Spaß an den albernen Theorien haben, Matt tat es jedenfalls ganz sicher nicht. Er wollte auf sein Alter nicht auch noch mit den Kindern verstecken spielen. Matts Kinder hießen Lucy und Ben und waren drei und sieben Jahre alt. Lucy war eine richtige kleine Expertin, wenn es darum ging, andere Leute in den Wahnsinn zu treiben. Einmal hatte sie, ohne dass er es gemerkt hatte, seine Lakritzbonbons in Hasenköttel verwandelt. Matt hatte sie ohne eine Ahnung gegessen und alles wieder ausgespuckt, nachdem Lucy mit quakender Stimme verkündete: „Hase hat A-A in Bonbon gemacht!“
Doch heute sollte Matt nichts stören. Nichts, außer...

„Matt, mein Bruder, bist du hier?“
Eine Stimme tönte durch die Hecke und es raschelte hektisch im Gebüsch. Matt kniff die Augen zusammen und antwortete nicht. Hoffentlich schaute er nicht in den Garten...
„Ich weiß dass du im Garten bist, Matthew! Täusch bloß nichts vor!“
Na, super.
Matt öffnete die Augen einen Spalt breit. Die Hecke war jetzt unordentlich und überall lagen wunderschöne Blätter auf dem Boden. So eine Schweinerei. Und inmitten der Unordentlichkeit stand ein Mann. Er war ziemlich groß und stämmig und sein Harr war knallrot und klebte ihm am klobigen Kopf. Er trug eine braune Jeans, einen olivgrünen Pulli und dicke schwarze Schuhe.

Obwohl es Matts Bruder Mark war, sah Matt doch ganz anders aus. Er hatte zwar dieselben roten Haare, doch da hörte die Ähnlichkeit auch schon auf. Matts Harre waren ordentlich und dick und sein Körper eher dünn. Matt legte Wert auf äußeres Aussehen und er würde nie Marks Klamotten tragen. Meistens hatte er ein Jackett und ein Polohemd an und trug auf Hochglanz polierte Schuhe. Ganz privat trug er auch einmal einen Designerpullover und normale Jeans.
Matt stand auf. Es nutzte nichts. „Ich bin hier Mark, was willst du?“, fragte er, „hör mal, ich habe nicht ewig Zeit, ich muss noch ein paar dringende Geschäfte erledigen, das lässt sich nicht verschieben.“
Das war zwar ein bisschen gemogelt, aber die Zeit mit seinem Bruder zu verbringen, entsprach nicht gerade Matts Vorstellungen eines schönen Tages. Mark blickte ihn neugierig an.
„Was für Geschäfte denn? Hast du ein neues Projekt? Ist es wichtig?“
Matt seufzte. „So in etwa. Aber ich habe jetzt wirklich keine Zeit für dich. Kannst du nicht ein andermal wiederkommen? Es ist ziemlich unpassend heute.“
Mark schüttelte den Kopf. „Geht nicht, ich brauch deine Hilfe. Du musst mir Geld leihen, ich habe bei Tim mein halbes Vermögen im Spiel verloren. 5.000.000. Galleonen.“
Matt starte ihn entsetzt an. Es kam öfters vor, dass Mark sein Geld im Spiel verlor, aber noch nie hatte er eine so hohe Summe ins Spiel gebracht. Mark spielte oft bei Tim, einem Zauberergeschäftsmann, der geschickt Geld ansammelte und andere Leute reinlegte. Mark kam mit seinen Sorgen immer zu Matt und sein reicher Bruder hatte ihm schon oft Geld geliehen, auch wenn es nur war, um Mark loszuwerden. Mark hatte dass Geld nur vereinzelt zurückgezahlt und die Schulden immer wieder erhöht.

Als Matt erfahren hatte, wie viel Geld Mark von ihm verlangte, war er erst ungläubig und dann wütend geworden.
„Du kannst doch nicht glauben, dass ich dir soviel Geld gebe! Du hast sie doch nicht mehr alle, das von mir zu verlangen!“, schrie er ihn an.
Mark runzelte die Stirn. „Komm schon, du bist doch reich! Du hast doch so viel Gold, da kannst du deinem armen Bruder doch mal etwas abgeben, damit er seinen Sohn ernähren kann! Komm schon, Bruderherz.“
Matt rastete aus. „Auf diese Nummer fall ich auch nicht noch einmal rein! Ich kann dir nicht dauernd Geld leihen, kapier das doch mal! Egal wie sehr dein Sohn hungert!

Nun wurde auch Mark wütend. „Du hast ja ein schönes Leben, liegst hier in der Hängematte, hast jeden Tag zu Essen im Haus und den totalen Luxus! Ich muss jeden Tag das Haus zusammenhalten und Mary und Arthur ernähren!“ Mary war Marks Frau und Arthur sein 10- jähriger Sohn.
Matt lief rot an. „So schlimm hast du es nun auch wieder nicht!“
„Du kannst ja mal mit zu mir kommen!“ erwiderte sein Bruder, „und gucken, wie es um uns steht.“
Matt schnaubte. „Gerne. Dann komme ich jetzt gleich mit.“
Mark lächelte fröhlich.

Sie flogen auf Besen, zwei ungemütlichen, harten und splittrigen Dingern, doch Matt ließ sich nichts anmerken. In der zugigen Luft wurde ihm eisig kalt und schon bald ärgerte er sich, nicht den Schafsfellmantel angezogen zu haben. Mit seiner dünnen Designerjacke war er ein Eis am Stiel. Sie flogen lange durch die Wolken und irgendwann, als Matt schon dachte am Besen angefroren zu sein, ging Mark in den Landeflug. Matt folgte ihm nach unten. Er landete hart, denn der Garten war, im Gegensatz zu der lockeren Erde und dem schön geschnittenen Gras in Matts Garten, kalt, ungemütlich und das Gras war lang und stachelig und piekte ihn in den Knöchel. Nichts für Matt. Doch er sagte nichts und folgte Mark wortlos zur Eingangstür.

Vor der niedrigen Tür stand ein kleiner Käfig, in dem ein paar fette braune Hühner saßen, alle auf einem Haufen. Das Haus war zwar auch riesig, aber längst nicht so schön in der Form. Die Holzwände waren alle wacklig und mehrere Zimmer waren an dass eigentliche Haus in luftiger Höhe angebaut. Mark wollte ihn hereinführen, doch Matt kam ihm zuvor. „Ich bleib erstmals hier im Garten und schau mir alles noch einmal genau an.“
Mark nickte. „Das ist okay. Ich hole uns einen Kräutertee. Willst du lieber Pfefferminze oder Basilikum?“
„Pfefferminz“ antwortete Matt, doch im Inneren schüttelte er sich. Kräutertee! Hatte Mark keinen Kaffee oder wenigstens Butterbier? Anscheinend nicht. Er setzte sich auf einen Stuhl und wartete. Irgendwann ging die Tür auf, doch es war nur Arthur. Seine Nase lief die ganze Zeit und er trug einen schäbigen Umhang und wollene Hosen. Er bückte sich nieder und fischte etwas aus dem Gras. Ein Gnom. Der kartoffelköpfige Wicht schrie auf, als der Junge ihn über den Zaun schleuderte. Arthur packte noch ein paar weitere und schleuderte sie weg. Plötzlich fiel einer in die andere Richtung und fiel auf Matts Schoß. Matt hätte ihn fast angewidert weggestoßen, als ihm eine Besonderheit auffiel:
Der Gnom trug einen Korb auf dem Rücken.
Und in dem Korb war ein Ei.
Ein bunt angemaltes Osterei.

In dem Moment ging Arthur hinein und Matt war allein. Naja, fast allein. Er hob das winzige Geschöpf auf Gesichtshöhe und betrachtete es genauer. Der osterhafte Gnom hatte einen weißen Vollbart und ein (für Gnome) sehr schlaues Gesicht. Seine winzigen Hände hatte er zu drohenden Fäusten geballt und sie erhoben. Matt ließ den Gnom auf der Stuhllehne nieder und stieg vorsichtig vom Stuhl. Darauf bedacht, seine Hose nicht dreckig zu machen, ging er in die Hocke und nahm vorsichtig die Grashalme auseinander. Schon bald wurde er fündig. Rund um ein kleines Loch standen noch mehr Gnome mit Ostereiern. Er fischte einen raus, eine Gnomin, den Gesichtszügen nach zu urteilen, wenn man das bei Gnomen überhaupt sehen konnte. Die Gnomin schrie auf und plötzlich fing sie an, zu reden. Zwar mit einer dünnen, hohen Stimme, aber sie redete.
„Was bildest du dir ein, Menschenwesen“, keifte sie, „lass mich sofort wieder runter!“
Matt dachte wie immer praktisch. „Und was kriege ich, wenn ich dich runterlasse?“ fragte er und ließ die Gnomin über Kopf baumeln. Sie schrie zornig auf und fiepte: „Warum solltest du dafür etwas bekommen?“
Er grinste, eine für ihn eigentlich nicht sehr attraktive Mimik, und sagte: „Du hast eh keine Chance. Also, was bekomme ich?“
Sie fauchte und keifte zornig. Matt war sich schon sicher, dass etwas für ihn heraussprang, doch plötzlich spürte er einen schmerzhaften Stich im Finger. Er schaute auf seinen linken Zeigefinger, der die ganze Zeit im Gras gelegen hatte und fand dort einen Gnom hängen, den gleichen, den er auf der Stuhllehne hatte liegen lassen.

Jetzt reichte es Matt doch. Mit einem Knurren schüttelte er den Gnom ab und ließ die andere ins Gras fallen. Er stand auf und war im Begriff zu gehen, als der Gnom, der ihn gebissen hatte, rief: „Hey, Mensch! Wolltest du nicht etwas von uns?“ Matt drehte sich ärgerlich um. „Ich wüsste nicht was du meinst.“
„Du wolltest doch irgendetwas, sonst hättest du sie doch nicht erpresst, oder?“
„Ja, kann sein.“
„Und was war das?“
„Das ist egal, du Wicht!“
„Wir könnten dir aber einen Wunsch erfüllen, das liegt in unsere Natur. Aber natürlich nicht ohne Gegenleistung.“
Jetzt ging Matt in die Knie. „Was meinst du damit?“
„Wenn du bereit wärst, uns bei einer Kleinigkeit zu helfen, würden wir dir einen Wunsch erfüllen.“
Matt dachte nach. „Und was wäre das für eine Kleinigkeit?“ Der Gnom lächelte. „Wir sind es, die Jahr für Jahr den Muggelkindern Ostereier bringen. Doch wir sind einfach zu wenige geworden. Wenn du nun bereit wärest, ein paar Ostereier auszuliefern, könnten wir dir einen Wunsch erfüllen.“ Mark lachte laut auf. Man würde ihn für verrückt erklären, wenn er in Muggelgärten bunte Eier verteilen würde! Der Gnom lächelte immer noch. „Und was wäre dein Wunsch?“

Mark schüttelte den Kopf und lächelte finster. „Das ist unmöglich. Ihr könnt meinen Wunsch gar nicht erfüllen. Aber wenn du es unbedingt wissen willst, ich würde mir wünschen, dass mein Bruder nicht mehr und auch nicht mehr in Zukunft, bei Lottospielen mitmacht und von mir Geld leihen muss.“ Insgeheim hoffte Matt immer noch, dass der Wunsch erfüllbar war, doch er wusste, dass der Gnom gleich den Kopf schütteln würde und ihm sagen würde, dass er diesen Wunsch nicht erfüllen könnte.

Doch der alte Gnom tat nichts dergleichen. Er strich sich gedankenverloren über seinen Bart und wandte sich schließlich seinen Gesellen zu. Er fiepte und piepste etwas, vermutlich Gnomisch. Matt hatte einmal einen Fremdsprachenkurs belegt, doch diese Rasse hatte einen völlig fremden Akzent. Sie steckten die knubbeligen Köpfe zusammen, was in Anbetracht ihrer Größe ungemein lustig aussah, und tuschelten auf Gnomisch durcheinander. Schließlich gingen sie auseinander und der bärtige Zwerg trat vor. Offenbar war er der Chef der Kompanie. „Wir können dir deinen Wunsch erfüllen“, sagte er mit ungemein geheimnistuerischer Stimme, „aber nur unter folgenden Forderungen: Erstens wirst du uns nichts mehr tun und in Ruhe lassen und zweitens wirst du im Garten eines Muggel-Kinderheims Eier verstecken. Wir können dir einen Tarnzauber mitgeben, damit dich kein Muggel sieht, aber mehr können wir auch nicht tun. Also bist du selber schuld, wenn du gegen einen Muggel läufst.“ Er beendete seine Rede und schaute Matt erwartungsvoll an. Der überlegte einen Moment. Vielleicht...

