Der Fall "Heulende Hütte" / Gerichtsreport Teil 1

veröffentlicht am 03.03.2007

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Nehmen wir an, es wäre Nachmittag und wir hätten furchtbare Langeweile. Natürlich machen wir den Fernseher an und es läuft:
Richterin Barbara Salesch

Heute:
Der Fall „Heulende Hütte“!

Oder:
Was geschah wirklich zwischen Severus Snape und den ehrenwerten Herren Moony, Tatze, Krone & Wurmschwanz?

Eine Fanfiction basierend auf „Harry Potter & Der Gefangene von Askaban“ und „Harry Potter & Der Feuerkelch“.

Von C.M.S.

Mein Name ist Giselda Monroe, Reporterin des Nachtpropheten.
Heute berichte ich von einer Muggelgerichtssendung, die man hier nach der Richterin, das ist so etwas wie der Vorsitzende des Zauberergamots, Barbara Salesch, benannte.
Sensationell ist, dass es sich tatsächlich um Jungzauberer handelt, die hier eines schlimmen Verbrechens angeklagt wurden und zwar von einem Muggel. Allerdings ist dessen Sohn ein Zauberer.

Ich berichte also live aus der Verhandlung:
Das hat sich zugetragen….

Staatsanwalt Herr Kirkidaze erhob sich, sobald Ruhe im Gerichtssaal eingetreten war.
Dann wurden die Angeklagten, der Nebenkläger und die Anwälte durch Frau Richterin Salesch aufgefordert sich zu erheben.
Das zahlreich erschienene Publikum tat es den Hauptakteuren gleich.
Es gab allgemeines Gekicher von ein paar sehr jungen Mädchen in der ersten Reihe, als einer der drei Angeklagten, ein großer, schlanker Bursche, sein gut frisiertes, schwarzes, langes Haar nach hinten warf und seinen Kumpels zuzwinkerte.
Der rechts von ihm befindliche Junge, ein eher schlaksiger Bursche mit braunem, kurzem Haar, senkte schuldbewusst seinen Kopf. Das veranlasste die Mädchen einheitlich zu seufzen. Woraufhin der Junge links laut lachte und sein schwarzes Haar mit seiner Rechten so zerwühlte, dass er mehr denn je einem Punk ähnelte.
Der Nebenkläger stieß ein entrüstetes Schnauben aus und funkelte die drei so finster an, dass man meinte, seine Blicke könnten töten.
Das schien ein kleiner, unscheinbarer Junge im Publikum mit mausgrauen Stoppelhaaren sogar zu glauben, denn ihm entfuhr ein ängstliches Keuchen.
Nun langte es der Richterin. Sie nahm ihren Hammer und schlug drei Mal auf den Tisch, um die volle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Dann fuhr ihr Blick zu den Mädchen in der ersten Reihe. „Wenn sie Ihre Begeisterung für die Dauer der Gerichtsverhandlung nicht unterlassen, werde ich Ihnen drei Tage Ordnungshaft aufbrummen!“, fauchte sie. Dann blickte die rothaarige Frau streng zu den Angeklagten. „Und sie meine Herren, konzentrieren sich lieber darauf, sich zu benehmen, sonst werden auch sie eine Gefängniszelle von innen sehen, bevor ich hier ein Urteil fälle. Haben wir uns verstanden?!“
Alle drei nickten ernst.
Dann starrte Frau Salesch den Nebenkläger an. Sie fand, dass dieser Mann noch merkwürdiger erschien als die drei Angeklagten.
Er trug zwar einen edlen, grauen zweireihigen Anzug, sah aber aus wie ein Anhänger obskurer Riten. Sein Haar war lang, schwarz und glänzend, als hätten sie in Öl gebadet. Die Augen dieses Mannes waren so dunkel wie Kohlen, in dessen Zentrum ein starkes Feuer glomm.
Frau Salesch kroch es kalt den Rücken hinunter, je länger sie ihn ansah. „Beginnen sie, Herr Staatsanwalt.“ Nur mit Mühe riss sie ihren Blick von dem unheimlichen Mann und konzentrierte sich auf Herrn Kirkidaze.
