Was bedeutet Religion für dich?

  • Wenn du religiös bist, dann solltest du diese Frage beantworten können: Was bedeutet Religion für dich? Warum bist du überhaupt religiös und was erhoffst du dir davon?




    Ich persönlich finde, Religion bedeutet, dass man an eine höhere Macht glaubt, die einem weiterhilft, wenn man mal in Not ist, und an die man sich immer und überall wenden kann. Man kann in der Religion Zuflucht finden. Manchmal sucht man Antworten auf Fragen, die man nicht selbst beantworten kann und die in der Religion erklärt werden, wie zum Beispiel die Entstehung der Welt oder das Leben nach dem Tod. Doch auf jeden Fall muss man glauben an das Ganze. Wie man glaubt, das ist egal. Man kann jeden Tag in einen Gottesdienst gehen, fünfmal am Tag beten oder manchmal im Stillen das Gespräch mit (einem) Gott suchen.

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    the one where everybody finds out



    jonathan stebbins 6H ▪ viktor montague uni ▪ gwendolina spinks 7G

  • Eigentlich reicht da für mich ein ganz einfacher Satz:


    Religion / Glaube bedeutet für mich Zuflucht.

    oh i'm sorry

    did my back hurt your knife?

  • Zitat

    Original von Cedric McColn
    Wenn du religiös bist, dann solltest du diese Frage beantworten können: Was bedeutet Religion für dich? Warum bist du überhaupt religiös und was erhoffst du dir davon?


    *seufz* Ja, ich weiß, es steht ja schon im 1. Petrusbrief (des Neuen Testaments der Bibel), das man Auskunft über die Hoffnung geben soll, die einen erfüllt. Aber Zeit meines Lebens geht es mir so, daß ich eben NUR sagen kann, daß mein Glaube mich wirklich erfüllt und mir diese Hoffnung nicht nur theoretisch gibt. Dummerweise kann ich keinem, der nicht glaubt, überzeugend sagen, wie er dies erlangen kann.


    Und unabhängig davon bin ich der Meinung, daß meine Religion und mein Glaube etwas ist, daß ich nur von Angesicht zu Angesicht vermitteln kann und nicht als diggel in einem Forum von Hogwarts.

    "und man in Märchen und Gedichten,
    erkennt die wahren Weltgeschichten,
    dann fliegt vor einem geheimen Wort,
    das ganze verkehrte Wesen fort"
    Novalis



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    ViS - GiB!

  • Zitat

    Aber Zeit meines Lebens geht es mir so, daß ich eben NUR sagen kann, daß mein Glaube mich wirklich erfüllt und mir diese Hoffnung nicht nur theoretisch gibt. Dummerweise kann ich keinem, der nicht glaubt, überzeugend sagen, wie er dies erlangen kann.


    Das ist auch wirklich schwierig. Im Endeffekt ist es bei mir so, dass Glaube ja irgendwie eine Art... Gefühl ist? Ich kann es nicht greifbar machen und manchmal ist der Glaube ja auch stärker oder schwächer...? Wie erklärt man das? Wie erkläre ich, dass ich immer glaube, aber schon hinterfrage oder mir in manchen Fragen unsicher bin... manchmal denke ich, es gibt ein Leben nach dem Tod... dann denke ich: Aber WIE? Das geht doch gar nicht? Dann denke ich... irgendwie MUSS das gehen... Glaube ist bei mir auch viel mit Unsicherheit verbunden, obwohl mir der Glaube Sicherheit gibt. Wie drückt man das vernünftig aus? Wie erklärt man das? Das ist einfach wirklich schwierig...

    oh i'm sorry

    did my back hurt your knife?

  • Allein die Frage "Was bedeutet Religion für dich?" ist m.E. nicht eindeutig.
    Um den Einfluß von "Religion" auf das persönliche Denken, Fühlen und Handeln zu beschreiben, wäre es zunächst notwendig, den Begriff "Religion" subjektiv und objektiv inhaltlich zu füllen.
    Das, in der Tat, sprengt wahrscheinlich die Möglichkeiten eines hp-fc-Forums.

    Magiezoologin 🐾
    Kea-Feder
    01/2020
    01/11/12/2019
    11/2018


    Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon.

