Adventskalender

9. Dezember


Die ganze Familie stand in der Küche und wartete darauf, beginnen zu können, denn leider machte der kleinste im Bunde, Sven, etwas Theater. "Ich will auch zaubern dürfen, wenn wir jetzt backen. Warum darf ich denn nicht auch zaubern?"
Die Mutter, der Vater sowie die Tochter Lena standen alle mit gezückten Zauberstäben in der Küche.
"Du bist noch nicht volljährig, also darfst du außerhalb der Ferien nicht zaubern", erklärte Lena zum ungefähr zehntenmal.
"Du darfst aber gerne die fertigen Plätzchen verzieren und du kannst uns auch so helfen", sagte die Mutter.
Sven war einverstanden und endlich konnten sie beginnen. Lena, die diese Küchenzauber sehr mochte ließ mit einem "Accio"-Zauber zwei Eier heranschweben, die der Vater nahm und das Eigelb und Eiweiß voneinander trennte. Da das Eigelb nicht mehr gebraucht wurde, lies er es, mit einem Schwenker seines Zauberstabes, verschwinden. Die Mutter nahm ihren Zauberstab zur Hand, lies das Eiweiß in eine Schüssel gleiten und schlug das Eiweiß mit Hilfe ihres Zauberstabes (der alte Mixer der Oma war schon letztes Jahr Weihnachten defekt gewesen) steif. Dann bemerkte sie, dass sie den Zucker vergessen hatte.
"Sven, bring mir bitte schnell mal den Zucker und dann kann Lena dir dabei helfen 100 g davon abzumessen."
Gesagt getan und schon bald stand ein Messbecher mit 100g Zucker auf dem Küchentisch.
"Wingardium Leviosa", sagte Lena und lies den Becher rüber zur Mutter schweben.
Diese nahm ihn mit der Hand, da sie ihren Zauberstab zum weiterschlagen brauchte und lies den Zucker langsam in das Eiweiß einrieseln.

In der Zwischenzeit hatte der Vater eine weitere Schüssel herbeigezaubert und mit Lenas und Svens Hilfe 300 g gemahlene, ungeschälte Mandeln und einen Teelöffel gemahlenen Zimt hineingegeben. Lena lies gerade mit Hilfe ihres Zauberstabs ein Päckchen Vanillezucker aus dem Vorratsschrank gleiten. Sie hielt es in der Luft und ihr Vater öffnete es. Der Vanillezucker wurde nun zu den Mandeln und dem Zimt in die Schüssel gegeben. Eine Sache fehlte dort nun noch und zwar 100g gemahlene oder geraspelte Zartbitterschokolade. Das Mahlen übernahm der Vater mit Hilfe eines Zauberspruches, da Lena gerade keiner einfallen wollte. Dann nahm Sven einen Löffel zur Hand, rührte alles kurz um und trug die Schüssel hinüber zu seiner Mutter.
Diese nahm nun diesen Mix aus Mandeln und den anderen Zutaten und knete alles unter das Eiweiß.

Nun endlich war der Teig fertig, aber dafür sah die Küche nicht mehr so gut aus. Überall waren Reste der Zutaten zu sehen, aber bevor das beseitigt werden konnte, mussten die Plätzchen fertig gestellt werden.
Dazu nahmen Lena und Sven je eine Ausstechform in Herzform zu Hand (es hatte sich im Laufe der Jahre gezeigt, dass diese unkomplizierte Form, auf Grund der Teigzusammensetzung die war, die am wenigsten Probleme bereitete) und fingen an den Teig auszurollen und auszustechen, die Reste dann zusammenzukneten und erneut auszurollen und auszustechen. Aus dem letzen Rest formte Lena mit einem Zauber ein paar kleine Teigbrezeln und alle einzelnen Plätzchen wurden dann auf ein eingefettetes (der Vater hatte dies in der Zwischenzeit erledigt) Backblech gelegt und in den 175° warmen Ofen geschoben.
Nun hieß es 15 bis 18 Minuten warten. Damit während dessen aber keine Langeweile aufkommen würde, nahmen alle ihre Zauberstäbe zur Hand (bis auf Sven, er ergatterte sich den Spülschwamm) und alle wuselten durch die Küche und beseitigten das Chaos, was durch das Backen entstanden war.
Nach ungefähr einer viertel Stunde waren die Plätzchen fertig. Die Mutter holte die Bleche aus dem Ofen (sie wollte weder die Kinder, noch ihren Mann diese Arbeit machen lassen, da es ihr viel zu gefährlich war, dass alle Plätzchen den Fußboden der Küche küssen könnten.) Sie stellte die Bleche auf einem Holzbrettchen auf dem Tisch ab und sorgte mit einem Schlenker des Zauberstabs dafür, dass diese abkühlten. Der erwünschte Nebeneffekt war, auch die Plätzchen kühlten aus. (Natürlich kann man auch so warten, ohne Zauber, bis diese kalt sind).
Nun ging es daran, sie noch in Schokolade zu tauchen. Dazu wurde bereits kurz vorher Konfitüre in der Lieblingsschokosorte in einem Wasserbad geschmolzen und nun durften Sven und Lena jeweils die Spitzen der Herzen in dieses Schokobad tauchen. Die Plätzchen wurden zum Trocknen danach auf ein Gitter gelegt.
Nun hieß es nur noch warten, bis die Schokolade fest geworden war, dann konnten die fertigen Plätzchen endlich, vorsichtig vom Gitter genommen, verspeist werden.

Die Mutter kochte Tee, Kakao und Kaffee und stellte eine Schale mit den frisch gebackenen Plätzchen auf den Tisch. Die ganze Familie trank zusammen Kaffee und machte sich noch einen wunderschönen Nachmittag in der vorweihnachtlichen Zeit.

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