„Okay, ich mach´s“, sagte Matt nach einer kleinen Pause, „aber ihr erfüllt ganz sicher meinen Wunsch?“
Der kleine Mann nickte wichtigtuerisch und hielt Matt die Hand hin. „Dann sind wir also im Geschäft?“
Und Matt schlug ein.

Das Muggelhaus war groß und bleigrau, die Fenster dreckig. Matt rieb sich die Hände und hauchte sie an. „Na dann, mal los.“ sagte er zu sich selbst und stiefelte auf den Gartenzaun zu. Die Gnome hatten ihm einen Tarnzauber auferlegt und keine Menschenseele konnte ihn nun sehen. Er zog seinen Zauberstab und tippte damit den Gartenzaun an. Er schwang wie eine Tür, lautlos auseinander. Matt stieg in den Garten, darauf bedacht, nicht gegen einen Busch zu laufen, denn Büsche und Bäume gab es viele im Garten des Waisenheims: Mächtige und hohe Buchen, Eichen, Fichten und Tannen und kleine, dicke Hecken aus Brombeergestrüpp und Walnussästen. Perfekt zum Verstecken von Eiern.

Matt ging auf die Suche und schon bald hatte er den Korb halb leer, als die Tür aufging. Heraus kam ein Junge. Er war ärmlich bekleidet und ziemlich schmächtig. Arthur? dachte Matt einen Moment verwundert, doch dann fiel ihm ein, dass sein Neffe ja zu Hause bei Mark war und nicht in einem Muggelwaisenheim.
Der Junge war ein anderer. Er setzte sich zwischen zwei dicke Kiefern und schwieg. Matt beobachtete ihn. Und plötzlich verspürte er ein Gefühl, dass er noch nie gehabt hatte: Mitleid. Mitleid mit dem Jungen und allen Armen und Arthur und allen anderen die nie so gut gelebt hatte wie er. In dem Moment stand der Kleine auf und verließ den Garten.

Matt stand eine Weile da und dachte nach. Er wollte dem Jungen und allen anderen Kindern des Heims helfen, wie die Ostergnome es taten. Er holte die letzten Eier aus dem Korb und legte sie sorgfältig zwischen die Kiefern, bei denen der Junge gesessen hatte. Dann grub er in seinen Taschen nach seiner Geldbörse und legte einen Haufen Goldstücke dazu. Matt verließ den Garten, so still wie er gekommen war.

„Wir haben deinen Wunsch erfüllt“, empfing ihn der Gnom auf der Wiese, „weil du deine Aufgabe gut getan hast. Möchtest du dir deinen Bruder mal anschauen?“
Matt nickte zögernd. Der Gnom holte einen kleinen Spiegel aus dem Gras, kaum so groß wie Matts Handfläche, doch für den Gnom musste es ein Riesenstück sein. Der kleine Wicht tippte mit dem Zeigefinger auf den Spiegel und das Bild verschwamm.
Plötzlich sah Matt Arthur und Mark wie sie zusammen mit den Hühnern spielten und gemeinsam glücklich waren. Ihm wurde warm ums Herz. Dann änderte sich das Bild. Dass Waisenhaus erschien, doch es war mit bunten Schleifen bedeckt und im Garten liefen lachende Kinder herum. Die Bäume waren bunt geschmückt und mitten im Geschehen stand der kleine Junge, den Matt gesehen hatte. „Frohe Ostern!“ rief er glücklich. „Frohe Ostern“, antwortete Matt leise und lächelte.

Ostern ohne Zaubern

Die Familie von Veronika, versucht ihr Osterfest ohne Zaubern zu organisieren. Veronika geht in die dritte Klasse von Hogwarts und ist über den Osterferien zu Hause Ihre jüngeren Geschwister Phil und Zoltan (6. Jährige Zwillinge) bürsten krawall und ihre jüngste Schwester Mel (3. Jahre) stellt mit ihren neuentdeckten unkontrollierbaren Zauberkräften alles auf den Kopf.

Mein Schlaf wurde abrupt beendet, als meine Tür aufflog und meine beiden Brüder Phelps und Zoltan, auf einen Kochtopf hämmernd, auf mein Bett gesprungen kamen. „Aufstehen Vero, heute ist Backtaaaaag“, krakelte Zoltan in mein Ohr. Dass er den Back Tag so in die Länge zog, lag daran, dass Zoltan der Süßigkeiten Liebhaber der Zwillinge war. Sobald es um Kuchen, Kekse oder andere Leckereien ging war er der erste der „hier“ rief.

„Zoltan, Phil, lasst eure Schwester in Ruhe aufstehen und kommt mir lieber helfen. Schließlich wollen wir doch fertig sein, wenn Papa nach Hause kommt.“ Meine Mum pfiff die beiden Rabauken zu sich und ich war ihr in dem Moment unendlich dankbar.

Schon seit einer Woche, so hatte es mir Mum in einer Eule mitgeteilt, fieberten die beiden dem heutigen Tag entgegen. Denn heute war ihr erstes Ostern ohne Zaubern und für die zwei war es deshalb etwas Besonderes. Es gehörte seit 5 Jahren zur Tradition in meiner Familie, das Ostern das Fest war an dem wir so taten, als ob wir keine Zauberer wären. Ich hatte es schon zwei-, dreimal miterlebt und so hatte es den Reiz ein wenig verloren. Trotzdem half ich bei den Vorbereitungen denn es war im Gegensatz zu dem pompösen Buffet in Hogwarts, klein und bescheiden. Wild kreischend stürmten die beiden wieder die Treppe wieder runter und ich atmete tief durch.

Von unten hörte ich das Poltern und Trampeln der Zwillinge und das zusammenhanglose Brabbeln meiner jüngeren Schwester Mel. Sie war erst drei, aber wirkte jetzt schon mit vollem Elan im Familienleben. Obwohl sie alle auf Trab hielt war sie das Herzstück unserer Familie und ich war stolz darauf, neben meinen zwei Wirbelwinden von Brüdern auch noch meine kleine Schwester beschützen zu können. Und ich hatte, wenn sie älter wäre, eine Freundin innerhalb der Familie.

Das Gebrabbel von Mel war verstummt nur um dann in ein grelles, sirenenähnliches Klagen wieder aufzuleben.
„Veronika, kommst du bitte runter?! Jemand muss sich um Mel kümmern, du weißt doch wie zickig sie momentan ist.“ Mum hatte diese besondere Farbe in ihrer Stimme, die allen Familienmitgliedern runter ging wie warmes Butterbier. Deshalb liebte ich meine Mum auch so. „Veronika, bitte!“ Leichte Panik schwang jetzt in ihrer Stimme mit. „Ich komme Mum, ich komme schon.“ Seufzend strich ich mir die durch die Haare und schlüpfte in meine Kleidung. Das Gequengel von Mel wurde unüberhörbar lauter und bevor meine Mutter die Nerven verlor, was selten vorkam, sprintete ich die Treppe runter.

Mel lag auf ihrer Krabbeldecke und die Tränen liefen ihr über das kleine Gesicht. „Da bist du ja“, der Ton meiner Mutter wurde wieder ruhiger. Ich kniete mich zu Mel auf die Decke, zog sie in meinen Schoß und wiegte sie ruhig hin und her. Sofort verstumme sie mit ihrem Wehklagen und brabbelte wieder munter drauf los.
„Was wollen wir denn dieses Jahr backen ohne das wir zaubern müssen, denn das gehört zu unserer Tradition an Ostern?“ Mum blühte stimmlich wieder auf und Phil und Zoltan hüpften auf und ab. Ein bisschen erinnerten sie mich an die Hüpf-weg-Bälle von Zonkos. „Kekse“, das war Zoltan. „Nein, Kuchen!“ Phil stemmte entrüstet die Hände in die Hüften. „Kekse, Kekse!“ „Kuchen!“ „Kekse!“ „Kuchen!“ Bevor das Ganze in einem handfesten Streit ausartete, hob ich Mel auf meinen Arm und kam zu den beiden Streithähnen.

Phil und Zoltan standen schon nah beieinander und immer wieder warfen sie sich „Kuchen!“ und „Kekse!“- Ausrufe entgegen. Die Empörung war groß, als ich mich mit Mel zwischen sie stellte. „So und jetzt benehmen wir uns und sind brav, sonst dürft ihr eure jüngere Schwester trösten, wenn sie wieder weint.“ Die nicht ganz ernst gemeinte Androhung wirkte sofort und beide blickten mich aus großen Augen an. „Entschuldigung, Vero.“ Ich lächelte zufrieden und wandte mich dann an meine Mutter.
„Mum? Hast du noch das Rezept von dem Osterlamm? Das, was wir an meinem ersten Ostern ohne Zaubern gebacken haben?“ Ich sah meine Mutter mit einem strahlenden Lächeln an, da mir vor meinem geistigen Auge die Erinnerungen hochkamen.

„Du meinst das von Oma?“ Ich nickte und Mum warf einen Blick über die Arbeitsplatte der Spüle, dort standen unsere Koch-und Backbücher. Unter anderem auch das über mehrere Generationen weitergegebene alte Kochbuch. Mit einem Jubelruf, zog sie das bereits vergilbte in Leder eingebundene Buch vom Regal. „Hier müsste es drin sein“, sie schlug das Buch auf und blätterte vorsichtig die Seiten um. „Ja, genau hier ist es. Osterlamm nach Grandmas Art.“ Unsere Mum fuhr mit dem Finger über die Zutaten und klatsche danach zufrieden in die Hände. „Vero, legst du Mel bitte wieder auf ihre Decke“, sie lächelte mir zu, während sie sich an die Jungs wand. „Und ihr geht mit mir zum Hühnerstall.“ Zoltan und Phil preschten an Mum vorbei in den Garten, sie zog die Terassentür hinter sich zu, welche das Kreischen der Zwillinge und die ermahnenden Worte von Mum schluckte. Währenddessen brachte ich Mel zurück auf ihre Decke, sie strahlte mich an und nahm ihr Lieblingsspielzeug in den noch zahnlosen Mund. Ich gab ihr einen Kuss auf das lichte Haar und ging wieder in die Küche. Dort überflog ich selbst einmal das Rezept:

Osterlamm à la Grandma

Zutaten:
Die Eier und das Eigelb zusammen mit dem Vanillezucker schaumig schlagen.
Das Mehl mit der Speisestärke vermischen und portionsweise in den Eischaum sieben.
Vorsichtig unterheben.
Butter zum Schmelzen bringen, etwas auskühlen lassen und dann tröpfchenweise in den Teig geben und reinziehen.
Osterlamm oder Osterhasenform mit Butter ausfetten und mit Mehl bestäuben.
Dann bei 180 Grad (Ober- und Unterhitze) 35 - 40 Minuten backen.
Lamm auskühlen lassen und aus der Form nehmen, mit Marmelade (am besten keine zu bittere) einpinseln und mit Puderzucker oder Kokosstreuseln bestreuen.

Bereits beim Lesen lief mir das Wasser im Mund zusammen, doch ich wuselte durch die Küche und holte weitere Zutaten wie die Butter, den Zucker, aus der alten Keksdose von Opa ein Päckchen Vanillezucker. Da ich in Gedanken versunken war, merkte ich nicht, dass Mum mit den beiden Rabauken wieder ins Haus gekommen war. Die beiden kamen mit großem Gebrüll auf mich zu, das kleine Körbchen, in dem 5 Eier lagen, schwankte bedrohlich hin und her. „Hast du schon alles zusammen gesucht, hast du? Hast du? Hast du?“, Zoltan hyperventilierte fast, so aufgeregt war er. „Ja, hab ich, mir fehlt nur noch das Mehl und die Speisestärke. Und du atmest jetzt einmal tief durch, sonst kippst du mir noch um, stell aber bitte vorher das Körbchen ab.“ Ich zog ihn in eine kurze Umarmung, bevor ich mich in die hintere Küchenecke begab. Denn dort standen im Dunklen das Mehl und die Speisestärke, um kein Ungeziefer anzulocken.
„Soo, jetzt haben wir alles. Wer mag mir denn helfen?“ Ich stellte diese Frage eigentlich nur, damit Mum verstand, dass ich jetzt die beiden Rabauken unter Kontrolle halten würde. Dankbar lächelnd entfernte sie sich aus der Küche und ich hörte die Stufen knarren, als sie sich zurückzog.
„Ich, ich, ich, ich.“ Beide krakeelten aus vollem Halse. „Na dann, auf geht’s, Hände waschen und Schürzen um.“ Während die beiden sich an der Küchenspüle kabbelten, kramte ich aus einem der Schränke die restlichen Utensilien. Schüssel, Handrührgerät und die Osterlammform.

