Es
war ein Tag wie heute Ein
wundervoller Tag, herrlich warm und mit strahlend blauem Himmel. Sämtliche Schüler
von Hogwarts scheinen sich irgendwo draußen aufzuhalten... nur du nicht. Du
sehnst dich nicht nach der Gegenwart der anderen, die nicht verstehen, was dich
bewegt und wie du denkst. Sie sehen die Welt nicht mit deinen Augen. Was sollst
du dich aufhalten mit albernem Geschwätz dummer Muggel, die es nicht wert sind,
die Künste der Zauberei zu studieren. Es
ist angenehm kühl in der Bibliothek, es herrscht beinahe schon ehrfürchtige
Stille. Aber das beeindruckt dich nicht weiter, und auch nicht, dass du von der
Bibliothekarin mit Argusaugen beobachtet wirst. Als könnte dich so etwas aus
der Ruhe bringen. Der Gedanke amüsiert dich, und du musst gegen deinen Willen lächeln.
Die Menschen sind dumm, nicht in der Lage einander einzuschätzen. Von dir
wissen sie nicht das Geringste, aber das ist dir nur Recht. Ungerührt hältst
du das Pergament hoch, auf dem die Bescheinigung des Verteidigung gegen die
Dunklen Künste Lehrers steht, dass du berechtigt bist, die Verbotene Abteilung
zu betreten. Dem
Geier hinter dem Pult ist das gar nicht recht, aber sie kann nichts dagegen tun.
Du gibst dir keinerlei Mühe, deinen Triumph zu verbergen als du durch die
Absperrung trittst. Der Bereich, in dem du Suchen willst, befindet sich ganz am
Ende, und durch mehrere Regale verdeckt – du bist froh, außer Sichtweite zu
sein. Dann kannst du ungestört arbeiten. Der Gründer Slytherins ist es, der
dich hierher getrieben hat, Salazar Slytherin... du hast schon so viel über ihn
gelesen, und es erscheint dir immer noch nicht genug. Du willst mehr wissen, der
Mann hat dich in seinen Bann gezogen, und aus irgendeinem Grund bist du dir
sicher, dass es noch etwas anderes gibt, das es zu entdecken gilt. Nachdem
du die Titel der Bücher überflogen hast, ziehst du einen dicken Wälzer aus
dem Regal, er ist so schwer, dass du ihn kaum heben kannst, aber der stumpfe und
rissige kobaltblaue Ledereinband sowie der abgeschabte Goldschnitt sehen
vielversprechend aus. Spem Metur Sequitur. Du achtest nicht weiter darauf,
sondern schlägst das Buch auf und beginnst zu lesen. Aber bereits nach wenigen
Seiten verziehst du enttäuscht das Gesicht: nur das Vorwort ist in Latein
geschrieben, der Rest in sieht nach Griechisch aus, Altgriechisch. Du verstehst
kein Wort, und es erst zu Übersetzen, darauf hast du keine Lust. Um
nicht noch mehr Zeit zu verschwenden, willst du das Buch gleich wieder zur Seite
räumen, aber plötzlich hältst du inne und stutzt. Irgendwie hast du den
Eindruck, dass der hintere Klappendeckel anders aussieht als der Vordere.
Dicker. Und wenn schon, denkst du zuerst, aber deine Neugierde ist natürlich
geweckt. Nachdem du dich vergewissert hast, dass dich wirklich niemand sehen
kann, nimmst du den Einband genauer unter die Lupe. Dein erster Instinkt hat
dich nicht betrogen. Das letzte Blatt ist schlecht auf den Buchrand aufgeklebt
und lässt sich leicht abreißen – und der Klappendeckel ist hohl. Dein Herz
schlägt unwillkürlich schneller. Aber
du zögerst keine Sekunde länger und holst den Stapel zerfleddertes Pergament
heraus um interessiert die Worte auf dem Deckblatt zu lesen. Du liest es noch
einmal, und noch einmal. Plötzlich hast du das Gefühl, zu träumen, oder aber
das Opfer eines sehr clever eingefädelten Streiches zu sein. In schwungvollen,
energischen Buchstaben und mit grüner Tinte geschrieben steht dort: Tagebuch:
Aufzeichnungen von Salazar Slytherin. Du
hältst den Atem an, als würdest du erwarten, dass die Blätter in deinen Händen
explodieren oder sich in Luft auflösen. Aber es passiert gar nichts und schließlich
beginnst du in dem heftartigen Bändchen zu lesen. Es ist nur ein bruchstückhaftes
Fragment, aber das mindert deine aufkommende Begeisterung in keinster Weise. Je
mehr du liest, umso unsicherer wirst du in deinen Zweifel an der Echtheit... Tagebuch:
Aufzeichnungen von Salazar Slytherin Godric
treibt mich in den Wahnsinn. Wie kann ein einzelner Mensch nur so stur sein?