  • Ich finde den Begriff Religion schwierig. Heißt das jetzt den Vorstellungen einer Glaubensrichtung zu folgen und dann zu sagen die evangelischen haben Recht oder die Katholiken oder ein Freikirche oder sonst irgendwer. Oder ist das sein eigener Glaube?
    In dem Falle ist Religion mein Wegweiser, in meinem Falle Jesus als Vorbild für mein Leben und als Hoffnung. Jemand der für einen gestorben ist und egal wie viel Mist man gemacht hat und machen wird trotzdem da ist. Und wenn einem das bewusst wird, will man das weitergeben und selber anderen helfen, verzeihen wo einem Unrecht getan wurde usw. (wie gut man das hinbekommt ist eine andere Geschichte)


    Und ich glaube zwar dass es nur den einen Gott gibt, aber jeder seinen eigenen Weg finden muss seinen Glauben zu Leben und manchen Freunden/Pfarrern usw. zuzuhören aber nicht unbedingt alles davon zu übernehmen. Weil Menschen machen Fehler und das kann bei Religion richtig schief gehen (nicht nur Kriege/ Terror sondern Depression usw :( )

    This is the time, this is the moment when everything changes.
    This is where I, I draw the line I can no longer take it.


    NF - Beautiful Addiction

  • Ich schließe mich denen an, die sagen, dass man Religion und Glaube trennen muss. Und finde, dass der Glaube keine Religion braucht.


    Für mich ist Religion 'nur' ein Sammelbegriff, um Menschen aufgrund ihres Glaubens zu kategorisieren, um Stereotype schaffen zu können und Menschen daran zu messen und bewerten zu können. Um sie in gute und schlechte Gläubige einteilen zu können.
    Dahingegen sehe ich beim Glauben eher die intrinsischen Motive, den individuellen Standpunkt, die Art, wie das Individuum es auslebt.



    Ich selbst bin orthodoxe Jüdin, glaube daran, dass es einen G-tt gibt, der über mich, über uns, wacht und einen Plan für jeden hat, egal ob dieser an ihn glaubt oder nicht. Ich glaube, dass er die Hand über mich hält, mir den Weg weist und mich mit jeder Aufgabe, die ich zu bewältigen habe, stärkt. Und mir vermittelt, dass jemand da ist. Für mich alleine. Ohne, dass ich irgendwas von außen brauche. Ohne ein spezielles Gebäude oder eine andere Person. - Während die Religion doch eher von ihren Personen und Gebäuden lebt. Synagogen. Oder auch Kirchen und Moscheen. Tempel. Doch für den Glauben, für das, was einem vermitteln, dass man sicher ist, braucht man das nicht zwingend.
    Gleiches gilt zum Teil für die Regeln, die die Heilige Schrift vermittelt. Das Wort des Herrn, das über Menschen an uns herangetragen wurde. Sicherlich ist es wichtig - und doch muss doch jeder auch an seiner Lebenswirklichkeit prüfen, ob er es umsetzen kann. Ich lebe z.B. in einem Internat, hier will ich als einzige Jüdin nicht darauf bestehen, dass nur für mich anders gekocht wird. So, dass ich mich nicht als schlechtere Jüdin ansehe, wenn ich nicht strikt koscher lebe. Nicht den Shabbat in absoluter Ruhe verbringe von Sonnenuntergang des Freitags bis Sonnenuntergang des Samstags. Nach den Gesichtspunkten einer Religion, die von außen die Regeln meines Glaubens diktiert, wäre das falsch, auch wenn das Judentum - anders als z.B. das Christentum - keine Sünde in diesem Sinne kennt, sondern G-tt weiß, dass der Mensch fehlbar ist. Der eigene Glaube erlaubt es, die Religion kennt keine Ausnahmen, denn sonst hätten wir noch viel mehr Splittergruppen als die in jeder Religion bereits bestehenden. (Wobei ich selbst dazu sagen muss, dass die Juden mit der Dimension, dass sie ein Volk sind, noch einmal dabei eine Sonderrolle einnehmen.)



    Ich nehme mal meinen Glauben bzw. meine offizielle Religion als Beispiel:
    Wenn ich nur die Religion 'Judentum' betrachte, was erwarte ich dann? Oder 'Christentum'? Islam? Hat man da nicht ein Bild vor Augen? Wie die Menschen sich verhalten? Wie ihre Abläufe sind? Klischees und Stereotype? Wenn jemand sagt: Ich bin Jude - denkt man da nicht an diese Stereotype? Gerade wenn man vielleicht nicht viel darüber sicher weiß. Vorurteile, die es leicht machen, damit umzugehen. Auch mit dem Unwissen. Und führen doch schnell zu Missverständnissen, denn ein orthodoxer Jude lebt anders als ein liberaler Jude oder ein Chassidim. Ein Protestand anders als ein Katholik oder ein orthodoxer Christ. Oder man sehe nur mal die islamischen Strömungen, die gar gegeneinander um die eine Wahrheit kämpfen. Doch Wahrheit ist immer subjektiv, auch wenn Religionen versuchen, sie für sich einzunehmen.