„Als erstes müssen wir eines der Eier trennen und drei weitere aufschlagen.“ „Wie geht das?“ „Ich zeig es euch“, meine Brust schwoll ein wenig an, denn wieder einmal konnte ich mich als große Schwester beweisen. Gekonnt schlug ich die drei Eier auf und trennte dann das vierte Eigelb heraus. Zoltan und Phil staunten nicht schlecht. „Zoltan, magst du mir mal das Päckchen Vanillezucker aufreißen?“ Er strahlte mich an, grapschte nach dem Päckchen und riss es vorsichtig auf, dann reichte er mir das Tütchen und beobachte intensiv wie die Körnchen den Weg in die Schüssel fanden. „Das müssen wir jetzt schaumig schlagen“, ich nahm das Handrührgerät und steckte es in die Steckdose. „Phil, magst du mitrühren?“ „Ja, gerne, sehr gerne.“ „Ok, dann schieb dir mal das Tritthöckerchen vor mich und stell dich darauf.“ Fix kletterte er auf das Höckerchen und ich legte seine kleine Hand auf den Handmixer. Damit er die Kontrolle über das ihn unbekannte Gerät nicht verlor, legte ich als Stütze meine Hand auf seine. Gemeinsam schlugen wir die Eier und den Vanillezucker schaumig. Nachdem das Handrührgerät verstummt war und der Stecker wieder gezogen war, zeigte ich Phil noch wie er die Quirlen in die Spüle schießen konnte. Er hatte sichtlich Spaß daran.

Damit Zoltan sich nicht vernachlässigt fühlte, entschied ich, dass er mir im nächsten Schritt helfen durfte. „Zoltan, magst du das Mehl mit der Speisestärke“ ich deutete auf die beiden Packungen „mischen und dann in den Eischaum sieben?“ Ich wandte mich kurz zu einen der Schubladen, durchwühlte sie nach dem Sieb und legte es griffbereit vor ihn. „Ich heb ihn dann unter den Eischaum.“
Zoltan schubste Phil leicht von dem Tritthocker, doch er fiel zum Glück nicht hin. Ich warf ihm nur einen mahnenden Blick zu und er zog den Kopf zwischen die Schultern. Danach machte er sich mit vollem Elan an seine Aufgabe und so gelang es uns schnell, den zweiten Schritt des Rezeptes zu vollenden. Den letzten Schritt des Rezeptes erledigte ich lieber alleine, denn ich wollte die beiden nicht mit der Butter alleine lassen. Schnell holte ich eine Pfanne, schaltete den extra organisierten Herd ein und wartete bis die Butter flüssig wurde. Danach ließ ich sie etwas auskühlen um dann mit einem Teelöffel Tropfen in den Teig zu geben. Mit einer Gabel zog ich diese dann tiefer in den Teig.

Während ich das tat, wandte ich mich an Zoltan und Phil: „Könntet ihr schon mal die Osterlammform einfetten und bemehlen?“ Ich schob ihnen die Packung Mehl zu. „Jaaaa“, Euphorie brannte bei den auf, da sie wieder helfen durften. Doch ihre lauten Rufe, lenkten mich vom Einstellen des Backofens auf 180 Grad; Ober-und Unterhitze ab. „Verooo, wo ist denn die Form?“ „Die lag doch da auf dem Stück Arbeitsplatte neben euch.“ Ich drehte mich um und suchte nach der Form. Aus den Augenwinkeln sah ich etwas schweben, blickte nach oben und brach in lautes Gelächter aus. Die Osterlammform schwebte einen guten halben Meter über der Platte. „Okay, wer von euch zaubert?“ Ich sah die beiden streng an, denn sie wussten, dass sie nicht zaubern durften.
„Wir zaubern nicht, ganz ehrlich.“ Sie sahen mich aus ihren großen Augen an und ich konnte darin lesen dass sie die Wahrheit sagten.
Das Glucksen von Mel, lenkte unsere Blicke auf sie. Sie selbst schwebte ebenfalls in der Luft und schien davon ganz begeistert zu sein. Ich brach in ein lautes Jubelgeschrei aus: „“Mum, Muuuum, komm mal schnell!“ Ich hörte sie die Treppe hinunterstürmen. „Was ist passiert?“ Hektisch blickte sie sich um, sah die Osterlammform schweben, wandte sich an ihre jüngste Tochter sah diese ebenfalls schweben und fing vor Freude an zu weinen. „Mel hat ihre Zauberkräfte entdeckt, deswegen kann sie diese auch noch nicht kontrollieren.“

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Nachdem wir uns alle beruhigt hatten, füllte ich den Teig in die gefettete und bemehlte Form und schob diese in den vorgeheizten Backofen. Nach 35 – 40 Minuten war es dann endlich soweit. Wir öffneten die Form und hatten ein wunderschönes Lamm vor uns liegen.

Am Nachmittag, als mein Dad dann zu Hause war, berichteten wir bei Kaffee, Milch und einem Stück Osterlamm von dem ereignisreichen Tag.

Karsamstag

Mit dem Karsamstag endet die heilige Karwoche (von althochdeutsch kara=Klage, Kummer, Trauer), die Woche unmittelbar vor Ostern. Am Karsamstag wird der Tod Jesu Christi betrauert, der am Tag zuvor gestorben ist und beerdigt wurde, da der Samstag in der jüdischen Tradition ein Feiertag ist, an dem nicht gearbeitet werden darf.

Im christlichen Glauben wird gelehrt, dass Jesu am Tag nach seinem Tode (also an dem sog. Karsamstag) in die Hölle bzw. die Vorhölle hinabgefahren ist und dort die gerechten Seelen erlöst hat.

Der Karsamstag ist ein stiller Kirchentag. Er ist kein arbeitsfreier Feiertag. Die Glocken in den Kirchen erklingen nicht. Zu den am Karsamstag stattfindenden Gottesdiensten sind die Kirchen nicht geschmückt. Auf dem Altar liegen keine Tücher und es stehen weder Blumen noch Kerzen darauf. Auch auf die Heilige Kommunion oder das Abendmahl wird verzichtet, da dies als Freudenfeier in der katholischen Kirche angesehen wird.

Der Karsamstag dient traditionell dazu, die Feiern am Ostersonntag vorzubereiten. Es werden die Eier bemalt, gebastelt, gebacken und sonstige Vorbereitungen zum Osterfest getroffen, welches am Tag darauf stattfinden soll. Darüber hinaus gibt es noch diverse lokale Bräuche, die ich hier auszugsweise erläutern möchte.

Eine Tradition ist es, dass die Kinder am Karsamstag in die Kirche zum Beichten gehen. Um ihnen diesen Gang zu versüßen, gibt es mancherorts die sogenannten Beichtwaffeln, die von den Müttern gebacken werden und die die Kinder nach erfolgter Beichte essen dürfen.

Der wohl verbreitetste Brauch am Karsamstag ist das Osterfeuer. Hierbei gibt es verschiedene Auslegungen. Im Brauchtum der Kirche versinnbildlicht das Feuer das Licht Jesu Christi, der die Menschen vom Tod wieder in das Leben zurückführt. Das kirchliche Osterfeuer wird vom Priester vor der Kirche am Morgen des Karsamstags gesegnet. In der Osternacht dann wird daran eine Kerze angezündet und mit ihr das Licht in die dunkle Kirche getragen. Eine andere Ansicht des Osterfeuers ist die, dass mit dem Feuer der Winter beziehungsweise die Teufel des Winters vertrieben werden sollen (sehr verbreitet z.B. in Norddeutschland). In vielen, vor allem ländlichen Gemeinden wird das Abbrennen des Osterfeuers immer als großes Fest gefeiert, bei dem gegrillt wird und es entbrennt ein Wettstreit zwischen den Nachbargemeinden, wer denn nun das größte Feuer entfachen wird. In diesem Zusammenhang wird auch oft für wohltätige Zwecke gespendet. {{img src="../../../img/ostern/2013/text/osterfeuer.jpg" alt="" class=left" }}

In einigen Gegenden Sueddeutschlands, vor allem im fränkischen Raum, gibt es noch den Brauch des Ratschens. Da es sich beim Karsamstag um einen stillen Tag handelt, erklingen die Glocken der Kirchen nicht. Um die Bewohner der Gemeinden trotzdem auf den Gottesdienst vorzubereiten (früher gab es ja keine Uhren oder Wecker), gehen die Kinder (meistens die Ministranten der Gemeinde, deshalb waren es früher nur Jungen und erst in der neueren Zeit sind es auch Mädchen) der Gemeinden zu bestimmten Zeiten von Haus zu Haus mit den sogenannten Ratschen (Lärminstrumente). Es ist von Ort zu Ort unterschiedlich, wie oft und zu welchen Zeiten dies geschieht. Am verbreitetsten ist der Brauch, um 06.00 Uhr, 11.00 Uhr, 12.00 Uhr und 18.00 Uhr mit den Ratschen durch die Dörfer zu gehen. Am Nachmittag des Karsamstags sammeln die Ratschenkinder dann ihren Lohn ein, dafür dass sie den ganzen Tag die Ratschen geschwungen haben. Diesen Lohn erhalten sie entweder in Form von Süßigkeiten oder Eiern oder auch in Geld, das dann in die Ministrantenkasse fließt oder wie am Dreikönigstag für wohltätige Zwecke gespendet wird.

Die Osterprüfung

Es war ein sonniger Morgen als Lora und ihre Freundinnen von diesem unerträglichen Wecker geweckt wurden. Heute wollten sie früher aufstehen, weil sie nochmals für die Osterprüfung in Zauberkunst üben wollten. Sie wussten nicht genau, was drankommen würde, aber sie kannten Professor Flitwick und wussten, es würde nichts allzu schweres werden. Doch sie übten nochmals die Farb- und Schrumpf- beziehungsweise Wachstumszauber und all die anderen Beschwörungen. Sie konnten das alles ziemlich gut, nur Lora hatte noch Schwierigkeiten mit dem Laufzauber.

Danach gingen sie in die große Halle hinunter und verschlangen ihr Frühstück. Um 8 Uhr sollte ihre Prüfung stattfinden, sie waren trotz guter Übung ein wenig nervös. Katrin sagte nochmals alle Beschwörungsformeln auf und Lora korrigierte sie wenn nötig: “Farbwechselzauber?“, fragte Lora. „Colorus“ antwortete Katrin. „Richtig, kannst du mich auch nochmal abfragen? Du kannst das alles!“ fragte Lora. „Muss das sein? Ich bin sicher Flitwick kommt gleich. Das bringt nichts mehr.“ Lora zog einen Flunsch.

In diesem Moment kam der kleine Professor Flitwick um die Ecke. „So ich werde euch Einzeln in das Zimmer rufen und euch Prüfen. Es hat keinen Zweck, diejenigen, die schon fertig sind zu fragen, was gefragt wird. Jeder wird andere Aufgaben bekommen, aber ich bin überzeugt ihr werdet das schaffen. Als erstes: Lora Ambers!“

Lora ging mit leicht erhöhtem Puls in das Zimmer und sagte sich im Stillen: „Du schaffst das Lora, du schaffst das!“ Flitwick musste bemerkt haben, dass sie nervös war und sagte. „Keine Panik, Sie sind eine meiner besten Schülerinnen! Und nun: eine österliche Aufgabe! Lassen sie doch diese Ostereier hier ein paar Runden um den Tisch laufen!“ Dieser Zauber fiel Lora jetzt leicht, denn sie hatte ihn zuvor nochmals geübt. „Bravo“, meinte Flitwick „und nun färben Sie die Eier bitte anders, so wie sie möchten. Hauptsache bunt und anders“ und dabei huschte ihm ein Lächeln über sein kleines Gesicht. Auch diese Aufgabe meisterte Lora, ihr Ei war pink mir glitzernd-türkisen Punkten. {{img src="../../../img/ostern/2013/text/ei.jpg" alt="" class="right" }}
Flitwick strahlte „Gut gemacht Lora!“ lobte er sie. „Sie können gleich gehen, aber vorher lassen Sie das Ei bitte noch wachsen!“ Lora freute sich. Auch diesen Zauber konnte sie. Sie tippte das Ei an und sagte „Magnus!“ und das Ei schwoll auf die Größe eines Quaffels an. „Sehr gut, sie können gehen und das Ei mitnehmen. Es ist aus Schokolade! Schöne Ostern!“ sagte Flitwick fröhlich. „Danke, Ihnen auch Professor“ meinte Lora.