Wenn er mir wenigstens zuhören würde. Ich behaupte ja nicht, dass meine
Ansichten die einzig Richtigen sind (obwohl ich überzeugt davon bin, dass es
die einzig Akzeptablen sind). Aber er... er weiß ja alles besser, er weiß ja
genau, was davon zu halten ist. Weil er glaubt, mich zu kennen. Der Himmel
bewahre mich, Godric und mich kennen. Sicherlich. Wenn er mir doch nur einmal
zuhören würde... ich wiederhole mich. 27.
August 998 Heute
langes Gespräch mit Helga. Wirklich interessant, mag die Gespräche mit ihr.
Bewundere noch immer ihre Ruhe. Woher nimmt sie diese Kraft der Gelassenheit? Könnte
Godric was davon abgeben. Mir vielleicht auch. Wir
hatten noch nie so viele Schüler wie dieses Jahr, unser Stand scheint langsam
gesichert. Alle recht vielversprechend, besonders _____________. Überraschend
viele Jungen in Hufflepuff, dieses Jahr. Ravenclaw sind am wenigsten, drei
Jungen, ein Mädchen (ich sagte zu Rowena, Intelligenz wie die ihre sei selten).
Gryffindor hat natürlich wie üblich die meisten erhalten (ich frage mich noch
immer, ob G den Hut nicht irgendwie beeinflusst. Falls ja, Respekt. Es wäre
etwas, das ich tun würde – latet anguis in herba). Natürlich ist es ________
den Ansprüchen von G gerecht zu werden, also ist auch das nicht weiter
verwunderlich. Meine Ausbeute: zwei Mädchen (Wren Eastborne, Bedelia Omes) und
vier Jungen (Alford Clagg, Zale Rochester, Tarrant Omes, Emmet Trimble). Insgesamt
22 Schüler. Doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Und davon 5
muggelgeboren. Bin ich denn der einzige, der sieht, dass ______________ Ich
werde noch einmal mit G reden. Aber besser vorher mit Rowena und Helga. Unterredung
war natürlich erfolglos. Man könne meine Bedenken nicht als Richtlinie zur
Aufnahme der Kinder machen. Etwas derartiges kann nur Godric sagen. Eines Tages
werden sie sehen, dass es besser gewesen wäre, auf mich zu hören. Aber dann
wird es zu spät sein. Trotzdem, so leicht gebe ich nicht auf. Habe
mit den Studien begonnen, bis zu den ersten Experimenten wird es natürlich noch
dauern. Dafür kann ich bereits jetzt sagen, dass berechtigte Annahme besteht,
dass der Aconitus Napellus das entscheidende Mittel ist. Ich kann allerdings
nicht sagen, ob und
die Ursachen sind nicht geklärt. Habe außerdem vor, mein Labor in die Kerker
zu verlegen. Je tiefer, desto besser. Ab morgen werde ich damit beginnen. Langwierige
Diskussion mit Rowenas ältesten Schülern über die Handhabung des
Fidelius-Zaubers. Außerdem weigere ich mich, einen Versuch desselben zu
akzeptieren, ehe Rowena und Helga nicht vollkommen sicher sind, dass es
funktioniert. Ich durfte den Obliviate schließlich auch erst testen, nachdem
ich Godric davon überzeugt hatte, dass er sicher ist. Schade, dass er sich
nicht als Versuchsperson bereit gestellt hat. Vielleicht hätte sich dann
gezeigt, dass ich unrecht hatte und der Zauber doch nicht so sicher ist. __
September __ Godric
ist ein Narr! Ich habe wieder versucht, mit ihm über die Muggel-Schüler zu
sprechen. Er meinte, es sei verschwendetes Talent, wenn wir sie nicht
unterrichten. Ich sei zu engstirnig (das sagt er mir! Er!) und viel zu
schwarzseherisch. Meine Argumente hat er abgeschmettert und als unbedeutend
abgetan. Rowena ist auf seiner Seite, auch wenn ich denke, dass es ihr hauptsächlich
darum geht, möglichst viele Menschen mit Wissen auszustatten. Aber es ist gefährlich,
das Wissen an magischbegabte Kinder von Muggeln weiterzugeben! Sie sind nicht
wie wir, und ________________________ Je länger ich darüber nachdenke, desto
sicherer bin ich mir, dass es das Beste wäre, sich vollkommen vor der Welt der
Muggel zu verschließen. Sie jagen uns, wollen uns töten. Natürlich
__________________________________ nicht, und das müssen wir verhindern. Mit
allen Mitteln. Helga ist die einzige, die meine Sorgen akzeptiert. Sie versteht
mich zwar nicht, aber sie versucht es wenigstens. Es ist deprimierend. 28.
