Adventskalender

8. Dezember

Es war Morgen, der 8. Dezember. Die kleine Nymphadora blinzelte dem Fenster entgegen, es schien hell und weiß herein. Es hatte geschneit! Nymphadora hüpfte aus dem Bett und ging zum Fenster, sie war überwältigt von der weißen Pracht. Plötzlich ging ihre Zimmertür auf und ihre Mutter Andromeda kam herein: "Guten Morgen mein Schatz, na hast du gut geschlafen?" "Ja", erwiderte Nymphadora, sie schloss kurz die Augen, und ihre Haare verfärbten sich orange und wurden lang und gelockt, "sehr gut sogar."

" Na das ist ja super, Tante Theresa und deine Cousine Tania kommen heute, sie sollten um 11 Uhr da sein. Sie wollen was mit dir machen, was genau, haben sie aber nicht gesagt. Auf jeden Fall haben sie mich und Daddy zum einkaufen geschickt."
"Ohh toll", kreischte Nymphadora, " Mum, darf ich mein Engelkleidchen anziehen? Bitte!!"
Andromeda nickte, " Na von mir aus." Sie schwenkte kurz den Zauberstab und das Engelkleid flog aus dem Kleiderschrank und landete sauber auf dem Bett. "So zieh dich schnell um, ich mach unten das Frühstück bereit", mit diesen Worten ging sie hinaus.
Nymphadora schaute noch mal kurz aus dem Fenster, und zog dann schnell ihr buntes Elfen-Nachthemd aus. Mit etwas Mühe schlüpfte sie in ihr Engelkleidchen, und sauste dann die Treppe runter. Unten im Esszimmer saß ihr Daddy mit dem Tagespropheten in der Hand. Nymphadora fiel ihm in die Arme und Vater Ted murmelte: "Morgen Engelchen Dora. Du siehst bezaubernd aus!"
Nymphadora lächelte schüchtern, so wie sie es immer tat. Der Vater sah sein kleines Mädchen an und grinste. Wenn sie irgendwann erwachsen war, musste er gut auf seine kleine Tochter acht geben. Die Männer würden Schlange stehen um mit ihr etwas zu unternehmen.
Das kleine Mädchen eilte auf ihren Platz und schlang die Schale mit Müsli herunter, die ihre Mutter ihr hingestellt hatte. "Wann kommen Tania und Theresa denn?", fragte sie ungeduldig. "Es dauert nicht mehr lange! Aber in der Zeit, in der du wartest, kannst du ja oben noch schnell dein Zimmer aufräumen", sagte die Mutter verschmitzt. "Nein! Das soll so ein schöner Tag werden, den kann ich mir doch nicht durch aufräumen vermiesen.", Nymphadoras Haar färbte sich pink und wurde kurz und struppig, "darf ich im Garten im Schnee spielen?" "Nein mein Schatz, du hast dein gutes Kleid an, das solltest du nicht machen", sagte der Vater und legte die Zeitung zur Seite. Nymphadora sah ihn enttäuscht an, verstand dann aber doch, was der Vater meinte und setzte sich auf die große rote Couch im Wohnzimmer um auf ihre Tante und ihre Cousine zu warten.
Zufälligerweise blickte sie in den Spiegel an der Wand und merkte dass pinke Haare nicht zu ihrem Kleid passten. Gerade als sie überlegte welche Farbe gut passen würde, klingelte es an der Haustür. Nymphadora sprang auf uns sauste mit einem Freudenschrei zu Tür. Sie riss die Tür auf und wollte schon hinaus stürzen, doch es war nur der Postbote, etwas enttäuscht nahm Nymphadora die Post rein und wollte gerade die Türe schließen, als jemand draußen nach ihr rief, aufgeregt drehte sie sich um und da kam ihre gleichaltrige Lieblingscousine auf sie zugerannt. Nymphadora ließ die Post fallen und warf sich in die Arme ihrer Cousine Tania. Hinter Tania kam fast im selben Augenblick eine etwa 30jährige Dame durch die Gartentür. "Tante Theresa!", rief Nymphadora.
"Hallo", lachte Theresa, die ihre kleine Nichte sofort in die Arme schloss. "Was machen wir heute? Mama hat gesagt es wird eine Überraschung!", Nymphadora lief aufgeregt um ihre Tante herum, aber sie konnte nichts entdecken, außer einem weißen Stoffbeutel. Was da wohl drin sein konnte, wunderte sich die Kleine. Tania war bereits ins Haus gegangen um ihre Tante und ihren Onkel zu begrüßen. Theresa nahm Nymphadora mit und ging ebenfalls ins Haus.
"Hallo Theresa", rief Ted und stand auf um seine Schwester zu begrüßen. Er hatte sie schon lange nicht mehr gesehen und freute sich über den besuch. "Ted, wie schön dich zu sehen!", auch Theresa freute sich ihren Bruder zu sehen. "Andromeda, wie gut du aussiehst.", Theresa lächelte ihre Schwägerin an und wurde gleich mit einer Umarmung begrüßt. "Setzt dich doch, willst du einen Kaffee?", fragte Andromeda, doch Theresa verneinte, "wir haben noch viel zu tun. Es wäre schön, wenn ihr euch gleich zum Einkaufen aufmachen würdet", Tania und Nymphadora kreischten bei den Worten auf und liefen aufgeregt im Raum herum.