Glücklich ging sie aus dem Zimmer. Sie brach ihr Ei auf und aß den ersten Schokoladensplitter. Innen war ein Zettel auf dem stand: „Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln. Chinesisches Sprichwort“ Mit einem stillen Lächeln ging sie in den Gemeinschaftsraum und wartete auf ihre Freundinnen um Ostern zu feiern.

Ein kleines Ostergedicht

{{img src="../../../img/ostern/2013/text/gedicht.jpg" alt="" class="right" }}Nach der langen Winterzeit
wächst alles schön weit und breit.
Wenn die ersten Blumen blüh’n,
gibt es noch viel mehr zu seh’n:
Schnecken, Käfer und Getier
krabbeln munter durchs Revier.

Und dann kommt der Osterhase
versteckt etwas im hohen Grase:
Bunte Eier, leck’re Sachen,
die uns Kinder Freude machen!
Ja, du beschenkst uns jedes Jahr,
wir danken dir, das ist doch klar!

Dieses Jahr ist etwas neu,
hab nur keine große Scheu.
Du bekommst ein Osternest,
sollst dich freuen an diesem Fest:
Ein Bund Möhr‘n allein für dich,
weil du immer denkst an mich!

Polterhase, Ostergeist!

„Peeves!!! Auf der Stelle in mein Büro!!!“ Die Stimme von Professor McGonagall schallte durch die Gänge von Hogwarts und das Echo war bis weit in den verbotenen Wald zu hören. Peeves, gerade damit beschäftigt dem neuen Lehrer für Zaubertränke einen Streich zu spielen, ließ erschrocken das Reagenzglas mit den Blutegeln fallen. Fieberhaft begann er zu überlegen, welche seiner Taten die Schulleiterin von Hogwarts so in Rage gebracht hat. Gut, die Erstklässler mit heißem Kerzenwachs zu überschütten war sicherlich nicht ganz richtig gewesen. Auch das Stibitzen des Kronleuchters aus der Großen Halle war nicht richtig gewesen. Aber was es auch sein mochte. Je näher Peeves dem Büro der Schulleiterin kam, desto langsamer wurde er. Bevor er die Tür öffnen konnte schwang diese auf und er sah sich dem wutschnaubendem Gesicht von Professor McGonagall gegenüber. „Schön, dass Sie es heute noch geschafft haben, Peeves.“ Ihre Stimme war eisig. „ Wie Sie sich sicherlich denken können, habe ich ein Hühnchen mit Ihnen zu rupfen.“ Mit großen Schritten war sie durch den Raum geschritten und hatte sich auf den Schulleiterstuhl gesetzt. Peeves nahm auf der anderen Seite des Tisches auf einem unbequemen Holzstuhl Platz. „Ich hätte da so einiges, über das ich mit Ihnen reden müsste. Aber die Nachricht, die mich heute per Eule erreicht hat, erduldet keinen Aufschub. Sie rollte ein Pergament auf dem Tisch auf. Die Schrift war klein und unleserlich: „ Der Osterhase hat geschrieben, dass er von einer unbekannten Person für über eine Woche fest gehalten und gequält wurde. Anbei ist eine Skizze des Tatverdächtigen.“ Sie schob Peeves ein weiteres Pergament zu. Es war ein fast genaues Abbild seiner selbst. {{img src="../../../img/ostern/2013/text/peeves.jpg" alt="" class="center" }}

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie für die Entführung des Osterhasen verantwortlich sind. Allerdings haben alle magischen Schulen, Behörden und Einrichtungen eine Kopie dieses Briefes und des Bildes bekommen. Der Zaubereiminister bittet dringend um die Aufklärung dieses Vorfalls. Ansonsten droht der Osterhase damit, seine Arbeit an Ostern ruhen zu lassen. Und nicht nur für diesen Tag, sondern bis sich der Verantwortliche gefunden hat. Mein Wort gegen das des Osterhasen hat leider keine große Kraft. Ich gebe Ihnen eine Woche, um diesen Vorfall zu klären. Ansonsten droht ihnen die lebenslange Haft in Askaban.“ Peeves war ganz weiß geworden. „Ich… ich weiß wirklich nicht, was das zu bedeuten hat. Wie soll ich das denn herausfinden?“, stotterte er. „Das ist Ihnen überlassen. Allerdings sollten Sie herausfinden, ob es irgendjemand in dieser Schule nicht gut mit Ihnen meint. Jemand, der mindestens in die fünfte Klasse geht. Ein Drittklässler wäre wohl kaum in der Lage, den Osterhasen aufzuspüren.“ Mit diesen Worten entließ Professor McGonagall Peeves.

Peeves schlurfte mit gesenktem Kopf den Flur entlang bis zum Mädchen Klo im zweiten Stock. Er öffnete die Tür und blickte sich um: „Myrthe, bist du da?“ Ein leises Kichern kam aus einem der Klos: „ Komm her mein kleiner. Ich habe schon auf dich gewartete.“ Myrthe stieß dir Tür auf und schwebte auf Peeves zu: „Nanu? Was ist denn mit dir los? Hat dir etwa jemand einen Streich gespielt.“ Mit ihrer Hand strich sie über seine Wange. „Nein nein. Es ist bloß, ich brauch deine Hilfe.“ Er erzählte ihr alles. „Und was willst du jetzt tun? Wie willst du in einer Woche herausfinden, wer dir das Angetan hat?“, fragend schaute Myrthe auf Peeves hinab, der nur noch ein kleines Häuflein Elend war. „Ich hatte gedacht, dass du mir vielleicht helfen könntest. Wir könnten einen Geisterrat abhalten und alle fragen, ob sie in ihren Häusern oder auf den Fluren etwas in diese Richtung gehört haben.“ Myrthe schüttelte den Kopf: „Ich weiß ja nicht. Wie willst du die anderen Überzeugen? Du hast mehr als die Hälfte durch deine Streiche gegen dich aufgebracht.“ Kleinlaut hob Peeves seinen Kopf: „Ich werde mich bei ihnen Entschuldigen.“ „Du willst was?“ Myrthe bekam einen Lachanfall. „Du hast dich noch nie in deinem Leben als Poltergeist bei irgendwem entschuldigt. Du glaubst doch nicht, dass die anderen Geister dich ernst nehmen werden.“ „Bitte Myrthe, das ist meine einzige Chance.“, bettelte Peeves. „Na gut. Aber nur unter einer Bedingung. Wenn das alles hier vorbei ist, fährst du mit mir in die Karibik!“ Diese Worte zauberten ein Lächeln auf das traurige Gesicht von Peeves. Er hob seine Hand und gab Myrthe einen Kuss.

„Ruhe!!“ Myrthe schwebte aufgeregt zwischen den Geistern hin und her. „Ruhe!“ An die hundert Geister hatten sich in einem der Kerker eingefunden und warteten nun gespannt darauf, was passieren würde. Keiner wusste genau worum es bei diesem Treffen gehen würde, deshalb diskutiere der Großteil erst mal alle möglichen Ereignisse durch. Peeves kam zu Myrthe auf die Bühne. Als die Geister nach einander bemerkten, dass ein Poltergeist unter ihnen war, wurden sie still. Peeves räusperte sich: „Ich weiß, einige von euch werden sich fragen, was einer wie ich auf einem Geisterrat zu suchen hat.“ Er machte eine kurze Paus und blickte in viele unverständliche Gesichter. „Ich möchte mich für meine Streiche, die ich vielen von euch gespielt habe, entschuldigen. Ich bin ein Poltergeist, es ist meine Aufgabe, Chaos zu stiften. Aber ich weiß, dass ich manchmal über die Stränge geschlagen bin. Es tut mir leid.“ Ein erstauntes Murmeln ging durch die Versammlung. Einer der Geister hob seinen Arm: „Peeves, wir wissen, dass du manchmal nicht ganz richtig im Kopf bist. Was bezweckst du mit dieser Entschuldigung? Ich sehe nicht ein, aus welchem Grund wir dir verzeihen sollten.“ Der Geist, ein jüngerer Pirat ließ seine Hand wieder sinken. Peeves zuckte zusammen. Er wusste, dass er jetzt auf jedes Wort, das er sagen wollte, achten musste. Doch Myrthe war schneller als er. „Das mit seiner Entschuldigung war meine Idee. Wir brauchen eure Hilfe.“ Und bevor er sie stoppen konnte, erzählte sie der versammelten Gesellschaft, was sich zugetragen hatte. „Ich hoffe ihr seht ein, wieso ich es für angebracht hielt, dass er sich vorher bei euch entschuldigt. Ihr müsst ihm nicht verzeihen, aber die Tatsache, dass es einem Schüler aus dieser Schule möglich war, Peeves so nach zu ahmen, dass er kurz davor steht in Askaban zu landen, finde ich sehr beunruhigend. Ich weiß, niemand kann Peeves wirklich leiden. Aber Hogwarts ohne Peeves ist wie ein Festmahl ohne Essen. Das geht einfach nicht. Bitte. Ihr müsst sagen, wer den Osterhasen eventuell entführt hat.“ Die Stille, die nach dieser Geschichte den Kerker durchzog war lange. Niemand wagte ein Wort zu sagen, bis Sir Nicolas seine Hand hob: „Peeves, ich verzeihe dir alle deine Streiche. Aber bitte sag, wer einen solchen Groll auf dich hat, dass er dich in Askaban sehen will. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass mit dieser Tat das Osterfest einen großen Schaden erleiden könnte.“ Einige der Geister nickten, andere begannen mit ihrem Nachbar zu tuscheln. „Ich weiß es nicht.“ Peeves schüttelte unglücklich den Kopf. „Seit gestern bin ich meine ganzen Streiche durchgegangen, die ich in den letzten sieben Jahren gespielt habe. Es müssen über hundert Leute sein, die in Frage kommen.“Der fette Mönch schob sich durch die Reihen nach vorne: „ Vor vier Wochen habe ich einige Jungen aus meinem Haus dabei beobachtet, wie sie mehrere Mädchen dazu überredeten, ihnen zu zeigen, wie man näht. Zwei waren ziemlich groß, der dritte war etwas kleiner als du.“ Der blutige Baron schaute den Mönch an: „Bei mir war genau dieselbe Situation. Was hat das denn jetzt zu bedeuten?“ „Das wir ganz dringend mit diesen Leuten reden müssen. Peeves, wie spät ist es?“ Myrthe hört sich an wie ein Militärofizier. „Gleich acht, wieso?“ Wir teilen Gruppen ein. Die Hälfte sucht die drei Jungs aus Hufflepuff, die andere Hälfte die aus Slytherin. Und dann wissen wir in ein paar Minuten, was das soll.“