September 998 Helgas
Geburtstag. Godric nutzte natürlich die Gelegenheit, eine lange und langweilige
Rede zu halten. Ich schätze seine Talente ja durchaus, aber rhetorische Fähigkeiten
gehören eindeutig nicht dazu. Ich war fasziniert vom Geschenk ihrer Schülerinnen:
ein handgearbeiteter Plaid mit einem Dachs darauf. Sie haben offensichtlich zu
viel Zeit und zu wenig Arbeit, ich werde die Ansprüche im Unterricht erhöhen. 2.
Oktober 998 Sehr
großer, sehr lauter Streit mit Godric. Ich schlug vor, wenigstens eine
Begrenzung der Aufnahme für muggelgeborene Schüler einzurichten (ich dachte,
es wäre immerhin ein Schritt in die richtige Richtung) und uns mehr auf reinblütige
Hexen und Zauberer zu konzentrieren. Rowena sagte, unsere Türen müssten für
alle offen stehen. Und G ist natürlich ausgerastet. Ich könne doch gleich eine
Rassentrennung einführen oder beginnen, Reinblüter zu züchten. Meine
Vorurteile gegenüber Muggeln seien unfassbar und vor allem unhaltbar.
Unhaltbare Vorurteile? Das soll er mal den Frauen und Männern sagen, die auf
dem Scheiterhaufen landen! Die Muggel sind es, die Vorurteile haben, mir geht es
um SCHUTZ! 3.
Oktober 998 Streit
gestern wurde belauscht, die ganze Schule spricht davon (was meine Theorie bestätigt,
dass Geister geschwätziger sind als Frauen). Die Schüler halten mich jetzt
vermutlich endgültig für ein Monster. Nicht, dass mich das sonderlich stören
würde. Immerhin habe ich so meine Ruhe. Ich nutze die Zeit, mit meinem Labor
umzuziehen – meine geheime Kammer ist fertig. 14.
Oktober ___ Meine
Laune ist furchtbar. Sagt Rowena. Wen wundert es? G behandelt mich, als hätte
ich einen Anschlag geplant oder sonst einen Verrat begangen. Der Mann ist ein
Idiot, wieso ist er derjenige, der sich als unser Führer und Sprecher
aufspielen darf? Werde
heute mit den Versuchen beginnen, das erste Tonikum ist fertig. 15.
Oktober 998 G
hat den Schutzzauber des Schlosses beendet. Es ist für Muggel jetzt vollkommen
unsichtbar, sie sehen nur eine alte Ruine. Wenn er erwartet hat, dass ich vor
Begeisterung seine Füße küsse, den Boden auf dem er gegangen ist mit meinen
Freudentränen benetze und ihn beeindruckt anbete, dann musste ich ihn leider
enttäuschen. Diese Art von ekstatischer Übertreibung überlasse ich ihm selbst
(er hat sicher einen dieser Spiegel, die tausendmal am Tag verkünden, wie
einzigartig er ist). Ob
meine Befürchtungen nun zerstreut seien, wollte er wissen. Als ob ein solcher
Zauber verhindern könnte, welche Gefahr uns Zauberern durch diese wahnwitzigen
Muggel mit ihrer Pyromanie droht! Ich
habe ein zweites Tagebuch für meine Versuche begonnen, ich werde darin die
genauen Inhaltsstoffe und meine Vorgehensweise notieren.. Ich glaube, es ist
besser, wenn meine Ergebnisse und Erkenntnisse nicht für jedermann zugänglich
sind. Godric würde mich vermutlich töten (sagen wir besser, töten wollen –
es würde ihm selbstverständlich nicht gelingen), wenn er wüsste, was ich tue.