    Von daher kann ich sagen: Die Religion für sich bedeutet mir wenig, denn es ist mein Glaube, die Art und Weise, wie ich diesen auslebe, was es bedeutsam macht. Für mich bedeutsam. Und nur ich selbst muss mich daran messen, ob ich mich als 'gute' oder 'schlechte' Jüdin - Gläubige - ansehe. Denn meine Liebe zu G-tt und mein Leben kann nur ich bewerten.

  • Mir ist Religion sehr wichtig ich war von Februar 2014-Februar 2016 bei der Piusbruderschaft,dann von Mai 2016-ende 2018 im Islam,seit Ende 2018 bin ich wieder bei der Piusbruderschaft. Die Priesterbruderschaft ST.Pius X wie sie komplett genannt wird ist eine traditionalistische katholische Gemeinschaft die das 2te Vatikanische Konzil (1962-1965),die Kurienreform von 1968 und die Liturgiereform von 1969 ablehnt. Gegründet wurde sie 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre der 1988 exkommuniziert wurde aufgrund unerlaubter Bischofsweihen jene Exkommunikation gegen die damals von ihm geweihten Bischöfe und ihn selbst wurde 2009 aufgehoben.

  • Mir ist Religion sehr wichtig ich war von Februar 2014-Februar 2016 bei der Piusbruderschaft,dann von Mai 2016-ende 2018 im Islam,seit Ende 2018 bin ich wieder bei der Piusbruderschaft.

    Oh, das ist aber interessant. Wie kommt man denn dazu, vom katholischen Glauben zum Islam und wieder zurück zu wechseln, wenn ich fragen darf? Das ist ja schon nicht ganz dasselbe...

    Gryffindor / Pukwudgie


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  • Das war ne Mischung aus trotz, persönlichen Gründen und etlichen Videos von Pierre Vogel und nein der ist kein Terrorist der steht sogar selber auf einer Todesliste des IS. Um aufs Thema zurückzukommen bin ich aus persönlichen Gründen und aus einer Sentimentalität heraus wieder zur Piusbruderschaft zurück. Hatte 2016 eine Diskussion mit dem Pfarrer nebenbei bereits Monate mich mit dem Islam beschäftigt was mich dann auch zur Konversion geführt hat. Ein vertrauliches Gespräch mit einem Iman worauf dieser danach nicht mehr auf meine Kontaktversuche reagiert hat 2017 hat dazu geführt das ich das mehr oder weniger nur noch für mich gelebt habe. So ab November 2018 Rum hab ich mich dann wieder mit dem Katholizismus beschäftigt und bin seit Heiligabend 2018 wieder zurückgekehrt.


    Ja ich bin halt schon ein Mensch der sehr emotional ist.

  • Ich hatte gestern ein Gespräch mit einer Frau, die aktuell Ramadan macht. Ich finde es wirklich faszinierend, was für eine Selbstdisziplin alle, die Ramadan machen, an den Tag legen. Meine Nachbarn z. B. sind ebenfalls Muslime und haben heute einfach mal in der prallen Sonne die Hecke geschnitten (ok, sie sind noch jung, aber trotzdem. 😅).


    Ich persönlich kann mir absolut nicht vorstellen, den gesamten Tag über sowohl nichts zu essen, als auch nichts zu trinken - und das Wochen lang. Das ist wirklich faszinierend.

    You want a love that consumes you.

    You want passion and adventure, and even a little danger.

    *


    Aly Greengrass | Brianna Dunstan | Draco Malfoy

    Joshua O'Hare 5G | Chloe Goldstein 4R

  • Übrigens in der christlichen Fastenzeit gilt auch einmalige Sättigung bloß das mit dem Trinken und das es unbedingt nach dem Sonnenuntergang stattfinden muss ist im Christentum nicht so.