„Seit leise oder euch passiert was!“, fauchte Peeves dir drei Jungen aus Hufflepuff an. Im Verließ trafen sie auf die anderen Geister, die die jungen aus Slytherin fest hielten. Der blutige Baron schwebte zwischen den sechs Stühlen auf und ab. Mit seiner unheimlichen Stimme fragte er die Jungen: „Ich will jetzt auf der Stelle wissen, was es mit dieser Osterhasenentführung auf sich hat. Wart ihr das?“ Der kleinste der sechs fing an zu zittern: „ Wir… es war nur ein Scherz. Peeves hat uns immer Streiche gespielt, da wollten wir ihm auch einen Spielen…“ „Halt die Klappe Marius!!! Das geht diesen Baron einen schieß Dreck an.“, schrie der eine Hufflepuffjunge. „Nein. Es war falsch was wir getan haben! Peeves, er hat uns immer Streiche gespielt. Wir dachten, es wäre ganz lustig, ihm zu zeigen, wie das so ist, wenn man wegen Sachen, die man nicht getan hat, was auf die Rübe bekommt. Sebastian kam auf die Idee den Osterhasen um Hilfe zu bitten. Sein Vater arbeitet in der Briefbehörde auf den Osterinseln und hatte ihm erzählt, dass der Osterhase eigentlich die Stelle von Peeves haben wollte und sich seit dem immer an ihm rächen wollte.“ Peeves wurde bei diesen Worten rot wie eine Tomate: „Ihr habt was?“, schrie er. „ Der Osterhase ist ein gemeines Miststück. Als wir mit der Schule fertig waren, gab es nur diese beiden Stellen. Entweder Schokoeier verteilen oder Schüler ärgern. Wir waren uns von Anfang an einig, wer welche Stelle bekommt. Erst zwei Wochen später hat er mir gesagt, dass er lieber ein Polterhase wäre. Aber da war es schon zu spät. Die Schulverwaltung wollte meinen Antrag nicht mehr annehmen und so ist er einfach auf seine Inseln verschwunden.“ Peeves fing an zu heulen. „Er war mein bester Freund. Ich verstehe nicht, wie er mir das antun konnte.“, schluchzte er. Myrthe legte ihre Hand auf seine Schulter. „Wie habt ihr den Hasen entführt?“, fragte sie den Jungen. „Wir haben ihn nicht entführt. Er ist freiwillig mit uns gegangen. Wir hatten uns nur verkleidet um den anderen Leuten etwas vorzugaukeln. Es tut mir wirklich leid Peeves.“ Die Tränen liefen dem Jungen übers Gesicht. „Der Osterhase. Er ist noch hier im Schloss. Seit gestern ist er wieder im Schloss um sich bei dir zu entschuldigen, um dich zu warnen.“ Entgeistert schaute Peeves den Jungen an. Der Osterhase wollte sich bei ihm entschuldigen? Dabei war er doch Schuld an der ganzen Sache, oder doch nicht? Da klopfte es zaghaft an der Kerkertür und ein großer Hase hüpfte in den Raum. „Peeves, es tut mir leid. Ich wollte nur… früher wollte ich immer ein Polterhase werden. Und dann kamen diese Jungen und schlugen mir vor, dir einen Streich zu spielen. Viel zu spät merkte ich, wie viel Spaß mir mein Beruf eigentlich macht. Ich habe einen Vorschlag für dich.“ Er holte tief Luft: „Wenn du möchtest kannst du mir dieses Jahr bei den Vorbereitungen für das Osterfest helfen. Und dann auch beim Verstecken der Schokoeier.“ Der Osterhase schaute Peeves bittend an. Peeves drehte sich zu Myrthe um. „Ok. Aber nur, wenn du mir dann beim Poltern hier in der Schule hilfst.“ Er lachte sie an und viel dem Osterhasen um den Hals: „Das ist das schönste Ostergeschenk, das ich je bekommen habe.“, schluchzte er. „Glaubst du, du kannst mich und Myrthe mit nehmen und uns in der Karibik absetzen?“ flüsterte Peeves dem Osterhasen ins Ohr. Der Osterhase schielte rüber zu dem Geistermädchen mit der großen Nickelbrille: „Wenn du willst, können wir euch auch bis ans Ende der Welt bringen.“

Zwei Wochen später am Osterfest schlüpften Peeves und der Osterhase in das letzte Haus, das noch keine Ostergeschenke bekommen hatte. Sie erzählten sich leise Geschichten über die vergangene Zeit und versteckten die Ostereier gemeinsam. Nach Ostern ging in Hogwarts dann die Post ab. Ein Poltergeist und ein Polterhase ließen das ganz normale Chaos in Hogwarts zu einem Orkan der Streiche werden. Zum Sommer hin wurde es ruhig. Ungewöhnlich ruhig. Peeves war mit Myrthe in die Karibik gefahren.

Ostern 1981

Es war eine klare Nacht, Sterne spiegelten sich im See vor dem Schloss. Kein Lufthauch wehte, kaum ein Laut durchdrang die stille, friedliche Nacht. Ganz vereinzelt waren flackernde Lichter hinter den Fenstern des Schlosses zu sehen, bedeutend weniger als sonst. Es waren Osterferien, und kaum ein Schüler war in Hogwarts geblieben. Diejenigen, die sich fürs Bleiben entschieden hatten, zwei Hufflepuffs des dritten und zwei Ravenclaws des fünften Jahrgangs, befanden sich nun längst in ihren jeweiligen Schlafsälen. Es war also mehr Routine als wirklicher Bedarf, als der Fette Mönch wie gewohnt durch die Gänge patrouillierte. Es war Karsamstag, eigentlich schon die Osternacht, auch wenn die Zauberer dem heutzutage nicht mehr viel Achtung zollten. Selbst zu seiner Zeit war das kaum der Fall gewesen, er war damals mit seiner Entscheidung, sich dem Orden anzuschließen, gemeinhin auf Unverständnis gestoßen. Der Mönch schwebte um eine Ecke. Etwas bewegte sich, aber gleich erkannte er Mrs. Norris, die durch die Gänge streifte. Kein Grund zur Besorgnis. Die anwesenden Schüler würden keine Probleme machen. Es war erstaunlich, dass überhaupt Schüler geblieben waren. Innerhalb des letzten Jahrzehnts war die Zahl derer, die über die Ferien nicht in den Kreis der Familie zurückkehrten, rapide gesunken. Eltern wollten in diesen schwierigen Zeiten ihre Kinder bei sich wissen, Familien wollten vereint sein. Zu groß war die Gefahr, dass sie gewaltsam auseinander gerissen wurden, dass von einem auf den anderen Tag ein Familienmitglied den immer häufiger stattfindenden Todesserüberfällen zum Opfer fiel. Namen kamen ihm in den Sinn, Namen von Zauberern und Hexen, die er selbst in ihrer Schulzeit kennengelernt hatte. Als lebendiger Mönch hatte er am liebsten Heilzauber gesprochen. Das war seine Art, Gutes zu tun und zu helfen. Lange wusste keiner seiner Mitbrüder von seinen Fähigkeiten, keiner konnte es ihm gleich tun, aber ihm war es immer nur darauf angekommen, Menschen zu helfen. In der ersten Zeit nach seinem Tod war es sehr schwierig gewesen, damit klarzukommen, keine Heilmagie mehr anwenden zu können. Gerade dieser Tage wäre es gut, den Lehrern und Schülern beizustehen, zu helfen, Arbeit abzunehmen. Ihre Körper heilen zu können. Stattdessen heilte er Geist und Seele, weil es einer der wenigen Wege für ihn in seiner jetzigen Form war, Gutes zu tun. Der Mönch schwebte durch die Wände eines Klassenzimmers in einen anderen Korridor. Es war Ostern, die Auferstehung des Herrn. Niemals hatten die Menschen Hoffnung mehr gebraucht als jetzt, wo Familien auseinandergerissen und Unschuldige getötet wurden. Hoffnung auf Zusammenfinden im Jenseits, Hoffnung darauf, dass es den Liebsten gut gehen würde, Hoffnung auf die Gnade Gottes. Das war es, was Menschen weiterkämpfen ließ, was sie dazu brachte, sich gegen die Ungeheuerlichkeiten Voldemorts aufzulehnen. Umso trauriger, dass die meisten Zauberer Ostern nurnoch mit bunt bemalten Eiern Ferien in Verbindung brachten.

„Pater noster, qui es in caelis“, begann der Mönch leise, als er, die Hände zum Gebet gefaltet, durch die Gänge schwebte, „sanctificetur nomen Tuum.“ Die Worte kamen ihm wie von selbst über die Lippen. Den nächsten Vers betonte er mit besonderer Inbrunst: „adveniat regnum Tuum“ Bitte, lass dein Reich kommen. Hilf uns, mit diesem Wahnsinn ein Ende zu machen, mit diesem …Menschen, der dich in all seinem Tun verspottet. All die liebenden Eltern, die zu Waisen gemachten Kinder… Aber ich will dich nicht infrage stellen: „fiat voluntas Tua, sicut in caelo, et in terra.“, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. „Panem nostrum cotidianum da nobis hodie, et dimitte nobis debita nostra“ All die Menschen, denen er nicht hatte helfen können. All die Male, bei denen er versagt hatte, die Menschen einander nahe zu bringen und zu versöhnen. „sicut et nos dimittimus debitoribus nostris“ Zu leicht verfiel man der Falle, anderen wegen Kleinigkeiten zu zürnen, niemand war davon ausgenommen. Mit aller Innigkeit fuhr er fort: „et ne nos inducas in tentationem, sed libera nos a Malo.“ Bewahre uns davor, Herr, dem Bösen zu verfallen, seinen teuflischen Einflüsterungen, den dämonischen Verführungen. Hilf uns, gegen das Böse und Dunkle anzukämpfen. Hilf uns, einander Nähe zu geben, wenn wir es brauchen. Wir bedürfen deiner Hilfe, Herr, stehe uns bei! „Amen.“

Der Mönch betete regelmäßig, aber nur selten war ihm mit solcher Heftigkeit bewusst, wie sehr die Menschen gerade heutzutage auf Gottes Beistand angewiesen waren. Die Liebe Gottes und die Liebe der Menschen untereinander, das war die stärkste Waffe, die sie gegen die Dunklen Kräfte hatten, auch wenn diese Liebe ihre verwundbarste Stelle war. Familien wurden auseinandergerissen. Gute Menschen getötet. Es war der Tag der Auferstehung des Herrn. Es gab Hoffnung.

Tief in sich versunken schwebte der Mönch durch die Korridore des siebten Stockwerkes, als er ein Schluchzen hörte. Das schimmernde Licht, das der Geist immer ausstrahlte, machte eine Gestalt sichtbar, die zusammengekauert an der Wand des engen Korridors saß. Jemand war unglücklich. Der Mönch schwebte vorsichtig neben der Person – eine Schülerin, wie es schien – in eine kniende Position. Die Schülerin blickte auf, der Mönch sah in verweinte Augen. Es war eine der beiden Ravenclaws.{{img src="../../../img/ostern/2013/text/ostern1981.jpg" alt="" class="right" }}