Aber dieser arrogante Besserwisser wird ja doch nie herausfinden, was in den Gemäuern
von Hogwarts vorgeht, solange ich es nicht will. 19.
Oktober 998 Rowena
ist tatsächlich misstrauisch geworden. Was ich denn mit den ganzen Schlangen
anfange. Godric hätte ich vermutlich weismachen können, dass ich sie zu Suppe
verarbeite. Aber Rowena ist sich bewusst darüber, dass ich niemals einem dieser
Tiere etwas antun würde. Es war trotzdem kein Problem, sich herauszureden. ___________ Zur
Abwechslung mal wieder ein Streit mit G. Ich hatte das schon vermisst. Dieses
Mal in der Halle (das erspart die Mühe, alles weiterzuerzählen – es haben
sofort alle mitgekriegt). Ich sagte ihm, er sei ein naiver, weltfremder Narr,
wenn er ernsthaft glaube, es bestehe die Möglichkeit, dass Muggel und Zauberer
friedlich nebeneinander leben. Und dass es deshalb unsere Pflicht sei, die zu
schützen, die uns anvertraut wurden, und dass das auch den Schutz vor Muggeln
beinhaltet. Und wie bitte sollen wir sie vor Muggeln schützen, wenn wir Muggel
in unsere Mitte holen? Ich hätte ihm gerne noch gesagt, dass wir verhindern müssen,
dass noch mehr Unschuldige in den Flammen landen, und er hingegen alles tut, um
dem Feuer zusätzliches Futter zu beschaffen. Leider bin ich dazu nicht mehr
gekommen, er hat ein Duell begonnen. G war noch nie ein guter Zuhörer. 31.
Oktober 998 Samhain.
Es ist lächerlich, mit welch scheinheiligen Mitteln sich Muggel der Alten
Religionen bedienen und dabei ihren eigenen, ach so gütigen Gott missachten.
Ein Wunder, dass sie kein Menschenfleisch braten in ihren mit heiligen Wassern
besprengten Freudenfeuern zur Vertreibung der Hexen und Zauberer. 1.
November 998 Ich
hätte gestern nicht so voreilig sprechen sollen. Welch Ironie, dass sich meine
in Zorn geschriebenen Worte im nachhinein als wahr erwiesen haben. Ja ja, G –
was sagst du nun, nachdem meine Befürchtungen eingetroffen sind! Zwei Schülerinnen
haben wir verloren durch den Hass der Muggel und die Ignoranz meiner Mitgründer.
Zwei Schülerinnen, muggelgeboren und magisch begabt, nette Mädchen, erst 12
und 15 Jahre alt. Sie wollten ihre Eltern besuchen um gemeinsam das Mahl ihres
Gottes zu feiern (paradoxe Vorstellung, sowieso - hat etwas Kannibalisches,
diese Religion). Jetzt sind sie tot, durch unsere Schuld – weil wir die Annäherung
der Rassen nicht verhindert haben. Der Mensch ist noch nicht reif dafür. Helga
ist natürlich völlig aufgelöst, aber das zeigt sie nur uns, für die anderen
Schüler ist sie ein Hort des Trostes. Obwohl ich Gefühle schon immer als überbewertet
und höchst nachteilig betrachtet habe, ich muss zugeben, dass sie bemerkenswert
ist. Rowena ist jetzt bei ihr. G
versteckt sich hinter einer undurchdringlichen Maske, die er nur fallengelassen
hat, als ich ihn – ohne Hintergedanken, natürlich – darauf hingewiesen
habe, wie langsam und schmerzhaft der Tod durch Verbrennen ist. Jetzt
muss er mir einfach zuhören. 2.
November 998 Und
wieder, ich hätte nicht so voreilig sprechen sollen. Sie haben nichts gelernt,
alle drei nicht! Wie konnte ich das auch erwarten. Wenn ich könnte, oh, ich würde
am liebsten ____________________ SIE WOLLEN WEITERHIN MUGGELGEBORENE SCHÜLER
UNTERRICHTEN! Rowena will einen Flammengefrierzauber entwickeln, der so einfach
ist, dass ihn bereits junge Schüler lernen können. Lächerlich, ich bin mir
sicher, das war G Idee. Ich muss mich ablenken. Im Labor. 16.
