Platz 7 Alecandra, Slytherin - Die Rückkehr nach Hause von Alecandra
Die Rückkehr nach Hause von Alecandra  Bild von ortrun zu dieser Geschichte Diese Geschichte hat sich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ereignet. Der zehnjährige Iwan lebte bei seiner Großmutter auf dem Land, irgendwo in der Sowjetunion. Solange er sich zurück erinnern konnte, hatte Iwan mit seiner Großmutter Weihnachten gefeiert. Sein Vater war nämlich im Krieg als Soldat und seine Großmutter war die einzige Verwandte, die er noch hatte. Aber eines Tages sollte sich Iwans Leben grundlegend verändern. Es war zwei Tage vor Weihnachten, als es plötzlich an der Tür schellte. Seine Großmutter, die nicht mehr besonders gut laufen konnte, erhob sich vom Sofa und schlurfte auf die Tür zu. Iwan hatte das Klingeln in seinem Zimmer nicht mitbekommen, da er zu sehr damit beschäftigt war, Holzstückchen zu einem Turm zusammenzusetzen. Als er jedoch die Stimme seiner Großmutter wahrnahm, ging er hinunter und er konnte nicht glauben, wer im Wohnzimmer stand. Dort stand sein Vater, in einen dicken Mantel gehüllt, und erklärte Iwan, dass er ihn mit nach Hause nehmen wollte. Deswegen solle er seine Sachen zusammenpacken. Iwan war etwas seltsam zumute. Er hatte seinen Vater seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Daher kam ihm dieser Mann wie ein Fremder vor. Aber auf das Drängen seiner Großmutter hin, nahm er seine Sachen und folgte seinem Vater zum Bahnhof. Dort kaufte er zwei Fahrkarten nach St. Petersburg, wo sein Vater eine kleine Wohnung gemietet hatte. Während der Zugfahrt sagten beide kein Wort. Iwan wusste nicht, was er seinen Vater fragen oder sagen sollte, und Iwans Vater erging es nicht anders. Denn beide wussten, dass sie sich so gut wie kaum kannten. In St. Petersburg angekommen führte sein Vater Iwan zu einem heruntergekommenen Haus, wo sich im Erdgeschoss ihr neues Zuhause befand. Iwan war dieser Ort nicht vertraut, er sehnte sich zurück zu seiner Großmutter. Aber das wollte er seinem Vater nicht antun. Am Weihnachtstag geschah nun das kleine Wunder. Iwan hatte nicht damit gerechnet, etwas geschenkt zu bekommen, da Spielzeug und andere Luxusgüter wie Nüsse oder Orangen und Äpfel knapp waren. Er konnte sich erinnern, dass seine Großmutter immer das ganze Jahr über gespart hatte, um ihm an Weihnachten etwas Tolles zu schenken. Ehe er noch weiter seinen Gedanken nachhängen konnte, tippte ihm jemand von hinten auf die Schulter. Iwan drehte sich um und sah seinen Vater, der krampfhaft etwas in seinen beiden Händen festhielt. Als Iwan genauer hinsah, konnte er erkennen, dass es ein Auto war. Sein Vater hatte an einem Auto ähnlichen Holzstück vier Räder befestigt und es zum Schluss noch rot bemalt. Iwan schaute von dem Auto auf in das Gesicht seines Vaters und er erkannte Tränen in dessen Augen, die er nur mit Mühe zurückhalten konnte. Seine Hände zitterten heftig. Iwan nahm ihm das Auto aus der Hand und umarmte ihn zum ersten Mal wieder fest. Dabei flüsterte er: „Frohe Weihnachten, Vater. Ich hab’ dich lieb!“ Wie von selbst gingen ihm diese Worten von den Lippen, denn eines wurde sich Iwan jetzt bewusst: Sein Vater war zurück nach Hause gekommen. Zurück zu ihm.