Der Fette Mönch bemühte sich, seiner Stimme einen sanften Klang zu geben. „Willst du nicht in den Räumlichkeiten deines Hauses sein?“ Sie schüttelte den Kopf. „Kann nicht“, brachte sie unter weiteren Schluchzern hervor. Der Mönch legte ihr einen Arm um die Schultern, auch wenn es sehr warm war. Er hatte festgestellt, dass Menschen in manchen Situationen den kalten Trost eines Geistes gar keinem vorzogen. „Willst du mir sagen, was los ist?“ Eine Weile lang war sie nur ruhig, dann fragte sie: „Was passiert mit Menschen, wenn sie sterben?“ Der Mönch antwortete: „Ihr Geist und ihre Seele kommen an einen anderen Ort, den manche ‚Himmel‘, manche ‚Paradies‘, andere einfach nur ‚Jenseits‘ nennen.“ „Wohin kommen sie wirklich, und wo ist dieser Ort?“ „In unserer Welt kennen wir drei Dimensionen“, sagte der Mönch leise, „aber die Welt ‚da drüben‘ ist sozusagen wie eine vierte Dimension. Meistens können wir sie nicht wahrnehmen, weil wir zu sehr auf unsere drei Dimensionen fixiert sind. Besonders sensible Menschen spüren manchmal, wenn ihnen jemand von ‚dort drüben‘ nahe ist, wenn dieser an ihn denkt. Daher, unter anderem, können wir uns recht sicher sein, dass es wirklich so ist. Dumbledore sagt immer, dass für den gut vorbereiteten Geist der Tod nur das nächstgrößere Abenteuer ist, und dass man nicht um die trauern soll, die weiter in die andere Welt gegangen sind, sondern um die, die hierbleiben.“ „Dann ist der Tod nicht schlimm?“, fragte das Mädchen, und schluchzte wieder. „Nein“, antwortete der Mönch sanft, „wenn man tot ist, ist das nicht schlimm.“ Das Mädchen seufzte, und entspannte sich ein bisschen. „Gut.“ Eine Weile lang waren sie still, doch der Mönch meinte, wieder leises Weinen zu hören. „Soll ich dir mal eine Geschichte erzählen?“, fragte er. Das Mädchen zuckte erst mit den Schultern, nickte dann aber. „Es ist schon lange her, beinahe zweitausend Jahre. Da war in –“ „Ach, du meinst Jesus?“, unterbrach ihn die Schülerin. Der Mönch war erstaunt, es war lange her, dass er einen Zauberer oder eine Hexe getroffen hatte, der damit etwas am Hut hatte. „Ja. Woher kennst du – ?“ Das Mädchen ließ den Kopf auf ihre Hände sinken. „Mein Vater war Pfarrer.“, sagte sie und klang traurig. „War?“, fragte der Mönch leise. Das Mädchen nickte. „Und meine Mutter Hexe. Todesser haben sie umgebracht.“ Der Mönch schwieg. Fast zehn Jahre war es her, dass Lord Voldemort unter diesem Namen auf der Bildfläche erschienen war. Er hatte ihn als Schüler gekannt, diesen Tom Riddle, oder zumindest von ihm gewusst. „Dann sind sie jetzt ‚dort drüben‘ und wachen über dich. Sie sind bestimmt glücklich und dankbar, dass du in Hogwarts bist und überlebt hast.“ „Ich hatte so wenig mit ihnen zu tun in den letzten Jahren. Das ganze Jahr über war ich in Hogwarts, nur in den Ferien nicht, und selbst da habe ich nur erzählt wie toll Hogwarts ist und wie gerne ich dort bin. Sie hatten kaum mehr Zeit mit mir, es muss ihnen vorgekommen sein, als wäre ich lieber hier als bei ihnen.“ Sie klang vorwurfsvoll. „Und die ganze Zeit über haben sie dich geliebt. Sie haben sich für dich gefreut, dass du in Hogwarts tolle Jahre verbringst. Deine Mutter hat sich an ihre Hogwartszeit erinnert und dir dein Glück gegönnt, dein Vater kannte ihre und deine Erzählungen. Sie wollten, dass du glücklich bist, und es hat sie mit Freude erfüllt, dass es dir hier so gut geht, und dass du hier so sicher bist.“ „Wirklich?“ Der Mönch nickte. „Ja. Sie werden weiterhin über dich wachen.“ Er machte eine kurze Pause. „Kindern erzählt man häufig, dass die, die sterben, nach dem Tod zu Sternen am Himmel werden. Man will ihnen damit sagen, dass diese Menschen nicht einfach fort sind, dass es sie weiterhin gibt und dass sie über die Menschen auf der Erde wachen. Ich weiß nicht, ob die Welt ‚dort drüben‘, die nächste Welt, über uns am Firmament ist. Aber es ist eine schöne Vorstellung, und wenn ich eines ganz sicher weiß: Deine Eltern hören jetzt nicht auf, dich zu lieben und auf dich acht zu geben. Sie hören damit nie auf.“ „Danke“, flüsterte das Mädchen. „Ich konnte nicht zur Beerdigung gehen. Den Muggeln hat man eine Gasvergiftung vorgetäuscht, und sie wurden auf dem Kirchhof bestattet. Ich war nicht dabei.“ „Du bist in Gedanken bei ihnen“, sagte der Mönch, „bestimmt merken sie das. Sie wollen, dass du sicher bist. Dort zu sein, wäre nicht sicher gewesen.“ „Weißt du“, setzte er nochmal an, „selbst wenn du ganz traurig bist, wenn alles ganz dunkel erscheint, selbst dann ist da irgendwo ein kleines wärmendes Licht. Dieses Licht ist Liebe. Die Liebe deiner Eltern, und die Gottes, die dich immer begleitet und für dich leuchtet. Jetzt ist Ostern, der Tag, an dem Jesus auferstanden ist. Du spürst das Licht in deinem Herzen, das dich immer daran erinnert.“ Die Schülerin war eine Weile lang still, dann flüsterte sie: „Ja.“ Der Mönch ließ ihr noch einen Moment Pause, dann fragte er sanft: „Wollen wir wieder zu deinem Gemeinschaftsraum zurückgehen?“ Das Mädchen stand auf und straffte ihre Haltung. Mit fester Stimme sagte sie: „Ich bin bereit.“ Der Mönch schwebte ebenfalls in eine stehende Position und lächelte, die Hand auf ihrer Schulter. „Denk immer daran: Das Licht leuchtet für dich.“ Sie lächelte vorsichtig zurück, und die beiden gingen los. Das Mädchen flüsterte: „Ich spüre es!“ und der Mönch spürte es auch, sah das helle, warme Licht, das in ihrem Herzen leuchtete, und sein silbrig-weißer Geisterschein leuchtete gleich um eine Spur heller. Es war Ostern, der Tag der Auferstehung des Herrn. Auch, wenn die dunklen Mächte in dieser Welt ihre Spuren hinterließen, auch, wenn es draußen dunkel war: Es musste Hoffnung geben. Es gab Hoffnung, und die neugewonnene Kraft dieses Mädchens war der lebende Beweis dafür.

Erik und die Bären

Der kleine Osterhase Erik darf dieses Jahr zum ersten Mal beim großen Ostertreiben mithelfen. Am Karsamstagabend packt er genau wie sein Vater und all die anderen fleißigen Hasen seinen Korb mit den leckeren und bunten Eiern. Zum fünften Mal kontrolliert er den Tragekorb auf Löcher und testet die Riemen auf Festigkeit. Er hätte es gern noch ein sechstes Mal gemacht, aber der Vater hat ihn lachend ins Bett geschickt. Dort liegt nun der kleine Erik und macht sich große Gedanken über den morgigen Tag. Wird alles gut gehen? Wird er alles richtig machen? Doch eh er sich versieht, schläft er ein.

{{img src="../../../img/ostern/2013/text/ostern1981.jpg" alt="" class="right" }}Früh ist es und die Wiesen sind noch taunass. Erik stapft munter Richtung Wald. Stolz trägt er den schweren Korb und auch so sicher, als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte. Im Wald singt er ein kleines Frühlingslied beim Laufen, rennt mit einem Schmetterling um die Wette und beobachtet einen Specht beim Hämmern. Dann fällt ihm auf, dass er die Bäume, die er gerade sieht, gar nicht kennt. Müsste er nicht schon längst die Lichtung erreicht haben? Oh nein, er hat sich verlaufen. Aber macht nichts, beruhigt sich Erik, er hat ja eine Karte. Vorsichtig stellt er den Korb ab und öffnet seine kleine Notfalltasche. Doch – oh je – die Karte fehlt! Dabei hatte er sie doch extra nochmal angeschaut und dann neben die Tür auf die Kommode gelegt. Und vergessen. Betrübt lässt Erik seine Ohren hängen. Was soll er nun machen? Er nimmt den Korb auf den Rücken und läuft langsam weiter. Ihm ist sehr, sehr unbehaglich zumute. Nicht nur, dass er keine Ahnung hat, wo er sich befindet, sondern bald werden auch einige Kinder nicht vorhandene Eier suchen! Während er trübselig immer weiter in den Wald läuft, kommt er an einer Höhle vorbei. Vielleicht ist sie bewohnt? Vielleicht kann ihm jemand helfen? Leise schleicht er sich hinein. Doch im Dunklen sehen seine Augen nicht so gut und so stolpert er über einen kleinen Schemel, der im Weg steht. WUMPS! Ehe er sich versieht, beugen sich drei schlecht gelaunte Bären über den kleinen Osterhasen. Einer packt ihn am Nacken und stellt ihn grob auf die Beine.

„Was störst du uns, du Eindringling?“ „Schnüffler!“, schimpft ein anderer. „Frühstück?“, fragt der Dritte und leckt sich die Zähne. Erik wird angst und bange. Ängstlich reibt er sich seine langen Öhrchen, schließt die Augen und wartet auf ein Wunder. Dann hört er es schmatzen. Zaghaft blinzelt er und sieht, dass die Bären es gar nicht auf ihn sondern auf seinen Korb abgesehen haben! Laut schmatzend sitzen sie auf ihrem Hosenboden und stopfen die Schokoladeneier nur so in sich hinein. Das bunte Papier liegt achtlos zerstreut auf dem Boden. Starr vor Schreck schaut Erik zu und endlich ist irgendwann der Korb leer. Die Bären reiben sich zufrieden die Bäuche und grunzen satt. „Danke. Das hat echt gut getan! Kannst uns öfter das Frühstück bringen!“ Erik treten die Tränen in die Augen. „A-a-aber die Eier w-w-waren doch für die Kinder…“ Betroffen schauen sich die Bären an. „Das wussten wir nicht. Kleiner, das machen wir wieder gut. Wir lassen uns was einfallen.“ Nach einer hitzigen Beratung ziehen die drei Bären los. Natürlich nehmen sie Erik und seinen Korb mit. Sie traben eilig durch den Wald bis sie an einen Fluss kommen. „Was habt ihr vor?“, fragt Erik. „Wir fangen dir Fische!“ „Fische?“ „Du wirst sehen!“ Die Bären treten an das Ufer und fangen an, sehr elegant und überaus fleißig Fische zu fangen. Der Berg neben Erik wächst rasant und im Nu ist der Korb übervoll. „Aber was soll ich denn mit Fischen? Die Kinder warten doch auf bunte Eier!“ „Schau dir doch die Fische an. Sie sind auch bunt. Und viel gesünder als Schokolade. Ich hab jedenfalls Bauchschmerzen von den 53 Schokoeiern bekommen.“ Erik ist ratlos. Er betrachtet die stolzen Bären und die vielen Fische. Tatsächlich, sie glänzen in der Sonne in den verschiedensten Farben. Und es sind so viele Formen… und eigentlich sind sie auch wirklich gesünder… hat er überhaupt eine Wahl? Blitzschnell schnappt Erik sich seinen Korb und hoppelt los. „Ja, ihr habt recht! Vielen Dank!“ „Hey, Kleiner, nicht da lang. Du musst nach rechts und halt dich am Fluss, dann wirst du dein Ziel nicht verfehlen.“

Wenig später staunten die Kinder nicht schlecht als sie ihre Osternester suchten und statt Eiern und anderen Süßigkeiten zusammengerollte Fische darin fanden. Diese wurden aber gleich fröhlich am Osterfeuer am Spieß gebraten. Und seit diesem denkwürdigen Ereignis legt Erik nun jedes Jahr in jedes Nest wenigstens einen Osterfisch hinein.

Die Sonne stand schon am Horizont und tauchte alles in helles Licht. An der peitschenden Weide sproßen erste grüne Blätter und kleine Schneeglöckchen gruben sich langsam durch die Erde an die warme Oberfläche. Das gigantische Schloß spiegelte sich im türkis-blau gefärbten See, was die Szene noch idyllischer machte.

Eben hatten die Frühlingsferien für die Schüler von Hogwarts begonnen, am nächsten Tag war Ostersonntag. Ein kleiner, betrübt wirkender Hauself stand am Fenster in einer der runden Wendeltreppen, hoch im Nordturm, sah hinaus und beobachtete die aufgehende Sonne. Die anderen Hauselfen waren bereits an der Arbeit, doch er brauchte nicht schon um sechs Uhr morgens aufzustehen und zu schuften. Denn Dobby war frei. Profeßor Dumbledore hatte ihm sogar versprochen ihn zu bezahlen, worüber Dobby sehr glücklich war. Nun machte ihm aber etwas anderes Sorgen. Winky, die ehemalige Hauselfe von Mr. Crouch war noch immer am Boden zerstört und ließ nicht mit sich reden. Er beschloß, sie aufzumuntern, wie auch immer er das anstellen wollte. Nach einem weiteren kurzen Blick hinaus in die zauberhaften Ländereien Hogwarts, apparierte er hinunter in die Küche, um nach Winky zu sehen.

Sie stand am Herd und wimmerte leise in einen Haufen Geschirrtücher. Als sie Dobby bemerkte, der traurig zu ihr sah, hob sie ihren Kopf und schaute ihn mit großen, tränengefüllten Augen an, bevor sie sich wieder auf die Tücher zurücksinken ließ. Sie machte einen so armseligen Eindruck, daß Dobby am liebsten zu ihr hingegangen wäre und sie in seine kleinen Arme genommen hätte. Doch da sie schon bei der Andeutung eines Gesprächs zurückzuckte, ließ er es lieber bleiben. Plötzlich sah Winky erschrocken hoch und wuselte zum Herd zurück.

"Winky.muß.arbeiten.", sagte sie leise und immer wiederholend zu sich selbst. "Mr. Crouch würde wollen, daß Winky arbeitet. Aber Mr. Crouch…" Sie zuckte erneut zusammen, als würde plötzlich die Erinnerung an ihren alten Herr wieder hochkommen und begann wieder jämmerlich zu weinen, ihre Hand um die große Whiskeyflasche geklammert.

"Winky soll das Zeug nicht trinken." Dobby sah sie vorwurfsvoll an und nahm ihr die Flasche aus der Hand. "Es ist nicht gesund für Winky." Die Hauselfe sah ihn ausdruckslos an. Dobby seufzte leise.

Zur gleichen Zeit saßen Harry, Ron und Hermine im Gemeinschaftsraum der Gryffindors. Hermine brütete über einem Stapel Geschichte der Zauberei Notizen, während Harry und Ron eine Runde Snape explodiert spielten, neben ihnen die Zaubertränke Hausaufgaben liegend. Immer wieder grüßten ein paar Schüler sie, die zur Großen Halle hinuntergingen. Nicht alle waren in Hogwarts geblieben, doch waren es im Vergleich zum letzten Jahr recht viele.

