Das Haus der Lovegoods

Geht man vom Dörfchen Ottery St. Catchpole, wo die Weasleys wohnen, eine Weile in nördliche Richtung, kommt man zum Haus von Xenophilius Lovegood, dem Herausgeber des "Klitterers".
Es steht ganz allein und abgeschieden auf einem der niedrigen Hügel, die sich wie eine Kette entlang eines kleinen Baches ziehen. Hier kann man übrigens hervorragend Süßwasser-Plimpys fischen, was Luna, die mit ihrem Vater das Haus bewohnt, gerne ab und an nutzt, um die Speisekarte der Lovegoods zu bereichern.
Merkwürdig, wie seine Bewohner, ist auch das Haus, denn es ist nicht etwa eckig und kastenförmig wie die meisten Häuser, sondern kreisrund und vermittelt so den Eindruck, als sei der kleine Hügel mit einem Zylinder oder Bowlerhut geschmückt.
Umgeben wird das Haus der Lovegoods von einem verwilderten Garten, in dem allerlei merkwürdige Pflanzen gedeihen, darunter sogar ein fleischfressender Snargaluffbaum, und natürlich Lenkpflaumensträucher, deren Früchte Luna gern als Ohrringersatz trägt.

Die massive Haustür mit ihren Eisenbeschlägen wird links und rechts von zwei uralten Holzapfelbäumen bewacht, die nicht nur Äpfel, sondern auch jene Misteln tragen, die Mr. Lovegood auf einem Schild an der Gartenpforte zum Verkauf anbietet.
Wie es sich für gestandene Zauberer gehört, haben die Lovegoods natürlich keine Türklingel, sondern statt dessen einen soliden Türklopfer in Gestalt eines Adlers. Ob die Lovegoods wohl traditionell Ravenclaws sind?
Betritt man das Haus, steht man sogleich in der Küche, die das gesamte Erdgeschoß einnimmt. Rund wie außen ist es auch innen, die Küchenzeile mit ihren Schränken schmiegt sich im Bogen an die kreisförmige Wand. Fast meint man, man befände sich wieder im Garten, denn alles in der Küche ist über und über mit in leuchtenden Farben gemalten Vögeln, Insekten und Blumen aller Art bedeckt.
Eine schmiedeeiserne Wendeltreppe in der Mitte der Küche führt in den ersten Stock, wo die Lovegoods ihr Wohnzimmer haben. Aber sehr gemütlich ist es hier nicht, denn der Raum wird, wie die uralte, ratternde Druckerpresse darin zeigt, auch als Arbeitsraum von Mr. Lovegood genutzt. Selbst das letzte freie Eckchen des Wohnzimmers ist vollgepackt mit Büchern und Manuskripten, der Boden bedeckt mit Notizzetteln, Korrekturfahnen und Landkarten, während die Decke mit flatternden, schnappenden Modellen jener seltsamer Tiere zugehängt ist, die die Welt des "Klitterers" bevölkern.

Geht man die Wendeltreppe weiter hoch, gelangt man zu Lunas Schlafzimmer im zweiten Stock. Wie die Küche, ist auch dieser Raum ebenso bunt wie kunstvoll gestaltet. Doch diesmal sind es Menschen, deren Porträts die Decke zieren. Es sind Luna und ihre vier Freunde aus Hogwarts: Neville, Hermine, Ron und Harry, und ein goldenes Band aus dem einzigen, sich unabläßig wiederholen Wort �Freunde� umfließt und verbindet die Gesichter.

Leider wurde das Gemälde mitsamt großen Teilen des Hauses zerstört, weil Mr. Lovegood, entgegen aller Vernunft und ministeriellen Erlassen, ein gefährliches Erumpenthorn im Wohnzimmer aufgehängt hatte. Während des Besuchs Harrys bei den Lovegoods tauchten plötzlich Todesser auf und, Zufall oder nicht, das Horn wurde im allgemeinen Tohuwabohu auch prompt von Mr. Lovegood selbst irrtümlich durch einen Schockzauber zur Explosion gebracht und verwüstete damit das halbe Haus.

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