    Einmal editiert, zuletzt von Jerry () aus folgendem Grund: Missverständlich geschrieben

  • Übrigens in der christlichen Fastenzeit gilt auch einmalige Sättigung bloß das mit dem Trinken und das es unbedingt nach dem Sonnenuntergang stattfinden muss ist im Islam nicht so.

    Ubbs. Dann hab ich die Fastenzeit für mich wohl etwas anders ausgelegt 😅


    (Ich muss gestehen, ich bin nicht sonderlich gläubig und faste eigentlich nur "für mich", nicht aus religiösen Gründen)

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    *


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  • Seit den 68ern hat halt die Religiosität von uns deutschen gelitten. Was jetzt nicht persönlich gemeint ist.

  • Religion, schwierig. Ich bin römisch - katholisch, so nennt

    sich das ja. Oder hat sich das geändert ?

    Ich habe es damit nicht so.


    Meine Eltern haben aber darauf geachtet, das wir

    die Komion und Firmung, gemacht haben.

    Sonst wären sie auch, von der sipschaft geluncht worden.


    Ich fand Religion immer langweilig.


    Aber seid dem ich meinen Freund habe, ist es manchmal

    doch interessant. Er geht regelmäßig in der Kirche.

    PS:
    Owen Cauldwell
    -----------
    Peterle
    meine Seele
    mein Herz und Sonnenschein
    spazieren gehen, Freude
    Freunde

  • Ich weiß es bei mir nicht genau. Bei uns Leben zwei Religionen im Haus, zumindest mehr oder weniger. Einer ist evangelisch-lutherisch, ein anderer römisch-katholisch.

    Meine Oma war sehr religiös, regelmäßige Kirchgängerin und wir Kinder/Enkelkinder sind somit eher mit dem römisch-katholischen Glauben aufgewachsen.


    Kann ich dem r/k-Glauben etwas abgewinnen? Einige Dinge sind mir da wirklich sehr suspekt. Das Zölibat, beispielsweise. Die wollen einem was von Familie und Erziehung erzählen, haben aber selbst keine Kinder.
    Die Geschwister von Jesus werden nie erwähnt. Hatte er wirklich keine? Kann man sich eigentlich gar nicht wirklich vorstellen, dass Josef beispielsweise noch lange mit Maria verheiratet war, ohne dass er - ihr wisst schon - und dabei nichts passiert ist.


    Selber bin ich eigentlich eher selten zur Kirche gegangen und seit besagte Oma nicht mehr unter den Lebenden weilt, beschränkt sich mein Kirchenbesuch auf eventuell einmal im Jahr an Heiligabend zum Krippenspiel (wir sind bei meinem Bruder und seine Frau ist in der Kirche aktiv und Nichte und Neffe machen beim Krippenspiel mit) und halt Hochzeiten.


    An die Fastenzeit habe ich mich schon ewig nicht mehr gehalten, meine letzte Beichte war vor der Kommunion. Bin ich deshalb jetzt weniger gläubig als andere? Oder sind die, die mehrere Saisonarbeiter in ein zu kleines Haus einquartieren und jeden Sonntag in die Kirche rennen, gläubiger als ich?


    Einerseits denke ich: es gibt einen Gott, der diesen ganzen Planeten erschaffen hat und der auch einen Plan für jeden von uns hat.

    Aber dann kommen mir doch wieder Zweifel: wenn es wirklich einen Gott gibt, wieso lässt er das alles zu? Wieso lässt er zu, dass wir seine gesamte Schöpfung mit Füßen treten (wir quälen Tiere, wir roden ganze Wälder ab, wir töten uns gegenseitig im Namen Gottes, usw)? Laut Bibel hat er hat die Menschheit doch schon für viel weniger bestraft. Und jetzt tut er gar nichts, legt einfach nur die Hände in den Schoß und sieht zu à la "ich habe euch nun lange genug an der Hand gehabt, nun müsst ihr selber laufen lernen?"

    "Boah Leute, das ist ernst." - "Hi Ernst"

  • Vilandra Aufgrund deines Beitrages musste ich gerade wirklich recherchieren - wirklich super interessant: Ich meine bereits in der Schule im Religionsunterricht gelernt zu haben das Jesus mit einer Menge Geschwistern aufgewachsen ist. Das war im evangelischen Unterricht, bei meiner Recherche gerade kam raus, dass im katholischen Glauben wohl davon ausgegangen wird das er Einzelkind war - das ist mir noch nie aufgefallen dass es in den beiden christlichen Glaubensrichtungen dort eine Differenz gibt... wirklich sehr spannend.