Gerade als Rons Kartenstapel explodierte, Ron hustend hinter dunklem Rauch auftauchte und Hermine ihm einen empörten Blick zuwarf, hörten sie einen lauten Knall.

{{img src="../../../img/ostern/2013/text/dobby.jpg" alt="" claß="left"}}

"Dobby!", rief Harry erschrocken aus. Der Elf blickte entschuldigend zu ihm hoch.

"Dobby wollte Harry Potter nicht erschrecken." Hermine und Ron tauschten einen leicht belustigten Blick.

"Nein, schon in Ordnung. Was gibt's?", fragte Harry und setze sich zurück auf seinen Seßel.

"Dobby hat gehofft Harry Potter könnte ihm helfen. Winky geht es immer noch sehr schlecht. Sie spricht nicht mit Dobby und trinkt immer noch sehr viel von diesem Zeug. Dobby ist sehr traurig deswegen. Er möchte Winky so gerne aufmuntern." Er sah mit großen Augen zu den dreien hoch.

"Äh… ja und was genau sollen wir jetzt tun?", fragte Ron, der versuchte sich ein Grinsen zu verkneifen.

"Wir sollen ihm helfen, Winky aufzumuntern", antwortete Hermine ungeduldig, aber erfreut über die Aufgabe, etwas für die arme, kleine Elfe tun zu können.

"Ahhh so", machte Ron verständnislos. Dobby trat nervös vom einen Fuß auf den anderen.

"Winky möchte immer noch nicht frei sein. Sie will nichts von Kleidung wißen, auch wenn Dobby ihr so oft gesagt hat, wie schön es ist, frei zu sein. Dobby ist verzweifelt. Was soll er tun, um Winky zu zeigen, daß es noch anderes gibt, als nur zu arbeiten?", fuhr Dobby fort, als keiner der drei Anstalten machte, etwas Sinnvolles in das Gespräch einzubringen.

"Die arme Winky", seufzte Hermine.

"Sag mal Dobby, mußt du noch immer den ganzen Gryffindor Gemeinschaftsraum alleine putzen?", wollte Harry plötzlich wißen, da ihm Hermines Hüte und Socken wieder eingefallen waren.

"Ja, leider", sagte Dobby traurig, "die anderen halten es für eine Beleidigung, daß hier überall die Kleidungßtücke herumliegen, die Miß Granger gemacht hat." Er machte einen Knicks in Richtung Hermine. Ron sah währenddeßen noch immer abwesend aus dem Fenster, wenig am Gespräch beteiligt.

"Das tut mir Leid, Dobby."

"Dobby macht das gerne, Miß", piepste er.

"Ich hab Hunger", ließ Ron plötzlich verlauten, was ihm einen wütenden Blick von Hermine bescherte. "Ich hoffe, Mum macht dieses Jahr wieder diese Ostereier."

"Was-", setzte Hermine an, doch Harry unterbrach sie.

"Wart mal… Hunger… Dobby, wie wärs denn wenn du Winky ein Schokoladenosterei machst? Es ist keine Kleidung, also muß sie es wohl annehmen… Und wer hat keine Freude an Schokolade?! Na, was meinst du?"

"Ja, das könnte Dobby…", sagte er langsam. Dann strahlte er die drei an. "Dankeschön Harry Potter!"

"Nichts zu danken. Du hast noch was gut bei mir Dobby…" Harry senkte die Stimme. "Du weißt schon, wegen dem Dyanthuskraut."

Dobby blickte noch einmal lächelnd hoch, die großen Augen auf Harry gerichtet und seine Fledermausohren wippten vor Begeisterung hin und her. Mit einem KNALL disapparierte er.

"Woow, sagt mal, was war denn das?", fragte Ron verdutzt.

Erst als alle Elfen ihre Arbeit erledigt hatten, die Schlafräume der Hogwarts Schüler aufgeräumt und geputzt waren, das Geschirr abgewaschen und bereits das Frühstück für den nächsten Tag vorbereitet hatten, und alle sich schlafen gelegt hatten, schlich sich Dobby wieder in die Küche. Vorhin hatte er noch einmal probiert mit Winky zu reden, aber sie wiederholte nur ständig, sie sage nichts, solange sie nicht wieder zu Mr. Crouch könne. Er hatte dafür gesorgt, daß sie ohne den Berg Lumpen und die große, durchsichtige Flasche ins Bett ging. Jetzt holte er aus einem der oberen Schränke Schokolade, Milch, Caramel und eine Form, in die er das Osterei gießen wollte. Er fand die Idee gut und war froh, daß Harry Potter ihm geholfen hatte – obwohl er sich erstmals gar nicht getraut hatte, zu ihm zu gehen. Aber dafür sind Freunde doch da, sagte er sich. War Harry Potter denn sein Freund? Der Gedanke daran, einen Freund zu haben, machte ihn so glücklich, daß er um das Doppelte schneller arbeitete. Er brauchte ganze zwei Stunden, doch am Ende war er zufrieden mit seiner Arbeit. Er wickelte, das Schokoladenei in buntes Papier und band eine Schleife drum.

Im Morgengrauen dann, als die ersten Sonnenstrahlen durch die Fenster Hogwarts schienen und sich erst ein paar Schüler aus ihren Betten räkelten, apparierte Dobby mit dem Ei auf das Schloßgelände hinaus und versteckte es hinter einem Busch mit rosafarbenen Blüten.

Die Hauselfen waren schon alle wach und werkelten in der Küche herum, als Dobby zurückkam. Winky saß auf einem für sie viel zu hohem Stuhl und knabberte an einer Brotrinde, während die anderen Elfen ihr böse Blicke zuwarfen und tuschelten. Dobby ging langsam auf sie zu.

"Winky? Dobby hat eine Überraschung für dich", piepste Dobby.

"Eine Überraschung? Für Winky?" Zitternd sah Winky hoch.

"Ja. Winky muß nur mit Dobby mitkommen." Sie sah mit großen Augen zu ihm hoch und war schon im Begriff von dem Stuhl runter zu klettern, als sie plötzlich wieder erstarrte.

"Aber Winky hat keine Überraschung verdient. Winky ist eine böse, schlechte Hauselfe", wimmerte sie. Dobby hielt sie leicht an der Schulter.

"Nein, das ist Winky nicht. Dobby weiß das. Und Winky kann Dobby vertrauen", sagte er ernsthaft und half ihr vom Stuhl herunter. Dann nahm er ihre Hand und apparierte mit ihr vor das Schloßportal, wo er das große Schokoladenei versteckt hatte.

"Was tun wir hier?", fragte Winky, während sie blinzelte, da ihr die Sonne direkt ins Gesicht schien.

"Winky muß suchen", erklärte ihr Dobby. Die kleine Hauselfe sah verwirrt aus, gehorchte aber stumm. Sie bückte sich unter Sträucher, sah hinter Bäumen nach und untersuchte selbst die winzigsten Blümchen. Irgendwann fand sie das bunt verpackte Geschenk und sah zu Dobby hoch. Als er aufmunternd nickte, begann sie das Papier abzuwickeln und begutachtete das Ei.

"Was muß Winky damit machen? Soll sie es Dobbys Freund Harry Potter bringen?", fragte sie schüchtern.

"Nein, das ist für Winky!", sagte Dobby strahlend.

"Ein… Geschenk… für Winky?", fiepte sie aufgeregt und Dobby nickte.

"Oh… danke." Ihre Augen schwammen in Tränen, als sie Dobby anlächelte. Und Dobby wußte, er hatte den Bann zwischen ihnen mit dem Geschenk gebrochen. Vielleicht war das ja sogar der Anfang einer Freundschaft, dachte der Hauself glücklich.

Es ist ein lauer Montagmorgen, die ersten Sonnenstrahlen laßen auf sich warten. Der Morgen ist noch nicht angebrochen, es ist noch nicht Tag, aber auch nicht mehr Nacht. Draußen ist es noch dunkel. Eine Frau ist auf dem Weg zum Grab von Jesus. Ihr Name ist Maria Magdalena. Sie trägt eine Laterne mit sich, um auf dem steinigen Weg nicht den Tritt zu verlieren. Nach einem mühevollen Weg gelangt sich endlich an die Grabstätte. Dort stellt sie schnell fest, daß der Stein, der das Grab verschließen soll, verschwunden ist – und auch der Leichnam von Jesus liegt nicht mehr im Grab! Sie ist ganz aufgeregt und weiß zunächst nicht, was sie machen soll. Zunächst sucht sie den Leichnam.

Doch dann besinnt sie sich wieder. Sie läuft den Weg zurück in die Stadt zu Simon Petrus, einem Jünger von Jesus. Aufgeregt berichtet sie ihm und den anderen Jüngern, die Jesus vergötterten, von ihrer Entdeckung. Sie sagt, daß der Leichnam von Jesus aus dem Grab entfernt wurde – widerrechtlich. Sie habe ihn am Grab gesucht, aber nicht gefunden. Petrus und die anderen Jünger sind faßungslos und können die Geschichte nicht glauben. Doch sie wißen alle von den vielen Wundern, die Jesus vollbracht hat. Gemeinsam machen sie sich auf zum Grab, um sich von Maria Magdalenas Geschichte zu überzeugen.

Ein Jünger ist schneller als die anderen an der Grabstätte. Er kommt am Grab an, vorsichtig nähert er sich ihm. Als er hineinblickt, sieht er die Leichentücher, doch den Leichnam sieht er nicht. In das Grab hineinzugehen traute sich der Jünger aber nicht. In diesem Moment kommt Petrus an der Grabstätte an. Er ist furchtloser und geht in das Grab hinein, auch er sieht die Leichentücher. Das Schweißtuch, das Jesus um den Kopf gebunden trug, liegt jedoch nicht bei den Leinentüchern. Es liegt daneben, an einem besonderen Ort. Nachdem er sich umgesehen hat, verläßt Petrus die Grabstätte wieder. Er berichtet den wartenden Jüngern von seinem unglaublichen Fund. Sie sind sprachlos und können es nicht glauben. Der Jünger, der zuerst am Grab angekommen war, betritt nun doch das Grab und findet Petrus Behauptung bestätigt. Alle Jünger wißen nicht, was geschehen ist, aber sie sind unerschütterlich in ihrem Glauben an Jesus und vertrauen auf ihn. Sie verstehen aber noch nicht, daß Jesus von den Toten auferstanden ist. Ratlos, aber immer noch als Gläubige, kehren sie zurück in ihre Häuser.

Maria Magdalena, die die Jünger zum Grab begleitet hat, schafft es noch nicht nach Hause zu gehen. Sie steht vor dem Grab und weint. In Tränen aufgelöst schaut sie in das leere Grab und erblickt zwei Engel. Sie tragen weiße Kleider, ein Engel sitzt am Kopf, wo Jesus Leichnam gebettet worden war, einer am Fußende. Die Engel sprechen zu der aufgelösten Maria Magdalena. Sie fragen sie, warum sie weint. Daraufhin entgegnet sie, daß Jesus, ihr Herr, ihr weggenommen wurde und sie nicht weiß, wo er ist. Nachdem sie gesprochen hat, hört sie ein Geräusch hinter sich und dreht sich um. Hinter ihr steht ein Mann. Auch dieser fragt sie, warum sie weinen würde und wen sie in dem leeren Grab suchen würde. Maria Magdalena hält ihn für einen Gärtner, stattdeßen ist es Jesus selbst! Maria Magdalena fragt ihn, wo er den Leichnam von Jesus hingebracht hat. Sie will ihn sehen und wieder zurück in seine ewige Ruhestätte bringen. Als Jesus Maria erneut anspricht, erkennt sie ihn als ihren "Meister"! Auf Hebräisch erklärt ihr Jesus, daß er noch nicht im Himmel ist. Sie solle weiterhin an ihn und Gott glauben und auch seine Botschaft an alle Gläubigen insbesondere an die Jünger weitergeben. Maria Magdalena hört auf zu weinen, verläßt die Grabstätte und geht zurück in die Stadt. Dort angekommen berichtet sie den Jüngern von ihrer Begegnung mit Jesus und erzählt ihnen von seiner Botschaft.

Abends sitzen alle Jünger zusammen und unterhalten sich. Aus Furcht vor den Juden haben sie ihre Türen verschloßen. Da tritt plötzlich Jesus zu ihnen und spricht: "Friede sei mit euch!" Die Jünger sehen sein unversehrten Hände und seinen Körper und freuen sich. Sie sind glücklich darüber, daß Jesus wieder unter ihnen ist. Jesus erklärt, daß er von Gott gesandt worden ist, um Gutes in der Welt zu tun und den Glauben an das wahrhaft Gute zu bewahren. Nun sei sein Werk getan und sie sollen es weiterführen. Mit dem Wißen und ihrem Glauben sollen sie Sünden erlaßen und Gutes tun.

