Tod beim Quidditch

veröffentlicht am 17.07.2007

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Quidditchspieler stirbt auf tragische Weise

Der Tagesprophet hat Ihnen eine traurige Mitteilung zu machen: Dennis Kaleryn, auf den wir für diese Quidditch-Weltmeisterschaft so viele Hoffnungen setzten, ist tot.
Nachfolgend unser Spielbericht:
Es ist das große Quidditchspiel. Die Callons gegen Ferryns. Es geht um den ersten Platz in der Liga. Die Hoffnungen der Ferryn-Fans liegen auf Dennis Kaleryn, den Sucher der Mannschaft. Er ist ein Talent, und wird höchstwahrscheinlich in der WM für unser Land spielen. Zwanzig Minuten sind gespielt. Da entdeckt Kaleryn plötzlich den Schnatz. Er wendet seinen Nimbus 2001, und rast auf die goldene Kugel zu. Der gegnerische Sucher hat keine Chance. Kaleryn streckt die Hand aus, und stößt einen Jubelschrei aus, als er den Schnatz fängt. Sein Besen rast weiter, ungelenkt. Mit voller Wucht prallt Kaleryn mit seiner Teamkollegin zusammen, Patricia Cast. Sie kommt mit einer Platzwunde am Kopf davon, kann sich auf dem Besen halten. Aber der junge Sucher hat den linken Armen zum Sieg erhoben, in der rechten Hand hält er den Schnatz. Er wird vom Besen geschleudert, fällt dreißig Meter in die Tiefe, schlägt auf dem Boden auf und ist sofort tot.
Vergangenen Abend wurde Dennis Kaleryn, der nur einundzwanzig Jahre alt wurde, beerdigt. Hunderte Fans folgten dem Sarg, in dem der junge Mann lag auf den wir alle so sehr gehofft hatten. Doch zur eigentlichen Beerdigung wurde nur Kaleryns engster Verwandtenkreis zugelassen, und seine besten Freunde. Niemand brachte es übers Herz, dem Toten seine Quidditchkleidung abzunehmen, die er zu Lebenszeiten nicht mal zum Schlafen auszog. Und auch der Schnatz zappelt noch in seiner kalten Hand. Kaleryn soll nämlich einmal gesagt haben: „Wenn ich tot bin, will ich einen Schnatz im Sarg haben.“
Schuldgefühle und Albträume plagen die 22-jährige Spielerin, mit der Kaleryn zusammenprallte. Aber nicht nur das: Irgendjemand hat widerliche Gerüchte in die Welt gesetzt, Miss Cast sei eine Todesserin und habe Wochen vorher geplant, den erfolgreichen Sucher umzubringen, so dass es nach einem Unfall aussieht und die Zauberwelt trotzdem in Schrecken versetzt. Andere böse Zungen behaupten, die ganz passable Jägerin hätte ein Verhältnis mit Kaleryn gehabt, geglaubt, er wäre mit einer anderen Frau zusammen und ihn deshalb aus Eifersucht getötet. Mit Tränen in den Augen wehrte sich Cast in einem Interview: „Bitte, bitte, glauben sie mir! Es war ein Versehen, ein Unfall! Wir hatten im Team unsere Taktik abgesprochen, und diese Taktik besagte, dass ich genau an der Stelle, wo wir zusammenprallten, schweben musste, damit mein Teamkollege mir den Ball zuwirft!“
Auch die 59-jährige Mutter des toten Suchers bestreitet die Gerüchte. „Ich weiß, dass Patricia und Dennis schon in der Schule Freunde waren. Keine so guten, versteht sich, Patricia war ja ein Jahr älter als er, doch sie verstanden sich gut. Als die beiden aus der Schule waren, brachte Dennis Patricia mehrmals nach Hause. Aber er hatte nie ein Verhältnis mit ihr. Und man muss nur ein bisschen mit ihr reden, um zu begreifen, dass sie keine Todesserin ist.“ Sowohl Patricia als auch Mrs. Kaleryn wurden vorläufig in einer Zauberer-Kur gebracht, wo sie sich von den schrecklichen Erlebnissen zu erholen hoffen.
Aber Mr. Kaleryn hatte tatsächlich eine Geliebte. Bei einer Befragung erzählte die 18-jährige Daisy R.: „Einen Tag vor dem Unglück bekam ich den ersten und letzten Kuss von ihm. Und ich dachte, wir bleiben zusammen, bis der Tod uns scheidet. Und er hat uns geschieden.“
Mitglieder der Ministeriumsabteilung für magische Unfälle und Katastrophen ermitteln. Auch gegen den Nimbus 2001-Hersteller. „Ein Besen hätte, wenn er nicht mehr gelenkt wird, stehen bleiben müssen. Doch der Nimbus des bedauernswerten Mr. Kaleryn ist nicht stehen geblieben“, wunderte sich einer der Agenten.

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