    Ansonsten fürchte ich, dass ich nicht sehr viel mehr zu den Thread beitragen kann. Ich bezeichne mich als Agnostikerin, der "Glaube" an sich spielt eher eine untergeordnete Rolle in meinem Leben. Mit der Begrifflichkeit Spiritualität hingegen kann ich etwas mehr anfangen.


    Prinzipiell interessiere ich mich durchaus für unterschiedliche Glaubensrichtungen, wie etwa die unterschiedlichen buddhistischen Wege, die alten keltischen oder nordischen Entstehungsgeschichten oder für das Judentum - aber hierbei ist der Knackpunkt, dass ich mich hierfür INTERESSIERE, es ist kein inneres Bedürfnis oder ein starker Glaube dahinter. Ich kann nicht beurteilen ob es eine Göttin, einen Gott oder auch viele verschiedene "Schöpfungsenergien" gibt, ich kann aber auch nicht beweisen das es sie nicht gibt, aus diesem Grund sage ich seit meinem 14. Lebensjahr das ich Agnostikerin bin. Aus soziokultureller Sicht ist Religion super interessant, ich bin und bleibe dabei jedoch stille Beobachterin am Rand :)

    Ich treibe weiter
    Seit ich noch ein Kind war
    Und es dauert an
    Bis ich nicht mehr
    Deutlich denken kann
    Weil der Weg vor mir verschwimmt
    Und ich versinken kann
    In die Endlichkeit

  • Ich befinde mich gerade in meiner Ausbildung zur Diakonin der evangelisch-lutherischen Landeskirche, mein Glaube ist also in meinem Leben allgegenwärtig. Als Diakonin bin ich die Verbindung von Wort und Tat, ich arbeite sowohl durch die Verkündigung als auch durch helfendes, dienendes Arbeiten mit den Menschen. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, da mein Glaube mich schon mein Leben lang begleiten und ich dieses Vertrauen und die Erfahrungen damit gerne an andere Menschen weitergeben möchte. Ich habe früher viel ehrenamtlich in der Kirche mitgeholfen und mache jetzt sozusagen mein Hobby zum Beruf. Dabei geht es nicht darum, vorgefertigte, traditionelle kirchliche Dogmen und Glaubenssätze weiterzugeben, sondern Menschen dabei zu unterstützen, ihren eigenen Glauben und ihre eigenen Haltungen zu Religion zu entwickeln. Das geschieht nicht immer durch ein Bibelwort oder wirklich ausgesprochenen Religion, sondern auch durch die Umgangsweise miteinander, die Allgegenwärtigkeit meines Glaubens und meinen daraus resultierenden Einstellungen in meinen Handlungen.


    Ich habe mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit gerade viel mit den Begriffen "Religion", "Glaube", "Spiritualität" und "Religiosität" beschäftigt. Sehr spannend, was die Literatur dazu hergibt und wie schwammig die Begriffe letztendlich doch zu definieren sind. Die Grenzen sind schwierig klarzumachen, muss Religion doch so weit definiert sein, dass viele unterschiedliche Religionen darunter fallen, aber auch so eng, dass z.B. politische Ausrichtungen oder Parteien nicht als Religionen bezeichnet werden können.


    Ich befinde mich gerade auf dem Weg, herauszufinden, was meine Vorstellung von Religion ist. Die klassischen Religionstraditionen wie der G1- Gottesdienst am Sonntagmorgen geben mir wenig. Andachten im kleinen Kreis oder auch gemeinsames Singen, Beten oder Gemeinschaft spüren hingegen, dort fühle ich mich geborgen und begleitet.

    Glaube hat für mich viel mit Vertrauen in eine höher stehende Macht zu tun. Ich habe das tiefe Vertrauen, dass Dinge aus einem gewissen Grund geschehen, wir aber bei den meisten Dingen selten erfahren, wieso sie geschehen.


    Durch mein Studium beschäftige ich mich gerade viel mit Dogmatik, also der Theologiegeschichte und der Entstehung des Christentums. Das sorgt dafür, dass ich unterschiedliche Dinge neu betrachte und eigene Haltungen dazu entwickel oder verändere. Mein Glaube und meine Religion sind also in einem stetigen Wandel und Wachstum und ich kann in diesem Moment keine umfassende Antwort auf die gestellte Frage geben.

    Whenever you are feeling bad about yourself
    just imagine how much Arthur Weasley would enjoy meeting you.