Einer der zwölf Jünger, Thomas, genannt der Zwilling, war aber nicht bei der Versammlung, als Jesus zu den Jüngern sprach. Er kommt erst später hinzu. Aufgeregt und glücklich berichten ihm die anderen von ihrer Begegnung mit Jesus und von seinen Worten. Thomas kann ihnen aber nicht wirklich glauben. Er sagt, daß er ohne einen Beweis der Kreuzigung nicht glauben könne, daß Jesus wirklich bei ihnen war. Die anderen Jünger sind entsetzt, ratlos und wißen sich nicht zu helfen. Nach einigen kurzen Gesprächen löst sich die Versammlung auf und jeder Jünger geht seines Weges.

Am nächsten Dienstag versammeln sich wieder alle Jünger. Dieses Mal ist auch Thomas mit dabei. Trotz der verschloßenen Türen steht plötzlich wieder Jesus zwischen ihnen und spricht zu ihnen: "Friede sei mit euch!" Anschließend spricht Jesus mit Thomas über seinen Unglauben. Er solle nicht so ungläubig sein, sondern stattdeßen einen unerschütterlichen Glauben an ihn und Gott besitzen. Nun kann auch Thomas an die Auferstehung von Jesus glauben, weil er ihn leibhaftig gesehen hat. Jesus ist enttäuscht von Thomas. Er betont, daß besonders die Menschen, die nicht etwas tatsächlich sehen und dennoch glauben, die wahren Gläubigen sind.

Der Ostermontag gehört neben dem Pfingstmontag und dem 26. Dezember zu einem der drei größten zweiten Feiertage. Ostern wird als achttägiges Fest gefeiert, was bis zum folgenden Sonntag andauert. Jeder Tag der Woche zählt als Hochfest; damit ein weiterer Festgottesdienst innerhalb der Woche möglich ist, wurde der Montag als zweiter Feiertag eingeführt.

Ein Feiertag, der gefeiert werden darf und meistens mit dem Besuch der Verwandtschaft auch getan wird, denn mit Ostern endet außerdem die 40-tägige Fastenzeit, die an die 40 Jahre des Volkes Israel in der Wüste sowie an die 40 Tage die Jesus in der Wüste verbrachte, erinnern soll.

Bis zum Anfang des 4. Jahrhunderts gab es keine einheitliche Regelung, wann Ostern zu feiern ist. Das jüdische Paßahfest, was während der Wiederauferstehung Jesu stattfand und mit Ostern verbunden ist, dauert 7 bzw. 8 Tage – von Kreuzigung bis Auferstehung sind es allerdings nur drei. So kam es, daß Bischöfe und Äbte festlegten, ob am Freitag, Samstag oder Sonntag die Wiederauferstehung gefeiert werden sollte; nicht dem Montag.

Am Ostermontag wird dem Emmausgang gedacht, der auf ein in der Bibel geschildertes Ereignis zurückzuführen ist, welches ein Tag nach der Auferstehung Jesu Christi, also heute einem Tag nach Ostersonntag, sich ereignete: Laut dem Lukasevangelium begaben sich zwei Jünger auf den Weg von Jerusalem nach Emmaus. Auf dem Weg dorthin schloß sich ihnen ein weiterer Mann an, der sie nach dem Grund ihrer Trauer fragte und ihnen anschließend erklärte, daß der Meßias all das erleiden mußte, was die alten Schriften vorhergesagt hatten. Die beiden Jünger luden in Emmaus den Fremden ein. Erst als er am Tisch das Brot brach, erkannten sie in dem Mann den auferstandenen Jesus. Im selben Moment verschwand er vor ihren Augen. Sie kehrten um nach Jerusalem, um dort den anderen Jüngern und Anhängern Christi von ihrer Begegnung zu erzählen. Ein daraus entstandener Ostermontagbrauch ist der Emmaus-Spaziergang, der meist bei einer Pfarrkirche beginnt und an einer Kapelle endet.

In Oberbayern in Traunstein wird der Ostermontag mit dem berühmten Schwertertanz und Georgiritt gefeiert. Festlich geschmückte Pferde und Wagen, historische Gruppen und Musikkapellen ziehen zur Kirche und damit verbunden kommt es zu einem Schwertertanz, der symbolisch den Winter vertreibt. Die alte Tradition ist eine Mischung aus farbenfrohem Historienspiel, lebendigem Brauchtum und Bekenntnis zum christlichen Glauben.

Ostersonntag fanden die Jünger bereits das leere Grab mit dem zur Seite geschobenen Stein, doch die Gewißheit brachte ihnen erst der Ostermontag, als Jesus den Jüngern erschien und ihnen die Zweifel am Wunder nahm und die Botschaft der Auferstehung ihres Herrn verkünden ließ.

Schwierigkeitsgrad: einfach
Zubereitungs- und Backzeit: ca. 45 Minuten
Backzeit: 15 Minuten
Ober-/Unterhitze: etwa 180 °C
Heißluft: etwa 160 °C
Zubereitung: max. 2 Tage vor dem Genuß
Stückzahl: je nach Größe 8 bis 15 Stück
Kalorien: 267 kcal pro Stück

Bei dem Rezept handelt es sich um ein Backrezept, das speziell zum Backen mit Kindern geeignet ist. Dennoch sollte man die Kinder dabei nicht unbeaufsichtigt laßen und ihnen bei schwierigen Tätigkeiten unter die Arme greifen.

Zutaten für den Teig:

Zutaten für den Belag:

Zubereitung:

Stelle die Zutaten bereit und laß die Aprikosen auf einem Sieb abtropfen. Lege ca. 12 bis 15 Aprikosenhälften für die Dekoration zur Seite und schneide die übrigen Aprikosen in kleine Würfel. Belege das Backblech mit Backpapier und heize den Backofen vor.

Mische das Mehl mit dem Backin in einer Schüßel. Füge dann die restlichen Zutaten außer die kleingeschnittenen Aprikosen hinzu. Verrühre alles mit einem Handrührgerät zunächst kurz auf niedrigster, dann 2 Minuten auf höchster Stufe zu einem glatten Teig. Hebe die Aprikosenstücke mit einem Teigschaber kurz unter. Gibt nun den Teig mit zwei Eßlöffeln in Häufchen nicht zu dicht nebeneinander auf das Backblech. Schiebe dann das Backblech auf mittlerer Einschubleiste in den Backofen und backe es 15 Minuten.

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Ziehe das Gebäck mit dem Backpapier auf einen Kuchenrost und laß es erkalten.

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Schlage die Sahne in einem Rührbecher mit dem Handrührgerät steif. Verrühre in einer Rührschüßel den Aprikosensaft mit Quarkfein, füge den Quark unter und rühre alles glatt. Hebe die Sahne vorsichtig unter und verteile nun den Belag vorsichtig und gleichmäßig auf den "Spiegeleiern" und streiche ihn mit einem Eßlöffel etwas glatt. Gib nun auf jedes "Spiegelei" eine Aprikosenhälfte.

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Zum Servieren kann man die Spiegeleier auch gerne in eine Bratpfanne setzen!

Die Sonne lacht so schön am Himmel,
Kinder wachen mit einem Lächeln auf.
Der Frühling ist endlich gekommen.
Wärme breitet sich langsam über dein Gesicht,
während du draußen den Tag begrüßt.

Mutter und Vater sind zuvor früh aufgestanden,
um den Kindern eine Freude zu machen.
Nun schauen überall im Garten
bunte Eier vorwitzig aus ihren Verstecken heraus.

Zunächst sitzen alle gemeinsam am Frühstückstisch.
Der Osterstrauch steht in der Mitte,
es duftet nach frischem Brot und gekochten Eiern.
Die Kinder wippen von einer Seite zur anderen.
Sie sind schon ganz aufgeregt.

Gemeinsam betet die Familie und dankt für das herrliche Mahl.
Dann springen die Kinder von ihren Plätzen auf.
Mutter und Vater folgen langsam lächelnd
in den Garten hinaus.

Die Kinder strahlen über das ganze Gesicht,
sie freuen sich über jedes versteckte Ei.
Freundschaftliche Geschwisterrivalität kommt auf.
Jeder möchte am meisten Eier finden.

Nach der Eiersuche sitzt die Familie noch gemütlich beisammen.
Sie genießen diesen besonderen Tag.
Freuen sich, daß es ihnen gut geht.
Und das sie an Ostern zusammen sind!

Utensilien

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Als erstes solltet ihr euch die Utensilien zu Recht legen. Bei den Eiern ist darauf zu achten, daß sie eine dicke Schale haben, schön glatt sind und keine Riße oder Erhebungen aufweisen. Als nächstes nehmt ihr euch die Gänsefedern vor, ihr müßt nun die Federchen vom Schaft entfernen, ohne dabei die Spitze abzubrechen. Die Spitze wird nun bearbeitet, bei der ersten Feder schneitet ihr ein „v“ rein, dadurch erhaltet ihr ein offenes Dreieck, in die zweite Feder kommt ein „ – „ und ihr erhaltet ein Dreieck. In die letze Feder schneidet ihr ein „ ^ „ und dies ergibt ein Viereck. Nun kümmert ihr euch um das Wachs, hier könnt ihr gerne Kerzenreste in allen möglichen Farben verwenden, auf die Mischung kommt es aber an. Das Gemisch sollte etwa aus 2/3 Bienenwachs und 1/3 Stearin bestehen. Der Docht sollte nicht mit zum Auflösen gegeben werden. Das Wachs löst ihr in der Duftöllampe auf.

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Nun sind die Eier dran, ihr nehmt euch ein Tuch und weicht es mit Eßig ein. Nun wird das Ei gründlich gereinigt, der Eßig reinigt das Ei und entfernt auch den roten Stempel. Wenn die Eier dann trocken sind, teilt ihr jedes Ei mit dem Bleistift der Länge nach in Viertel. Das heiß das Ei wird der Länge nach und der Breite nach geteilt. Es sollten aber ganz dünne Linien sein, damit sie später nicht mehr gesehen werden. Hier könnt ihr euch ein Gummiband zur Hilfe nehmen. Danach könnt euch ein Muster überlegen, welches ihr auf das Ei übertragt, dazu könnt ihr alle beliebigen Schablonen verwenden. Als nächstes zündet ihr das Teelicht an, welches unter dem Wachs platziert wird und laßt das Wachs schmelzen. Wenn das Wachs leicht qualmt dann ist es heißgenug, bei zu viel Qualm sollte die Wärmezufuhr erst einmal unterbrochen werden. Bitte laßt nie das Feuer unbeaufsichtigt und laßt euch hier eventuell von euren Eltern helfen. Nun taucht ihr die Feder in das Wachs, diese sollte aber nur kurz eingetaucht werden, laßt ihr sie zu lange im Wachs geht sie kaputt, laßt ihr sie zu lange auf dem Ei, so kann diese dort festkleben und die Feder oder das Ei beschädigen. Nun könnt ihr auf einem Probeei ausprobieren, welche Muster jede Feder oder jede Stecknadel macht. Mit der Stecknadel könnt ihr Linien ziehen oder Punkte setzen. Solltet ihr mit den Mustern zufrieden sein, könnt ihr euch euer erstes Ei vornehmen, Nun könnt ihr um jeden Kreis z.B. Dreiecke setzen. Alles was ihr mit Wachs bedeckt bleibt später beim Einfärben weiß Seit ihr damit fertig, legt ihr euer Ei in eine schöne Farbe (Kaltfarbe) und wartet, bis es für euch die richtige Färbung hat. Dies kann bis zu 5 min dauern, kommt auf die Farbintensität an. Nun nehmt ihr das Ei aus der Farbe und tupft es mit einem weichen Tuch vorsichtig trocken. Nun braucht das Ei etwas Ruhe zum trocknen, in dieser Zeit könnt ihr euch ein weiteres Ei vornehmen und nach eurem Belieben gestalten. Ihr könnt müßt nicht unbedingt nur weißs Wachs nehmen, sondern könnt euch jede beliebige Farbe nehmen. Für jede Farbe benötigt ihr aber auch wieder eine Öllampe. Auch müßt ihr die Eier nicht unbedingt einfärben und könnt sie einfach weißlaßen. Bei den sorbischen Eiern könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf laßen. Es gibt viele verschiedene Variationen dieser wunderschönen Ostereier.