Der Staatsanwalt räusperte sich. „Die Angeklagten Sirius Black, James Potter und John Lupin…“
„Mein Mandant heißt Remus John Lupin, Herr Staatsanwalt.“, unterbrach ihn Herr Lenßen.
Kirkidazes Blick war finster, nickte jedoch und räusperte sich erneut. „Remus John Lupin, zufrieden, Herr Anwalt?"
„Sehr! Vielen Dank!“, schnurrte er und zwirbelte dabei seinen imposanten Schnurrbart.
„Bitte meine Herren!“, knurrte Barbara Salesch ungeduldig.
„Ja…Die eben erwähnten Angeklagten werden beschuldigt, am 20.März letzten Jahres den Schüler Severus Tobias Snape…“
„Tobias?!“,
lachte einer der Angeklagten und schüttelte seinen Kopf. „Ich fass es nicht!“
„Halt dich im Zaum, du impertinenter Sohn einer schwarzen Hexe!“,
zischte der Nebenkläger bedrohlich, sodass der Junge mit dem schwarzen, langen Haar sofort verstummte. Seine Augen aber hatten einen rebellischen Glanz.
„Ich habe sie gewarnt, Herr Black!“, rief die Richterin erbost. „Ich verordne hiermit drei Tage Haft für diese Unterbrechung.“ Dann sah sie zum Nebenkläger. „Gerichtsschreiber! Es ergeht ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 € oder ersatzweise zwei Tage Ordnungshaft gegen den Nebenkläger Herrn Tobias Snape!“
Snape sagte ebenso wenig etwas, wie Black. Beide funkelten sich finster an.
„Fahren sie bitte fort, Herr Kirkidaze!“, wies die Richterin an.
„Wo war ich…ah ja, werden beschuldigt am 20.März letzten Jahres den Schüler Severus Tobias Snape…“ Er machte eine kleine Pause, bevor er weitersprach. Offenbar erleichtert, dass nun keiner mehr dazwischenrief. „... durch eine List dazu gebracht zu haben in die „Heulende Hütte“, ein beliebtes Ausflugsziel, zu gehen, da sie ihm versprachen, dort ein großes Geheimnis mit ihm zu teilen. Überrascht von dieser Vertrauensbezeugung ließ sich der sonst verschmähte Schüler darauf ein und suchte besagten Ort auf.
Dort lauerte ihm der Angeklagte Remus John Lupin auf und versetzte Severus Snape einen Schock, indem er sich in einen Werwolf verkleidete und versuchte ihn mit Hilfe von James Potter, der hinter Severus Snape in die Hütte kam, zu erschlagen. Doch ihr Vorhaben ging fehl, da in dem Moment der junge Schüler Peter Pettigrew dazu stieß und die Täter ablenkte. Woraufhin das Opfer fliehen konnte.
Das Opfer erlitt mehrere Hämatome an Armen, Gesicht und Rücken, Schnitt-, Biss- und Rissverletzungen am ganzen Körper und musste ärztlich behandelt werden.
Die Angeklagten werden deshalb des versuchten Mordes, in Verbindung mit einer gemeinschaftlich begangenen gefährlichen Körperverletzung angeklagt.“ Kirkidaze atmete erleichtert auf und setzte sich.
Alle anderen setzten sich nun ebenfalls.
Barbara Salesch wandte sich an die Verteidigung. „Herr Lenßen, möchte sich ihr Mandant dazu äußern?“
„Ja, er möchte sich äußern.“
„Dann bitte ich sie, Herr Lupin, setzen sie sich in unsere Mitte.“
Sie deutete auf einen kleinen Tisch mit einem bequemen Polsterstuhl, der zwischen Anklage und Verteidigung stand.
Der junge, introvertierte Mann erhob sich und ließ sich dann an dem ihm zugewiesenen Platz nieder.


Eine Anmerkung von mir. Ganz im Vertrauen, machte der junge Remus einen kränklichen Eindruck auf mich. Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt, was für ein Leiden den Jungen quälte. Wohl sein schlechtes Gewissen?

 

--- Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe ---

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