November 998 Ich
habe seit zwei Wochen kein Wort mit den anderen gesprochen. Der Unterricht wurde
für einen Monat ausgesetzt, ich habe also uneingeschränkt Zeit, mich meinen
Studien zu widmen, ich stehe kurz vor dem Durchbruch. Ich wusste, dass ich es
schaffen kann, und ich werde es schaffen. Das wird mein größter Triumph sein,
und nicht einmal Godric wird dann in der Lage sein, etwas gegen meine
Vorgehensweise zu unternehmen. Ich werde verhindern, dass die Muggel uns
Zauberer weiterhin bedrohen. Ich, Salazar Slytherin, werde mir ein Denkmal
setzen, das in Hunderten von Jahren noch nicht vergessen sein wird. Finis
coronat opus. Was ich geschaffen habe, ist einzigartig. 22.
November 998 Es
hat Komplikationen gegeben. Schwerwiegende. Aber ich kann es kontrollieren.. 29.
Nov___r 998 Ich
bin fast den ganzen Monat nicht oben gewesen. Ich weiß, dass sie mich suchen.
Sie dürfen mich nicht finden, es ist zu gefährlich. Sie werden mich nicht
finden. Ich werde ___________________________________________ 6.
Dezember 998 Es
ist mir gelungen, die Kammer so zu versiegeln, dass sie nur von mir geöffnet
werden kann. Rowena und Helga waren unendlich erleichtert, mich zu sehen. G
dagegen glaub ernsthaft, er hätte mir etwas zu sagen. Er hat versucht, mich
auszufragen, wo ich war, was ich getan habe, warum ich mich nicht gemeldet habe.
Ich habe ihn gefragt, ob er glaube, mich mit seiner herrischen Art beeindrucken
zu können. Schließlich bin ich ihm keinerlei Rechenschaft schuldig. Seine
Fragen werden unbeantwortet bleiben. Wie leid mir das tut. Ich
habe meinen Unterricht auf Rowena und Helga übertragen, im Moment habe ich
Wichtigeres in der Kammer zu tun. Ehe es außer Kontrolle gerät. 10.
Dezember 998 Ich
arbeite ein Manifest aus. Sämtliche Muggel-Schüler müssen Hogwarts verlassen,
und es dürfen nie wieder welche aufgenommen werden – es ist zu gefährlich.
Ich muss es durchsetzen, unter allem Umständen. Es ist mir egal, was es mich
kostet. Wir müssen die Mischung des Blutes verhindern damit nicht noch mehr
Blut vergossen wird. Und ich muss verhindern, dass mein Plan sich gegen mich
wendet. Unter keinen Umständen, und wenn es das letzte ist, was ich tue (was,
betrachtet man die Umstände, durchaus wahrscheinlich ist). 11.
De_________ Sie
haben nicht auf mich gehört, und ich weiß jetzt, dass sie es niemals tun
werden. Sie verstehen nicht, sehen die Welt nicht mit meinen Augen. Ich habe
alles versucht, mehr kann ich nicht tun. Ich habe verloren, jetzt muss ich
verhindern, dass sie es ebenfalls sind. ____________ Ich kann hier nicht länger
bleiben. G
sagt, ich sei verrückt. Ich sei vollkommen übergeschnappt, zu lange in den
Kerkern gewesen, zu lange meinem eigenen Wahnsinn überlassen. Er hat keine
Ahnung, wie nahe er der Wahrheit damit kommt, auch wenn ich glaube, mein
Verstand war nie klarer war als heute. Wenn er wüsste, wenn er es wüsste... es
würde ihn selbst in den Wahnsinn treiben. Wenn ich es mir recht überlege,
allein das Wissen darüber war es wert, ________________________ Nun denn. Es
ist vorbei. Ich habe mich mit Godric überworfen, wir sind im Streit geschieden,
man kann es nicht Streit nennen, es war fast schon ein Kampf. Ich hasse diesen
Mann. Ihn tot zu sehen, das ist das Letzte, was ich mir in meinem Leben noch wünsche.
Aber ich werde warten müssen. Und ich werde es nicht hier tun. Doch bevor ich
gehe, muss ich noch eine letzte Aufgabe erfüllen, solange ich noch die Möglichkeit
und die Macht dazu besitze. Ich
muss wieder hinunter. 1.