Fünf Minuten später waren Ted und Andromeda im Kamin verschwunden und in die Winkelgasse gereist. Tante Theresa packte ihren weißen Stoffsack aus, und daraus kam erstaunlich viel! Drei Schuhkartons aus einem Muggelladen, viele bunte Farben und ein Haufen Backzutaten. "Was machen wir?", fragten Tania und Nymphadora wie aus einem Munde. "Also wir basteln jetzt die Weihnachtsgeschenke für eure Eltern, allerdings dürft ihr ihnen nichts davon erzählen! Wir werden jetzt dann eine wunderschöne Schachtel machen und sie dann mit selbst gebackenen Keksen füllen. Na was haltet ihr davon?"
"Das ist super", riefen die beiden. "was für Kekse machen wir dann?", fragte Nymphadora, die Kekse über alles liebte.
"Wir machen Spritzgebäck, ist das gut?", antwortete Tante Theresa. Tania meinte: "Aber sicher doch!!"
"So, dann fangt ihr beiden Mal an eure Schachteln zu bemalen. Aber wirklich nur die Schachteln", fügte sie lachend hinzu als Tania Nymphadoras Haare bemalen wollte.
Die Tante legte 100g Haselnüsse, 125g Butter, 125g Zucker, 1 Ei, 1 Päckchen Vanillezucker und 150 g Mehl auf den großen Tisch in der Küche. Nymphadora, ihr Haar war nun wieder lang und braun, begutachtete die Zutaten genau. "Wird das das Spritzgebäck?", rief sie aufgeregt. "Ja, wollt ihr beiden helfen?", fragte die Tante geduldig. "Oh ja, gerne!", Tania und Nymphadora freuten sich riesig. "Ok , also, dann zerkleinere ich jetzt erstmal die Nüsse in einem Mixer, während ihr euch die Hände waschen geht, danach machen wir dann zu dritt weiter.", auf die Worte der Tante rasten die beiden Mädchen wie zwei Wilde ins Badezimmer um sich die Hände zu waschen. Die Tante lächelte und zerkleinerte die Nüsse. "Und jetzt?", Tania war als erste wieder da, kurz darauf folgte auch ihre Cousine. Die Tante gab alle Zutaten in zwei Schüsseln und stellte jeweils eine vor die beiden Mädchen. "Knetet so feste ihr könnt", sagte sie. Die beiden taten wie ihnen geheißen und kneteten was das Zeug hielt. Danach knetete die Tante die Zutaten noch einmal gut durch und stellte den gesamten Teig in einer Schüssel in den Kühlschrank. "So, da muss er jetzt eine Stunde ruhen." Die beiden Mädchen sahen etwas enttäuscht aus, als die Tür des Kühlschrankes zuging. "Jetzt könnt ihr weiter bemalen."
"Ohh toll!! Darf ich Sterne draufmalen??", fragte Nymphadora.
" Aber sicher doch", meinte ihre Tante schmunzelnd. "Ohh schade, das wollte ich auch machen...hmm, dann mal ich Herzen, genau!!", meinte Tania.
"Super", meinte Nymphadora, "Herze sind auch eine gute Idee, aber jetzt haben wir beide eine Tolle!"
"Genau", pflichtete ihre Tante bei, und hastig fügte sie hinzu, " Nymphadora, schütte nicht so viel Glitzer auf deine Schachtel, es fällt ja alles auf den Boden! Und ich muss es von Hand wegputzen!"
Nymphadora kicherte: "Uupps, das ist mir entfallen!"
So bastelten sie eine Stunde lang, bis Tante Theresa sagte: " So meine Lieben, ich hohle den Teig raus!"
"Ohh toll!!", schrieen die Cousinen.
Die Tante kramte drei Backspritzen aus ihrem Stoffbeutel hervor und präparierte sie so, dass nichts raus laufen konnte. Dann befüllte sie die Spritzbeutel jeweils zu gleichen Teilen mit Teig. "Was machst du da Tante?", fragte Nymphadora als sie sich an den Tisch setzte. "Ich lege Backpapier auf den Backblechen aus, damit die Plätzchen später nicht anbacken.", sagte sie, während sie das Papier zerschnitt. Nymphadora sass ihre Cousine gegenüber und die Tante legte vor jeden der beiden ein Blech und stellte selbst eins vor ihren Platz. "Jetzt könnt ihr mit diesen Backspritzen hier den Teig auf dem Blech verteilen. Ungefähr so", sagte sie und formte S-Förmige Kekse mit der Backspritze. "Die Form ist aber egal", fügte sie noch hinzu und beobachtete dann wie Nymphadora und Tania verschiedene Kekse formten. "Fertig", riefen beide wie aus einem Mund. "Gut, dann müssen wir die Kekse jetzt noch 5-10 Minuten in dem Backofen goldbraun backen.", die Tante drehte an den Knöpfen am Backofen und stellte die Temperatur auf 190 - 200° C. Während den 10 Minuten spülten Nymphadora und Tania die Backspritzen und die Tante bereitete Schokoglasur vor. "Wenn ihr wollt, dürft ihr die Kekse jetzt noch bemalen mit Schokoglasur", Theresa holte die fertigen Kekse aus dem Backofen und die beiden Mädchen machten sich auch direkt daran, die Kekse zu bestreichen. Nachdem all die Arbeit vollbracht war, die Glasur getrocknet und die Kekse ausgekühlt, legte Tante Theresa die Geschenkkartons mit Servierten aus und die beiden Mädchen legten ihre Selbstgebackenen Kekse hinein. "Ich nehme die Kartons mit, dann merken eure Eltern nichts davon. Und an Weihnachten sehen wir uns ja eh alle wieder.", sagte Theresa kurz bevor die Eltern von Nymphadora wieder auftauchten. "Es hat Spaß mit euch gemacht", verabschiedete sich die Kleine und winkte, während Tante und Cousine den Weg entlang liefen. "Und was habt ihr gemacht?", fragte der Vater neugierig. "Das ist ein Geheimnis", sagte Nymphadora lächelnd.

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