Januar 999 Was
habe ich getan? Was habe ich getan... was habe ich getan... ich habe ein
Meisterwerk geschaffen, ein Wunder, eine lebendige Waffe grausamer als der Tod
selbst. Furcht, ja Furcht habe ich geschaffen, Furcht und Tod haben Einzug
gehalten in Hogwarts, geschaffen von meiner Hand. Was habe ich getan? Seine
Augen, seine Augen sind kälter als Eis, ich seine Augen gesehen. Ich bin mächtig,
mir allein ist es gelungen den Tod in einer Gestalt zu bannen. Ich habe den
Schrecken selbst geschaffen, meine Macht ist übergroß, den Schrecken, was habe
ich getan? Grausam, ja, aber genial. Furcht als eine Waffe, lebendiger Tod. Er
ist wunderschön. Ich konnte ihn nicht vernichten, ich werde ihn nicht
vernichten niemals, niemals, vielleicht sollte ich es, aber ich kann es nicht.
Er ist mein, kalter Tod, mein ewiges Geheimnis, es wird mich ins Grab begleiten.
Ein anderer, ich musste einen anderen Weg finden, die Zeit ist noch nicht reif,
noch nicht. Ein anderer wird kommen, ein anderer, mein Erbe, mein wahrer Erbe.
Nur er wird in der Lage sein, die Kammer des Schreckens zu entsiegeln. Und Der
mit den Schlangen spricht wird ihn vernichten, wird beenden was ich begonnen
habe. Ihm allein wird es bestimmt sein zu töten, was ich geschaffen habe. Bis
dahin soll sie geschlossen bleiben, geschlossen und unentdeckt. Meine Kammer.
Die Kammer des Schreckens. Jetzt
kann ich gehen. Lange
starrst du auf die Blätter, auf die Schrift, die immer kleiner, immer zittriger
wurde, mit jedem Wort. Fragen über Fragen kommen dir, und du weißt nicht, was
du denken sollst. Dein Aufsatz ist vergessen. Dich interessiert nur noch, ist es
Lüge? Eine Fälschung? Oder tatsächlich das Tagebuch von Salazar Slytherin?
Wie kam es an diesen Platz, in den Deckel eines Buches? Wer hat es dort
versteckt, und warum? Hat es vorher niemand entdeckt? Falls doch, warum hat
keiner das unglaubliche Potential erkannt, das in diesen wenigen Seiten liegt?
Hatte denn außer dir keiner Verstand? Du kannst nicht fassen, was für ein Vermächtnis
du in den Händen hältst. Deine
Gedanken machen sich selbstständig, als du begreifst, was für Möglichkeiten
dir offen stehen, wenn es dir gelingen sollte, Salazars Kammer zu finden. Du könntest
deine Pläne verwirklichen, hättest etwas in der Hand, das deine Macht
untermauert... und dir vor allem hilft, die Macht, nach der du strebst, zu
erlangen. Und mit der selbstsicheren Arroganz der Jugend räumst du Spem Metur
Sequitur zurück ins Regal. Natürlich ohne das Tagebuch. Plötzlich hast du es
sehr eilig, die Bibliothek zu verlassen. Du hast ein Ziel vor Augen, und du
erreichst deine Ziele immer. Salazars Aufzeichnungen unter dem Umhang versteckt
gehst du hastig durch die Regalreihen und an der Bibliothekarin vorbei. Wenn sie
wüsste, welchen Schatz du an ihr vorbeiträgst... Deine
Schritte sind beschwingter als sonst, du fühlst dich unglaublich gut. Es kommt
dir nicht einen Augenblick lang der Gedanke, dass es dir nicht gelingen könnte,
Salazars Kammer zu finden. Und noch weniger kommt der Gedanke, dass du nicht
imstande sein wirst, sie zu öffnen. Du findest immer einen Weg, koste es was es
wolle. Nicht umsonst bist du der beste Schüler deines Jahrgangs, nicht umsonst
bist du talentierter als jeder andere, nicht umsonst respektieren, ja, fürchten
dich deine Mitschüler. Du bekommst, was du willst. Und dieses Mal würde es
nicht anders sein. Egal, wie lange es dauerte. Du hast Zeit. Denn du, Tom
Marvolo Riddle, kannst warten - wenn es sein muss, ein Leben lang. FINIS
2. Sept___ 998
6. September 998
15. S__ember 9_8
***